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Studie Jugendsexualität 2015: Das Kondom sitzt!

12.11.2015, 22:37 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:22

Wie jung haben wir Sex? Wer verhütet beim ersten Mal?

5750 junge Menschen haben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aus ihrem Sexleben erzählt. Die Studie "Jugendsexualität 2015" soll zwar erst im kommenden Jahr veröffentlicht werden. Erste Zahlen präsentierte Behördenchefin Heidrun Thaiss aber schon jetzt.

Die wichtigsten Ergebnisse

Bis 2005 hat sich der erste Sex immer weiter nach vorne verschoben, jetzt ist der Trend gestoppt oder sogar rückläufig. Die Forscher vermuten einen Wertewandel: Mit 17 hat demnach mehr als die Hälfte der Jugendlichen Sex, mit 14 fast niemand. Ein weiteres Ergebnis: Mädchen sind etwas früher aktiv als Jungen.

Warum Herkunft abgefragt wurde


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Deutschstämmige Jugendliche in fast allen Altersgruppen haben früher Sex als Befragte mit ausländischen Wurzeln. Um mehr darüber herauszufinden, haben die Autoren der Studie seit 2005 auch gezielt Menschen mit Migrationshintergrund befragt.

Für konkrete Länder müssen die Ergebnisse natürlich nichts bedeuten. Es ist beispielsweise möglich, dass Menschen aus einem bestimmten Land früher Sex haben, obwohl im Durchschnitt die Befragten mit Migrationshintergrund später Sex haben.

Wichtigster Trend 2015

Ein klarer Trend ergibt sich in Sachen Verhütung: Kondome sind in. Im Jahr 1980 kümmerten sich noch 29 Prozent der Jungen und 20 Prozent der Mädchen nicht um Verhütung. Heute sind es nur noch acht Prozent der Mädchen und sechs Prozent der Jungen. Mittel der Wahl ist am häufigsten das Kondom. 73 Prozent gaben an, sie hätten es genutzt. Danach folgt mit einigem Abstand die Pille.

Romantisch: Die meisten, bei denen nicht mehr lief als Küssen, gaben an, einfach noch nicht den oder die Richtige gefunden zu haben.


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Wer genau befragt wurde

Seit 1980 werden für die Studie regelmäßig Jugendliche ab 14 Jahren befragt, nun erstmals auch Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren. Bundesweit wurden 5750 Interviews geführt:

  • 3500 Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren sowie deren Eltern,
  • 2250 junge Erwachsene zwischen 18 und 25 Jahren

1750 der Befragten hatten einen Migrationshintergrund – entweder besitzen sie selbst nicht die deutsche Staatsangehörigkeit, oder dies traf bei ihrer Geburt auf ein Elternteil zu.