27.07.2018, 17:52

Eine Psychologin hilft

Juliane, 22, fragt:

Jetzt gerade ist es da, vor zwei Wochen war es da, morgens, mittags, abends. Ich bin ständig unruhig. Es fühlt sich an wie eine Mischung aus Nervosität, Angespanntheit, Panik.

Ich weiß nicht, was mit mir los ist: Immer, wenn ich mal eine Pause mache, spüre ich eine innere Unruhe. Dabei ist auf den ersten Blick alles okay – zumindest hat sich seit Langem nichts verändert: Ich bin in einer Beziehung mit einem supertollen Mann, mag mein Studium.

Hilfe!

Jeder hat mal Angst und Stress. Jeder fühlt sich mal hilflos, machtlos, überfordert. Wenn Freunde, Eltern oder Geschwister nicht weiterhelfen können, wollen oder sollen – dann melde dich bei uns. Die Psychologin Kathrin Hoffmann beantwortet in der Serie Über-Ich für bento ausgewählte Fragen, die wir anschließend veröffentlichen. Dabei ändern wir selbstverständlich alle Namen von Betroffenen.

Doch mit irgendwas bin ich nicht zufrieden. Ich fühle mich rastlos. Sobald ich für mich bin, ist es da: dieses leichte und unangenehme Kribbeln, dass ich gerade vielleicht etwas verpasse, dass ich dringend mal was Verrücktes machen sollte, einfach so.

Es ist mir unheimlich. Neulich dachte ich in einem solchen Moment, ich sollte vielleicht einfach mal meinen Freund verlassen und es mit einem anderen Typen treiben. Oder einfach mal mein Studium abbrechen und für länger wegfahren, ohne jemandem Bescheid zu sagen?

Was für ein Bedürfnis ist das, das sich da gerade in mir hochkämpft? Was ist innere Unruhe genau? Und wie kann ich sie unterdrücken?

Die Psychologin Kathrin Hoffmann antwortet:

Liebe Juliane,

du scheinst ein gutes Gespür dafür zu haben, dass deine Unruhe und Panik wohl irgendwie darauf hinweisen, dass du momentan nicht ganz zufrieden bist bzw. irgendein Bedürfnis nicht erfüllt ist. So betrachtet brauchst du auch keine Angst vor deiner Angst haben, denn sie hilft dir letztendlich dabei, in dich zu gehen und etwas zu verändern.

Mehr Notfälle? Hier:

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Du schreibst ja selbst, dass sich seit Längerem nichts mehr verändert hat in deinem Leben – du führst eine glückliche Beziehung und studierst schon eine Weile. Gut möglich, dass du einfach mal wieder etwas Neues in deinem Leben brauchst.

Wir Menschen sind zwar einerseits Gewohnheitstiere und richten uns ganz gern gemütlich in unserer Komfortzone ein – was auf Dauer aber etwas langweilig werden kann. Diese Unzufriedenheit kann sich dann in Unruhe und Anspannung bemerkbar machen, und wenn wir diese Zeichen ignorieren, steigern sich die Symptome meist, bis wir nicht mehr anders können, als etwas zu ändern.

Du beschreibst recht extreme Ideen, die dir plötzlich durch den Kopf gehen.
Kathrin Hoffmann

Lass dich davon nicht erschrecken, dein Unbewusstes schickt dir eben Hinweise darauf, was dir womöglich fehlt. Wobei das natürlich nicht bedeutet, dass du genau diese Phantasien umsetzen musst, damit es dir wieder besser geht.

Aber überlege einmal, was dir im sexuellen Bereich fehlt.

  • Ist eure Sexualität vielleicht etwas eingeschlafen?
  • Sehnst du dich nach etwas mehr Abwechslung?
  • Gibt es womöglich Bedürfnisse, die du bisher ignoriert hast?
  • Und abgesehen davon, wann bist du das letzte Mal weg gefahren? Wann hast du zuletzt etwas ganz Neues ausprobiert? Wie sorgst du in deinem Alltag für Abwechslung und kleine Abenteuer?

Gestatte dir selbst, einfach mal allen möglichen Tagträumen nachzugehen. Gedanklich kannst du (ohne schlechtes Gewissen!) alles ausleben, was du möchtest. Überlege dann, was dir auch in Realität an Veränderung gut tun würde.

Wahrscheinlich werden das etwas weniger radikale Kompromisse sein, da du ja nicht dein ganzes Leben über Bord werfen willst. Oder doch?

Was ist außerhalb deiner Komfortzone, aber trotzdem mit deinem Leben vereinbar? Mach dich mutig auf die Suche und vor allem auf den Weg!

Alles Gute für dich!

Deine Kathrin

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Streaming

Tokio Hotel findest du doof? Diese neue und sehr gute Doku solltest du trotzdem gucken

27.07.2018, 17:19 · Aktualisiert: 30.07.2018, 14:11

Allein wegen dieser 4 Momente.

Ende 2005 waren mit einem Mal vier Jungs aus Magdeburg mit zweifelhaften Frisuren die größten Stars, die Deutschland zu bieten hatte.

Bill, Tom, Georg und Gustav – zum damaligen Zeitpunkt zwischen 15 und 18 Jahre alt – veröffentlichten als "Tokio Hotel" ihr Debütalbum "Schrei". Nach den deutschen Charts waren die im Ausland dran, es folgten Touren durch Nord- und Südamerika, Auftritte in Japan, Russland oder Israel.

Obwohl der Erfolg anhielt, bleibt der Band bis heute eines oft verwehrt: Respekt. Gerade zu Anfang bestand ihre Fanbase vor allem aus pubertären Mädchen.

Ihre Musik war zu rockig, um als Pop zu gelten, und zu poppig, als dass sich Fans "richtiger" Rockmusik nicht von ihr abgrenzen müssten. Besonders Frontsänger Bill Kaulitz, der sich schminkte und trotzdem Groupies hatte, wurde zur Zielscheibe von Spott und Hass. Bill und Zwillingsbruder Tom wurde das zu viel. Sie wanderten nach Los Angeles aus – dort leben sie bis heute.