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Das dritte Geschlecht wird kommen! Was das für Intersexuelle bedeutet

08.11.2017, 11:37 · Aktualisiert: 08.11.2017, 13:08

Das Bundesverfassungsgericht fordert ein neues Gesetz.

Bisher werden Deutsche nach der Geburt entweder als "weiblich" oder "männlich" definiert – oder als gar nichts. Für Intersexuelle, die kein klar definiertes Geschlecht haben, gibt es keinen eigenen Begriff. Das könnte sich nun nach einem grundlegenden Urteil des Bundesverfassungsgerichts ändern.

1.

Was ist passiert?

Das Verfassungsgericht ist das höchste Gericht in Deutschland – und wacht über das Grundgesetz. In einem Urteil hat es am Mittwoch die Einführung des dritten Geschlechts für den Eintrag im Geburtenregister gefordert. (Süddeutsche Zeitung)

Das bedeutet: Intersexuelle, die weder männlich noch weiblich sind, sollen künftig die Chance haben, ihre geschlechtliche Identität mit einem eigenen Begriff eintragen zu lassen – statt wie bisher eine Lücke im Papier zu haben.

2.

Wie begründen die Verfassungsrichter ihr Urteil?

Es geht vor allem um das Persönlichkeitsrecht. Die geschlechtlichen Identitäten derjenigen, die sich weder als Frau noch als Mann wahrnehmen, seien nicht geschützt. Vielmehr handele es sich sogar um eine Diskriminierung.

Es gibt zwar die Möglichkeit, kein Geschlecht eintragen zu lassen. Doch die Richter sagen: "Auch durch die Wahl der gesetzlichen Variante 'fehlende Angabe' würde nicht abgebildet, dass die beschwerdeführende Person sich als geschlechtslos begreift, und nach eigenem Empfinden ein Geschlecht jenseits von männlich oder weiblich hat." (Das Urteil)

Der Personenstand ist keine Marginalie, sondern ist nach dem Gesetz die 'Stellung einer Person innerhalb der Rechtsordnung'.
3.

Was genau ist das dritte Geschlecht?

Unsere Geschlechtschromosomen legen fest, ob wir als Frau oder Mann geboren werden. Die Chromosomen können aber genetisch verändert sein – dann lässt sich das Geschlecht nicht eindeutig bestimmen. Solche Menschen sind weder Frau noch Mann, sondern tragen ein drittes Geschlecht, und werden intersexuell genannt.

Auch Menschen mit hormonellen Entwicklungsstörungen können intersexuell sein. In Deutschland wird die Häufigkeit von Intersexualität laut dem Bundestag auf etwa 0,1 bis 0,2 Prozent der Bevölkerung geschätzt.

4.

Wie geht es jetzt weiter?

Das Urteil ist für die Bundesregierung bindend. Bis Ende 2018 muss sie nun ein neues Gesetz schaffen, dass das dritte Geschlecht im Geburtenregister aufnimmt.

Welcher Begriff dafür gewählt wird, ist noch unklar. Begriffe wie "inter", "divers" oder auch "positiv" kommen in Frage.

5.

Was war der Anlass für das Urteil?

Hintergrund ist der Fall einer Person, die beim Standesamt ihr Geschlecht im Geburtseintrag in "inter/divers" ändern lassen wollte. Das zuständige Amt lehnte das aber ab – mit dem Hinweis darauf, dass es neben "weiblich" oder "männlich" nur noch die Möglichkeit gebe, das Geschlecht gar nicht einzutragen.

Daraufhin stellte die Person auch beim Amtsgericht einen Berichtigungsantrag, der wurde ebenfalls zurückgewiesen. Letzte Möglichkeit: eine Verfassungsbeschwerde, die jetzt endlich zum Erfolg führte.


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"Dirty Diaries" für Deutschland!

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