Fühlen

Haben Frauen seltener einen Orgasmus als Männer?

16.06.2017, 17:58 · Aktualisiert: 16.06.2017, 17:58

Wenn Menschen miteinander schlafen, kann es sein, dass sie dabei ein ganz bestimmtes Ziel verfolgen: einen Orgasmus zu bekommen.

Manche finden es schön, wenn sie den Höhepunkt zur selben Zeit erleben – andere finden genau das schwierig. Denn oft ist es so, dass einer der Sexpartner zuerst kommt, manchmal hat auch nur einer einen Orgasmus und der Sex hört auf, ehe beide den Gipfel-Moment erlebt haben.

Verschiedene Studien (zum Beispiel diese) besagen, dass Frauen seltener einen Orgasmus haben als Männer. Wissenschaftler nennen das den "Orgasm Gap". Aber muss das immer so sein? In der heutigen Lektion unserer Vögelkunde fragen wir:

Wie kann ich es als Frau schaffen, beim Sex öfter einen Orgasmus zu erleben?

So viel vorab: Mit der Frage, wie eine Frau es schafft, beim Geschlechtsverkehr öfter einen Orgasmus zu bekommen, kann Verena Klein, Psychologin vom Institut für Sexualforschung und Forensische Psychiatrie an der Unklinik Hamburg-Eppendorf nicht viel anfangen

Die Frage sei simplifizierend und könne Frauen unnötig unter Druck setzen, findet die Sexualwissenschaftlerin. Und überhaupt: Dass Männer beim Sex wirklich häufiger zum Orgasmus kommen als Frauen, sei wissenschaftlich nicht eindeutig belegt.

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Annika Eliane Krause
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Die zahlreichen Studien, die das Gegenteil belegen, basierten in der Regel auf einfachen Befragungen, sagt Klein: "Wann sind Sie das letzte Mal gekommen?" oder "Erleben Sie beim Sex regelmäßig einen Orgasmus?".

Zudem gebe es bis heute keine eindeutige Definition, was der weibliche Orgasmus genau ist oder wie Frauen ihn empfinden, sagt Klein.

(Bild: Unsplash)

Bei Männern sei das anders. "Hat er ejakuliert, ist er auch gekommen", sagt Klein. Bei Frauen lasse sich zwar ebenfalls einiges messen – etwa die Beschleunigung von Herzschlag und Puls, das Anschwellen der Schamlippen, die Kontraktionsgeschwindigkeit der Gebärmutter. 

Einen eindeutigen biologischen Marker, ob eine Frau den Höhepunkt nun erlebt hat, gebe es jedoch nicht.

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Frauen beschrieben ihren Orgasmus ganz unterschiedlich: "Für die einen ist der Höhepunkt ein rein körperliches Empfinden, eine Erregung im Genitalbereich", sagt Klein. "Für die anderen ist er ein bestimmter Bewusstseinszustand, etwa wenn ihnen schummerig oder gar schwarz vor Augen wird." 

Die Frage "Wie oft erleben Frauen den Orgasmus?" müsse eigentlich anders lauten. Nämlich: "Wie kommen Sie zum Orgasmus?" 

Schaue man sich die Untersuchungen zum weiblichen Höhepunkt im Detail an, falle schnell auf, dass Frauen generell gar nicht so viel seltener zum Höhepunkt kommen als Männer, meint Klein: "Zumindest nicht, wenn sie oral befriedigt werden." 

Männer kommen insgesamt zwar öfter, die Art und Weise der Stimulation ist ihnen jedoch weniger wichtig.

Das zeigt eine Studie des Hamburger Instituts für Sexualforschung aus dem Jahr 2006. Bei der Untersuchung haben die Forscher 776 Männer und Frauen zwischen 30 und 60 Jahren unter anderem gefragt wann, mit wem und wie sie beim Sex zum Orgasmus kommen.

Das Ergebnis: Beim gewöhnlichen Geschlechtsverkehr, bei dem der Mann mit seinem Penis in die Frau eindringt, kommt nur jede zweite Frau zum Orgasmus.

Wird die Klitoris der Frau während des Sex' hingegen zusätzlich stimuliert, zum Beispiel mit den Fingern, steigt die Anzahl der Frauen, die einen Höhepunkt erleben, auf 65 Prozent – bei der Kombination von Sex und Oralverkehr sogar auf 76 Prozent.

Männer kommen insgesamt zwar öfter, die Art und Weise der Stimulation ist ihnen jedoch weniger wichtig.

Bei der Selbstbefriedigung konnten die Hamburger Forscher zwischen Männern und Frauen hingegen kaum Unterschiede in der Orgasmushäufigkeit finden. Mit sich selbst erlebten 91 Prozent der Frauen einen Höhepunkt, bei den Männern waren es 93 Prozent.

Wer das Gefühl hat, beim Sex nicht befriedigt zu werden, sollte mehr üben
Verena Klein

"Für das Erleben des Orgasmus sind für die Frau also zwei Dinge entscheidend", sagt Klein, "die sexuelle Praktik und die damit verbundene Stimulation der Klitoris". 

Frauen, die das Gefühl haben, beim Sex nicht befriedigt zu werden, rät die Psychologin zum Üben – "und zwar am besten mit sich selbst".

"Mit sich selbst können Frauen tun, worauf sie Lust haben. So können sie ihren Körper noch besser kennenlernen – und nur Frauen, die wissen, was ihnen gefällt, was sie sexuell erregt, könnten das ihrem Partner auch kommunizieren." 

Je mehr Selbstvertrauen die Frau entwickelt, desto einfacher komme sie letztendlich auch zum Orgasmus.


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Für abgelegene Wege schicken sie Menschen mit Kamera-Rucksäcken los. Oder auch gerne mal ein Dromedar: