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Welche Methoden oder Taktiken verstärken einen Orgasmus?

06.01.2018, 14:04 · Aktualisiert: 06.01.2018, 19:04

Die einen kommen kurz und leise, die anderen lange und laut: Wie Menschen einen Orgasmus erleben, ist sehr individuell. Doch wer schon öfter einen Höhepunkt hatte, der weiß, dass es schwächere und stärkere gibt.

Und die stärkeren – das sind wohl die, die am meisten Spaß machen, weil sie so intensiv sind. In der heutigen Vögelkunde stellen wir deswegen die Frage:

Gibt es Methoden oder Taktiken, mit denen sich ein Orgasmus verstärken lässt?

"Die gibt es", sagt Markus Valk, Sexualmediziner und Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Bevor ein Paar diese ausprobiert, sollte es sich jedoch darin einig sein, dass es beim Sex nicht um Leistung, sondern um Freude und Bindung geht. "Denn je stärker der Druck einer guten Performance, desto weniger können Mann und Frau den Sex genießen", sagt Valk.

Wichtig zu bedenken sei auch: Jedes Paar ist unterschiedlich – eine feste, allgemeingültige Handlungsanleitung, wie Sexualpartner ihren Orgasmus intensivieren können, gibt es daher nicht. Paartherapeut Valk rät deshalb zum Ausprobieren – und dazu, ganz offen über seine Vorlieben und Abneigungen zu sprechen.

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Männer und Frauen könnten Verschiedenes ausprobieren. Zum Beispiel?

"Beim Mann gilt: Je stärker seine Erektion, desto intensiver erlebt er meist seinen Orgasmus", sagt Valk. Der Grund: Je heftiger die Erektion des Penis', desto empfindsamer wird die Eichel. Um den Penis beim Geschlechtsverkehr besonders zu erregen, gibt es etwa folgende Möglichkeiten:

  1. Der Penisring.

    Ist das Glied steif, können Männer sich den Ring um die Peniswurzel legen und damit ihre Erektion verlängern, erklärt Valk. Penisringe gibt es in unterschiedlichen Größen. Damit er beim Sex nicht schmerzt, besteht er meist aus weichen Materialien wie Leder, Latex oder Gummi. Manche sind jedoch auch aus Metall.
  2. Der Vibrator.

    Legen Männer sich das Gerät auf Peniswurzel oder Eichel, kann das die Erregung verstärken. Einige Männer stimuliert es auch, wenn sie sich den Vibrator auf den Damm setzen – also auf die Region zwischen Anus und Hodensack. "Hier verlaufen einige sensible Nerven, die den Penis zusätzlich stimulieren", sagt Valk.
  3. Die Stellung.

    Welche Position einem Mann beim Sex gefällt, ist individuell. Der eine dringt mit seinem Penis gerne tief in die Vagina ein, der andere kreist mit seinem Glied lieber nur im Scheideneingang. "Je nach Stellung kann der Mann oder die Frau den Penis beim Sex ein Stück vom Körper wegdrücken", Valk. Hierdurch werde der Blutfluss etwas abgedrückt und das Glied werde härter und erregbarer.
  4. Tantra.

    "Beim Tantra geht es zwar nicht darum, zum Orgasmus zu kommen, dennoch gibt es hier einige Techniken, die dem Mann zu einer stärkeren Erregung verhelfen können", sagt Valk. Ein Beispiel ist die sogenannte Lingam-Massage. Sie sei auf den den kompletten Bereich der männlichen Genitalien ausgerichtet – mit dabei ist etwa ein langsames Vor- und Zurückschieben der Vorhaut oder eine Massage der Prostata durch den Anus.

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Um den Höhepunkt der Frau zu intensivieren, sei für sie noch eher als beim Mann das Gefühl von Bindung und Beziehung wichtig, sagt Valk. "Um den Orgasmus rein funktional zu verstärken, sollten sich Frauen beziehungsweise Männer zudem vor allem um die Klitoris kümmern", sagt Valk.

Hier sind vier Techniken, um den nervenreichen Schwellkörper zu stimulieren:

  1. Sexspielzeug.

    Zur Stimulation der Klitoris gebe es beispielsweise Vibratoren in C-Form, sagt Valk. Diese sind auf der einen Seite sehr flach und haben auf der anderen einen dicken Knubbel. Führt die Frau sich die flache Seite in die Scheide ein, sitzt der Knubbel auf der Klitoris. Beim Verkehr vibriert nun die flache Seite auf dem vermeintlichen G-Punkt und der Knubbel auf der Klitoris – das verstärkt die Erregung und somit auch den Orgasmus.
  2. Der Saugnapf.

    Auf den Kitzler gesetzt lässt der Intimsauger, der wie eine aufblasbare kleine Schale aussieht, ein rhythmisches Vakuum entstehen. "Das soll die Klitoris der Frau angenehm stimulieren – das ist zumindest das Versprechen der Industrie. Wirkliche Erfahrungsberichte kennt Valk zu dem Sex-Toy allerdings nicht.
  3. Creme.

    Sogenannte Libidocremes fördern die Durchblutung – und je besser die Durchblutung, desto empfindsamer die Nerven, sagt Valk. Am besten massiere die Frau solche Cremes auf die Klitoris.
  4. Tantra.

    Wie für den Mann gibt es im Tantra auch für die Frau stimulierende Massagen, die den Orgasmus intensivieren. Zu nennen wäre hier beispielsweise die sogenannte Yoni-Massage. Als Pendant zur Lingam-Massage konzentriert sie sich auf den weiblichen Genitalbereich – darunter innere und äußere Schamlippen, Klitoris, Gebärmutter, After und Blase.

Wichtig sei laut Valk jedoch: Egal, welche Methoden und Techniken ein Paar ausprobiere, je orgasmuszentrierter der Sex, desto unbefriedigender werde er oft auch empfunden.

"Ziel sollte daher nicht der Orgasmus sein – sondern das Gefühl, sich vertrauensvoll gemeinsam ausprobieren und so eigene Vorlieben herausfinden zu können."

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