18.11.2017, 12:00 · Aktualisiert: 18.11.2017, 13:33

Sie mag es laut und wild, ich eher ruhig. Und jetzt?

Angelo, 28, fragt:

Wie redet man über Vorlieben beim Sex? Das ist die große Frage, die mich in meiner einjährigen Beziehung seit einiger Zeit beschäftigt.

Wir kennen uns schon sehr lange, gingen gemeinsam zur Uni und kamen anschließend zusammen. Charakter, Werte, Hobbys, all das passt. Nur eine Sache nicht: unser Sex.

Sie mag es wild und laut. Sie will verschiedene Stellungen probieren, sie will beim Sex durchdrehen!

Hilfe!

Jeder hat mal Angst und Stress. Jeder fühlt sich mal hilflos, machtlos, überfordert. Wenn Freunde, Eltern oder Geschwister nicht weiterhelfen können, wollen oder sollen – dann melde dich bei uns. Die Psychologin Kathrin Hoffmann beantwortet in der Serie Über-Ich für bento ausgewählte Fragen, die wir anschließend veröffentlichen. Dabei ändern wir selbstverständlich alle Namen von Betroffenen.

Ich hingegen bin wohl ein Mann leiser Töne. Ich mag es kuschelig, Missionarsstellung finde ich super und manchmal einen Blow-Job. Ich finde nicht, dass das anspruchslos ist, ich habe einfach schon viel probiert in den vergangenen Jahren und bin, sexuell gesehen, jetzt vielleicht einfach erwachsen.

Ich kann mich nicht entspannen, wenn sie alle paar Minuten die Stellung ändern will. Und ehrlich gesagt auch nicht, wenn sie so herumschreit. Sie findet es, glaube ich, schade, dass ich mich nicht so gehen lasse, wie sie (dabei lasse ich mich ja gehen!).

Nur: Wie sollen wir darüber reden? Soll ich geradeheraus sagen: "Kannst du bitte mal langsamer machen?"

Ich will ja auch nicht, dass sie ihre Bedürfnisse runterschrauben muss wegen mir.

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Lennart Gäbel
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Ich weiß nicht einmal, mit welchem Satz man überhaupt anfangen könnte. "Hallo, sollen wir mal über unseren Sex reden?" Klingt komisch. Und wann wäre dafür der richtige Zeitpunkt?

Außerdem will ich nicht wie ein Langweiler rüberkommen oder als wäre ich weniger männlich. Andere Männer würden ausflippen, wenn ihre Frau im Bett so ausrastet.

Doch nach dem Sex liegen wir oft nebeneinander – und dann ist da so eine komische Stille. Man merkt, beide hätten was zu sagen. Aber keiner fängt an.

Die Psychologin Kathrin Hoffmann antwortet:

Lieber Angelo,

Ja, über Sex zu sprechen ist alles andere als einfach. Da scheint es erstmal leichter, es nicht zu tun – doch damit riskiert ihr langfristig eure Zufriedenheit mit der Beziehung. Ihr spürt ja beide, dass da etwas ist, worüber ihr sprechen solltet.

Doch keiner von euch wagt den ersten Schritt. Und leider wird es immer schwieriger, je mehr Zeit verstreicht. Frag dich einmal selbst:

  • Was genau hemmt dich?
  • Befürchtest du deine Freundin zu kränken?
  • Fürchtest du, dass sie dich nicht versteht oder ablehnend reagiert?
  • Wie realistisch sind deine Befürchtungen?
  • Was hat es für Konsequenzen, wenn du sie nicht ansprichst?
Hallo – wie reden wir über Sex?

Hallo – wie reden wir über Sex? (Bild: Unsplash)

Was den Zeitpunkt betrifft, würde ich dir raten, einen ruhigen Moment zu nutzen. Vielleicht am Wochenende, wenn ihr gemeinsam im Bett oder auf dem Sofa liegt.

Du könntest das Gespräch zum Beispiel mit einer Frage starten: "Schatz, was ich dich schon länger mal fragen wollte: Bist du eigentlich zufrieden mit unserem Sex? Gibt es irgendetwas, das du dir wünscht?"

Dann hörst du erstmal zu, was sie zu sagen hat. Vielleicht spricht sie dann das Thema schon an und du kannst darauf reagieren.

Sag ihr dann, wie gern du mit ihr schläfst, dass du es aber manchmal schön fändest, es etwas ruhiger angehen zu lassen. Frag sie, ob sie sich das vorstellen kann und ob ihr es mal ausprobieren wollt.

Sag ihr dann auch, wie toll du es findest, dass ihr darüber reden könnt und dass du dir wünschst, das öfter zu tun. Wichtig finde ich auch, dass man in solchen Gesprächen nicht zu ernst ist, sondern das Ganze humorvoll angeht. Du kannst zum Beispiel mit einem Schmunzeln sagen, dass du eben manchmal ein "kleiner Faulpelz" bist.

Seid nicht zu ernst zueinander!
Kathrin Hoffmann

Ein Gespräch bietet euch beiden die Chance eure Bedürfnisse deutlich zu machen und euch aufeinander einzustellen. Mach dir aber auch klar, dass ihr nun mal unterschiedlich seid, trotz aller Gemeinsamkeiten.

Ein erfülltes Sexualleben beinhaltet daher meist auch eine gewisse Kompromissbereitschaft – natürlich nur im Rahmen dessen, wozu man grundsätzlich bereit ist. Das heißt, im Idealfall findet ihr eine gute Mischung aus ruhigem, entspannten Sex und auch mal etwas abwechslungsreicherem, lauterem Sex.

Wenn du aber langfristig das Gefühl hast, dass ihr sexuell zu wenig zusammenpasst, musst du dir die Frage stellen, ob du bereit bist, die Beziehung trotzdem weiterzuführen.

Vor dieser Entscheidung solltest du aber erst stehen, wenn du alles in deiner Macht liegende getan hast, um einen gemeinsamen Weg zu finden. Schließlich willst du dir im Nachhinein keine Vorwürfe machen, es nicht zumindest versucht zu haben.

Alles Gute für dich bzw. für euch beide!

Deine Kathrin


Grün

Diese neue Nasa-Seite zeigt, wie sich die Erderwärmung auf deine Stadt auswirkt

18.11.2017, 10:55

Der Klimawandel ist real. Erst vergangene Woche haben 15.000 Wissenschaftler in einem gemeinsamen Brief erneut vor den Folgen der Erderwärmung gewarnt (bento), nun legt auch die Nasa nach. Pünktlich zur Weltklimakonferenz in Bonn hat sie ein neues Tool auf ihrer Website veröffentlicht.

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