Bild: ​Hatice Kahraman

14.05.2018, 14:20 · Aktualisiert: 14.05.2018, 14:35

Wie es sich für mich anfühlt, das Ende des Ramadans zu feiern

Heute ist es endlich so weit: Das große Ramadan-Fest steht an. 29 Tage Fasten sind geschafft!

Heute füllt sich unser ganzes Wohnzimmer mit Verwandten und Freunden, alle reden durcheinander, die Kinder spielen und die Erwachsenen erzählen Witze, es wird gelacht und vor allem gegessen. Sonst schaffen wir es nie, alle zusammenzusitzen.

Heute schon. Denn ab heute jetzt essen und trinken wir wieder normal. Und das wird gebührend gefeiert: Drei Tage voller Besuch, Süßigkeiten und Geschenke!

Auf diesen Tag freue ich mich schon das ganze Jahr. Weil meine ganze Familie sich sieht oder wenigstens hört.

Es gibt so viel Tolles am Ende des Ramadans:

1. Mit meiner Familie frühstücken

Nach einem Monat Fasten freue ich mich vor allem auf eins: das große Frühstück mit der Familie. Wir versammeln uns jedes Jahr bei meinen Eltern zu Hause, essen gemeinsam und trinken anschließend türkischen Schwarztee. Das Frühstück beginnt bei uns schon sehr früh, meistens kurz nach dem Fest-Gebet.

Das Fest-Gebet selbst, in der Moschee, ist meist so voll, dass die Menschen schon in den Höfen der Gebäude beten. Zu keiner anderen Zeit ist eine Moschee so voll wie an muslimischen Festen.

2. Süßigkeiten – den ganzen Tag!


Zuckersüß, mit Walnüssen gefüllt und knusprig: Nichts schlägt den Geschmack von hausgemachtem Baklava meiner Mutter! Leider hat sie selten Lust auf den ganzen Aufwand, deshalb gibt es Baklava bei uns immer nur zu ganz besonderen Anlässen – zum Beispiel heute. Der Nachteil: Baklava ist eine richtige Kalorienbombe.

Nach den drei Tagen zeigt die Waage gern ein paar Kilos mehr an

Aber das ist noch nicht alles: Schon Tage zuvor kaufen meine Eltern haufenweise Süßigkeiten, die den Nachbarn, Bekannten und Verwandten geschenkt werden. In meiner Familie ist es üblich, dass die Jüngeren eine riesige Geschenktüte voll mit Süßigkeiten bekommen, in der meist auch ein wenig Geld steckt.

3. Wir stylen uns auf

Am Ramadan-Fest ziehen wir uns schick an. Es muss nichts Neues sein, aber zumindest etwas, das man nicht jeden Tag anzieht. Ich habe mir dieses Jahr extra ein blaues Maxikleid gekauft, mit vielen Stickereien. Meistens verbringen wir den Tag damit, unsere Verwandten oder Bekannten zu besuchen. Die Tradition: Die jüngeren Familienmitglieder besuchen die Älteren. Meine Großeltern verbringen dieses Jahr den Sommer in der Türkei, also kommen meine Tanten und Onkel zu uns, weil meine Mutter die Älteste ist.

4. Alle beglückwünschen sich

Das Ramadan-Fest ist nicht wirklich bekannt dafür, dass es haufenweise Geschenke gibt. In meiner Familie gibt es dennoch einige – oft sind das nur Kleinigkeiten, Bücher oder Blumen. Meine Mutter schreibt ihren Kindern jedes Jahr liebe Worte auf Postkarten, in denen meistens auch etwas Geld steckt.

Was ich sehr mag: die Glückwünsche. Zum Fest wünschen wir jedem "Eid mubarek" auf Arabisch oder "Bayraminiz kutlu olsun" auf Türkisch – egal, ob auf Whatsapp oder Facebook. Da ein Teil meiner Familie in der Türkei lebt, rufen wir schon morgens die Verwandtschaft an, angefangen bei den Großeltern, und dann die restlichen Familienmitglieder.

Hier erzählen junge Muslime, warum sie fasten:

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5. Wir freuen uns aufs kommende Jahr

Fasten kann schwierig sein – besonders nicht im Hochsommer. Ich freue mich trotzdem jedes Jahr aufs nächste Mal. Es geht beim Ramadan ja nicht nur ums Hungern. Der Fastenmonat kann sehr spirituell sein, ich bete häufiger, verbringe mehr Zeit mit der Familie und gehe häufiger in die Moschee.

Das Fest ist deswegen vor allem eins für mich: das größte Familienevent des Jahres. In keiner anderen Zeit kommt die Familie so intensiv zusammen. Und: In keiner anderen Zeit isst man soviel wie an diesen Tag.


Fühlen

Dinge, die du nur kennst, wenn du gerade im Ramadan fastest

14.05.2018, 14:15 · Aktualisiert: 15.05.2018, 10:08

Gemeinsam essen mit der Familie, die Ruhe der Moschee spüren und mehr Zeit im Gebet verbringen. Der Fastenmonat Ramadan ist für viele Muslime ein sehr spiritueller Monat, auf den sie sich jedes Jahr freuen.

Allerdings gibt es auch jedes Jahr wieder die großen und kleinen Hindernisse rund ums Fasten. Das kennst du nur, wenn du auch im Ramadan fastest: