Fühlen

​Wie ich meinem Partner gesagt habe, dass ich eine offene Beziehung will

07.07.2016, 15:54 · Aktualisiert: 20.07.2016, 17:08

Der erste Teil unserer neuen Sex-Kolumne: "Ich will mit anderen Sex, weil ich dich liebe"

"Ich will auch mit anderen Sex haben!" So. Jetzt war es raus. Einfach so. Mitten im Urlaub. Leo stand da und sah mich an. Schweigend. Kein: "Bist du unzufrieden mit unserem Sexleben?" Oder schlimmer: "Dann trenn dich doch gleich von mir!"

Im Kopf hatte ich mir schon alles genau zurecht gelegt. Ich wollte ihm sagen, dass ich ihn liebe. Jeden Tag mehr als zuvor. Ich wollte ihm sagen, dass ich glücklich bin – mit ihm und unserem Sex und unserem Leben.

Und ich wusste, dass er mein Für-Immer-Und-Ewig ist.

In letzter Zeit hatte ich mich jedoch häufig gefragt, ob eine monogame Beziehung auch zwangsläufig aus monogamen Sex bestehen musste.

Vielleicht spielte auch ein bisschen Torschlusspanik mit rein. Erst zwei Wochen zuvor hatte mir Leo einen Heiratsantrag gemacht. Nicht so schnulzig wie in einem Kate-Hudson-Streifen, wo sich der Ring im Sekt-Glas versteckt. Romantisch war er, zwischen den Regalen unserer Lieblingsbuchhandlung, ohne viel Schnickschnack, aber mit meinem ehrlichen: Ja, ich will.

Zu Beginn unserer Beziehung hatten wir uns absolute Ehrlichkeit versprochen. Ich war kein Freund von Geheimnissen, so hatte ich Leo gleich zu Beginn von allen Fehltritten vorheriger Beziehungen erzählt. Und er hatte es mir gleich getan. Meine Direktheit verschreckte ihn nicht und seine Verflossenen waren eben genau das: verflossen.

Wer ist Anna Klausner?

Es gibt sie wirklich, sie heißt aber anders. Geboren in den Achtzigern, ehemaliges Landei, fühlt sich überall und nirgends zu Hause. Ist notorisch neugierig und meint, man müsse alles einmal probieren, bevor man es doof finden darf. So auch eine offene Beziehung, das Thema ihrer bento-Kolumne.

Nachdem er also mutig genug war, um meine Hand anzuhalten, musste nun ich mutig sein. Und ich hatte einfach Lust auf Abenteuer. Ich wollte das Sex-Leben eines Singles mit den Vorzügen des Paar-Seins. Abenteuer am Samstagabend, aber Geborgenheit für den Rest der Woche.

Ich wusste, das war egoistisch. Ich war egoistisch.

In der Fotostrecke: Unsere Sex-Kolumnen im Überblick

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Ich wollte ihm sagen, dass er meine große Liebe ist und ich mich auf keinen Fall neu verlieben oder gar von ihm entlieben will. Ich wollte einfach nur das Kitzeln eines ersten Kusses, den unbekannten Geruch einer neuen Eroberung, während um einen herum die Party tobt.

Gerade weil ich mit ihm alt werden wollte, hatte ich plötzlich diese Angst, nun auf so viele andere Erfahrungen verzichten zu müssen. Daher also: "Ich will auch mit anderen Sex haben!" Vielleicht die süße rothaarige Lehramtsstudentin aus der WG gegenüber.

Ich sagte, bringst du mir vorher bei, wie man flirtet. Oder reißt du uns jemanden auf?
Leo

Doch nun hatte ich mit diesem kleinen Satz vielleicht alles zerstört, was Leo und ich uns bisher gemeinsam aufgebaut hatten. All die Nähe, all die Liebe.

Plötzlich bekam ich Angst.

Was, wenn ich es nicht ertrug, dass er andere Frauen berührte?

Was, wenn es ihm nachher besser gefiel als mit mir?

Wenn ich aufhören wollte und er aber nicht mehr? Ich konnte ihm schließlich nicht verwehren, was ich mich für mich selbst forderte.

Und wer weiß, vielleicht mochte er die Rothaarige ja auch ganz gern. Aber wohin sollten wir sie mitnehmen? In unser Bett? Mir wurde fast schlecht bei dem Gedanken, dass er mit einer anderen Frau in unserem Schlafzimmer...

Was wenn er jetzt doch noch auf die Avancen seiner Kollegin einging? Mir zuckte schon die Hand, wenn ich nur daran dachte. Auf keinen Fall also jemanden, den man vielleicht doch noch mal wieder sehen muss. Das "Ich weiß wie dein Mann im Bett ist"-Grinsen musste nun wirklich nicht sein.

Was wenn er...

Was hatte Leo gerade gesagt?

Er grinste und wiederholte es: "Ich sagte, bringst du mir vorher bei, wie man flirtet. Oder reißt du uns jemanden auf?"

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