Bild: Annika Eliane Krause

12.02.2018, 14:20 · Aktualisiert: 12.02.2018, 18:49

Es gibt Menschen, die haben sich verliebt, während sie Kermit war und er Koch. Oder Menschen, die morgens gemeinsam als Lukas und Jim Knopf aus dem Haus gingen, sich dann auf der Straße verloren, und sich nachts im Getümmel zufällig wieder trafen – ein emotionaler Moment.

Wenn der Alkohol wirkt, ereignen sich zwischen Kamelle und Konfetti sonderbare Geschichten. Ob in der Kneipe, während des Umzugs oder auf der Hausparty der Nachbarn. Von Weiberfastnacht bis Veilchendienstag erleben manche Leute an Karneval, was anderen in einem ganzen Leben nicht passiert.

Im Rheinland haben wir mitgefeiert – und die Menschen nach genau diesen Erlebnissen gefragt. Was ist das Verrückteste, Absurdeste, Emotionalste, das euch an Karneval je passiert ist?

Ricrda

Ricrda (Bild: Annika Eliane Krause)

Ricarda, 24, Psychologie-Studentin

"Letztes Jahr an Karneval habe ich in einer Kneipe einen Typen getroffen, der meine Zwillingsschwester Miriam kennt und dachte, dass ich meine Schwester sei. Ich fand das witzig und ließ ihn in dem Glauben.

Wir tranken Bier und er erzählte von alten Geschichten, die wir angeblich gemeinsam erlebt haben. Irgendwann haben wir uns sogar geküsst.

Zu Hause beichtete ich meiner Schwester, was ich getan hatte. Er war wohl ein flüchtiger Bekannter aus ihrem alten Freundeskreis. Erst war sie verärgert, dass ich in ihrem Namen mit ihm geknutscht hatte. Mittlerweile lachen wir über die Geschichte."

Linus, 30, Kommunikationsdesigner

Linus

Linus (Bild: Annika Eliane Krause)

"An Karnevalsfreitag vor vier Jahren küsste ich meine jetzige Freundin zum ersten Mal. Wir hatten uns ein paar Tage vorher kennengelernt und Nummern ausgetauscht, sodass ich sie spontan zu einer WG-Party eingeladen hatte.

Sie war als Einhorn verkleidet und ich als Clown. Wir saßen den ganzen Abend in einer Zimmerecke, unterhielten uns, tranken was, und später kam sie mit zu mir. Am nächsten Morgen musste ich sie recht früh rausschmeißen, da ich samstags immer mit meiner Familie auf einem Karnevalszug mitgehe. Mittlerweile wohnen wir zusammen – und bei genau diesem Umzug läuft auch sie immer mit."

Janna, 25, Lehramtsstudentin

Janna

Janna (Bild: Annika Eliane Krause)

"Ich habe nach einer Karnevalsparty in der Bahn nach Hause meine Tasche mit Portemonnaie, Schlüssel und Digitalkamera verloren und dachte, okay, das wars.

Am nächsten Morgen bekam ich eine Nachricht von einem Mädel auf Facebook, die meine Tasche gefunden und bei der Polizei abgegeben hat. Sie hatte meine Fotos auf der Kamera angeschaut und auf einem Gruppenbild eine Freundin von mir erkannt, wodurch sie mich bei Facebook gefunden hatte!

Als ich meine Tasche abholte, war noch alles da – und auf meiner Kamera ein neues Foto von den vier Findern zusammen mit meiner Tasche."

Vincent, 25, studiert Produktion und Logistik

Vincent

Vincent (Bild: Annika Eliane Krause)

"Ich hatte vor zwei Jahren am Morgen nach Weiberfastnacht super viele Nachrichten auf meinem Handy. Alle fragten, ob es mir gut gehen würde. Ich hatte keine Ahnung, was sie meinten?

Als ich meinen Verlauf durchging, entdeckte ich, dass ich in der Nacht Fotos von mir verschickt hatte, auf denen ich mit offenbar echten Polizisten zu sehen war, umgeben von Blaulicht. Keiner konnte sich erklären, was genau in dieser Situation passiert war.

Bis heute weiß ich es nicht. Ich kann mich einfach nicht mehr daran erinnern, wieso ich diese Selfies mit Polizisten gemacht habe. Und erst recht nicht, wieso ich die Bilder an alle meine Kontakte verschickte – sogar in die WhatsApp-Gruppe mit allen Arbeitskollegen!"

Laurens, 24, Consultant

Laurens

Laurens (Bild: Annika Eliane Krause)

"Ich lernte vor drei Jahren an Weiberfastnacht eine Frau kennen, die wirklich nett war. Wir verstanden uns super, es kam sogar zum Kuss. Doch irgendwann verloren wir uns im Getümmel.

Nach einem halben Jahr traf ich sie – zufällig! – auf einer Party wieder. Dieses Mal waren wir natürlich nicht verkleidet, weshalb ich sie nicht gleich erkannte. Doch weil ich sie wieder toll fand, sprach ich sie ein zweites Mal an und stellte mich vor.

Sie hingegen wusste sofort, wer ich bin. Sie lachte mich aus und gab mir eine Backpfeife, wohl verärgert, dass ich keine Ahnung mehr hatte, dass wir uns schon mal sehr nahe gekommen waren. Das war der größte Korb meines Lebens."

Alina, 28, Julia, 36, Irina, 29, Sängerinnen der Kölschen Karnevalsband "La Mäng"

Alina, Julia, Irina

Alina, Julia, Irina (Bild: Annika Eliane Krause)

Alina: "Wir lieben den Karneval und unsere Auftritte bei Sitzungen. Allerdings hatten wir letztes Jahr ein Erlebnis, das eher unangenehm war."

Julia: "Auf dem Weg zu einem Auftritt schneite es sehr stark und wir mussten durch die halbe Eifel in ein kleines Kaff fahren. Unser Fahrer sah fast nichts mehr und uns dreien wurde übel, weil die Straße so kurvig war. Letztendlich kamen wir knapp vor unserem Auftritt an und mussten sofort auf die Bühne.

Es war eine Herrensitzung und die betrunkenen Männer waren anscheinend der Meinung, dass wir nicht genug Haut zeigen. Das haben sie uns gezeigt, indem sie uns mit Kronkorken beworfen haben. Wir hatten nach diesem Nachmittag genug – sammelten die Kronkorken einfach auf und warfen zurück, immer auf die Männer!"

Felix, 29, Biologie-Student

Felix

Felix (Bild: Annika Eliane Krause)

"Weiberfastnacht dieses Jahr lief etwas unglücklich. Ich war mit Freunden in einer Kneipe, als draußen plötzlich eine Schlägerei losging, in der mein Cousin und mein Bruder eingebunden waren.

Die Polizei ging sofort dazwischen. Ich wollte meinem Cousin eigentlich nur seine Jacke nach draußen bringen, doch die Polizei hielt mich zurück und nahm mich auch einfach mal mit zur Wache. Ich saß acht Stunden lang mit 20 Männern in einer 30-Quadratmeter-Zelle fest, während alle anderen feierten. Mein Tag war hin."


Art

Typ bastelt sich in berühmte Albumcover und es ist großartig

12.02.2018, 14:18 · Aktualisiert: 12.02.2018, 17:22

Auch wenn immer mehr Menschen Musik über Streaming-Dienste wie Spotify hören, das Albumcover bleibt das Schaufenster einer Band: Wie sie sich dort im Quadrat präsentiert, soll davon zeugen, wie sich die Band selbst sieht, welchen Style sie hat. U2 wäre gerne geerdet, The Weeknd gibt sich grüblerisch, Adele einsam sinnierend. 

Aber natürlich erzählt so ein Bildausschnitt immer nur die halbe Wahrheit. Sagt zumindest der Fotograf Igor Lipchanskiy.