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23.10.2017, 11:15

Mit dem Selbstbewusstsein ist das so eine Sache: Manche kommen scheinbar ohne Selbstzweifel auf die Welt, andere verstecken sich ihr Leben lang und machen sich klein – aus Gründen, die für Außenstehende oft schwer nachvollziehbar sind.

Meine Selbstzweifel speisten sich zum Beispiel allein aus meiner mangelnden Zufriedenheit mit meinem Körper – bis ich 25 wurde.

Beruflich hatte ich nie große Probleme, meine Ansichten durchzuboxen und mich zu behaupten. Ich dachte auch nie, dass mein Charakter langweilig sei oder ich nicht genug Freunde in meinem Leben habe.

Aber mit meinem Körper war das ganz anders.

Ich bin eine große, kurvige Frau. Scherzhaft sage ich immer, an mir ist alles groß – Nase, Ohren, Hintern. Wenn meine Schuhe nicht Größe 42 hätten, würde ich nach vorne überkippen.

Jahrelang war ich mit dem Größenwahnsinn der Natur aber überhaupt nicht d'accord: Ich wollte abnehmen, fitter sein und das, solange ich bewusst in den Spiegel schauen kann. Mein Gedanke dahinter: Sobald ich in Größe 36 passe, wächst mein Selbstwert mit.

Einem größeren Trugschluss kann keine Frau erliegen.

Ich versuchte auf vielen Wegen, fit zu werden, nahm erst 14 Kilo ab und dann wieder zu. Dann lebte ich wieder ein paar Jahre mit Speck auf der Hüfte, hatte aber immer ein Idealbild von mir im Hinterkopf.

Ein Gedanke quälte mich besonders:

So jung wie heute bist du nie mehr – und dein Körper erst recht nicht.

Nie wieder würde mein Bindegewebe so fest sein, meine Haare so voll und meine Haut so straff wie jetzt.

Und dann kam mein 25. Geburtstag.

Im englischsprachigen Raum gibt es den Begriff der Quarter-Life-Crisis, in der man sein ganzes Leben in diesem Alter infrage stellt, den Status Quo hinterfragt und sich ändert. Der unterlag ich ebenfalls – aber im positiven Sinne, vor allem für mein Selbstwertgefühl.

Diese Slammerin fasst die Krise der 25-Jährigen humoristisch, aber treffend zusammen:

Mit 25 kommen die ersten Fältchen um die Augen, die ersten grauen Haare sprießen – das Alter wird sichtbar. Das finde ich richtig schön – man soll mir später ruhig ansehen, dass ich in meinem Leben viel gelacht habe.

Aber optisch gesehen ist damit die "beste Zeit" des Körpers vorbei – zumindest, wenn man der Mode-Industrie glaubt.

Das Streben nach Perfektion würde sich immer weiter von mir entfernen, von Jahr zu Jahr.

Ich gehöre nicht mehr zu den jungen Hüpfern und das ist okay für mich.

Statt weiter Kalorien zu zählen, betrachtete ich mein Leben und merkte, wie sehr ich mein Körperbild in den Fokus gerückt hatte. Wollte ich für immer die nörgelige Selbstzweiflerin sein und mein Leben mit dem Abwiegen von Brokkoli verbringen?

Unter den Hashtags #screwhtescales und #gainingweightiscool zeigen Menschen, warum das Gewicht nichts mit dem Aussehen zu tun hat:

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Auf keinen Fall. Ich wollte eine der Frauen werden, die sich selbst mochten, egal wie sehr der Hosenbund gerade kneift.

Ich wollte ein Leben, aus dem man Geschichten über Abenteuer erzählt!

  • Ich möchte auf Partys ein großes Stück Himbeertorte essen und darüber lachen, dass die Sahne in meinem Mundwinkel hängt.
  • Ich möchte auf Festivals in kurzen Hosen über das Stoppelfeld hüpfen und nicht darüber nachdenken, ob meine Oberschenkel wohl akzeptabel aussehen.
  • Ich möchte im Bikini von Felsen ins türkise Wasser springen und in meinem Kopf nur den Gedanken zu lassen, wie schön dieser Moment ist.

Die schönsten Momente meines Lebens habe ich nicht erlebt, weil ich einen flachen Bauch hatte. Ich habe sie so in Erinnerung, weil Oberflächlichkeit in diesen Momenten keinen Platz in meinem Kopf hatte.


Das klingt vielleicht banal – aber erst mit dieser Erkenntnis kam die Akzeptanz. Plötzlich mochte ich es nicht mehr, stark geschminkt auf Partys zu gehen und tauschte Paillettentop gegen schwarzes Rundhals-T-Shirt. Meine Haare habe ich immer mit Hitze bearbeitet – nun lasse ich sie an der Luft trocknen.

Ich freundete mich mit meinem Naturzustand an, egal ob fünf Kilo mehr oder weniger auf den Hüften.

Als ich 25 wurde, war es fast so, als legte sich die Gelassenheit wie eine schützende Decke um mich herum. Statt mich weiter verbissen mit anderen zu vergleichen, entspannte ich mich. "Comparison is the thief of joy" – ich hatte diesen Spruch schon tausend Mal gelesen. Mit 25 verstand ich endlich, dass der Vergleich mit anderen mir nichts als Missmut bescherte, nicht nur auf meinen Körper bezogen.

Mich überkam eine Zufriedenheit, die ich vorher noch nie gespürt hatte.

Ich stellte stutzend fest, dass ich mich plötzlich richtig gerne mochte, mit allem drum und dran.

(Bild: unsplash.com)

Meine Außenwelt spiegelte das wieder: Ich bekam auf ein Mal Komplimente für meine positive Ausstrahlung und meine wilden Haare, die ich natürlich genau an dem Tag nicht gewaschen hatte.

Es war töricht von mir, zu denken, mein Selbstbild würde sich mit der Zahl auf der Waage verbessern. Selbstakzeptanz und das bisschen Lebenserfahrung haben meinem Selbstbewusstsein hingegen einen großen Schub gegeben.

Die 25 hat den Druck, in meinen Zwanzigern nach gesellschaftlichem Ideal "schön" zu sein, weggefegt. Stattdessen gehe ich ehrlicher mit mir um: Ich werde nie die Figur einer Elfe haben und das will ich auch gar nicht.

Deshalb:

Mädels, wenn ihr euch heute morgen im Spiegel nicht leiden konntet – Kopf hoch, mit dem Alter wird es besser. Zumindest ging es mir so.


Style

Dieser 13-Jährige hat sich sein eigenes Haus gebaut. Ganze acht Quadratmeter

23.10.2017, 11:04

Luke ist 13 Jahre alt und sein eigener Hausherr. Denn der Junge aus dem US-Staat Iowa hat sich sein eigenes Haus gebaut, einfach mal so. Nicht, dass er dringend bei seinen Eltern ausziehen wollte – Luke hatte bloß Interesse herauszufinden, wie das ist, ein Haus zu haben.

Geht nicht, gibt's nicht: Denn das Haus hat Luke ganz alleine gebaut – aus recyceltem Material und nur mit Geld, dass er sich verdient hat.