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Shitstorm gegen H&M: Sind wir zu dick, oder ist das zu klein?

17.06.2016, 17:08 · Aktualisiert: 20.06.2016, 15:09

Mehr als 83.000 Likes und 10.000 Shares hat die britische Studentin Ruth Clemens für ihren Post an die Facebook-Pinnwand des Modehauses H&M erhalten. Eigentlich wollte sie sich nur schnell eine Jeans kaufen – für 10 Pfund, ein wahres Schnäppchen.

In der Umkleide merkte sie jedoch schnell, dass aus dem Einkauf nichts wird. Denn obwohl die Hose als Größe 16 (in Deutschland eine 44) angegeben war, passte die schlanke und 1,80m große Frau nicht mal ansatzweise in sie rein. Dabei trägt sie normalerweise sogar Größe 42.

Wütend über diese unrealistischen Kleidergrößen veröffentlichte sie einen Post auf der Facebook-Seite von H&M, der auf extreme Resonanz im Netz stieß.

Dear H&M, I was browsing your sale items in your Leeds store and spotted this pair of kick flare jeans. They were only...

Posted by Ruth Clemens on Monday, June 13, 2016


"Es ist euch sicherlich klar, dass Größe 44 die größte Größe in eurem Sortiment ist", spricht sie die schwedische Modekette an. Und: "Ich bin nicht übergewichtig (und das sollte auch egal sein) und 1,80 Meter groß mit einem ansonsten recht durchschnittlichen Körper. Es ist so schon schwer genug für mich, Kleidung in meiner Größe zu finden, weil ich so groß bin, aber warum macht ihr eure Jeans so unrealistisch klein?"

Bin ich zu fett für eure Alltagskleidung? Sollte ich einfach akzeptieren, dass im normalen Handel verfügbare, günstige und modische Kleidung nicht für Menschen wie mich gemacht wird?"
Ruth Clemens

Neben der Jeans spricht sie auch das auf dem Bild zusehende Top an: "Vielleicht erkennt ihr auch das Top, das ich trage – es ist eins von euch und hat die Größe M. Denkt da mal drüber nach."

Viele Kunden stimmen ihr zu

Screenshots der H&M Facebook Pinnwand

Screenshots der H&M Facebook Pinnwand

Egal ob Männer oder Frauen, viele Kunden sind enttäuscht von H&Ms Größen-Politik. Die Kleidergrößen seien unrealistisch, meist zwei bis drei Größen kleiner als bei der Konkurrenz. Die Größe XL sei meist nicht einmal verfügbar. Die Kunden sind deprimiert, wollen nicht mehr bei dem Kleiderriesen einkaufen. Auch Eltern von Teenagern melden sich zu Wort. Durch die unrealistischen Zahlen würde ihren Kindern bereits in jungen Jahren vermittelt, sie seien zu dick für Durchschnittskleidung.

Das Social Media Team entschuldigt sich und verweist auf den Kundenservice per Mail. Dabei bleiben sie ganz klassisch in ihrem PR-Sprech:

"Hi Ruth, vielen Dank für dein Feedback. Es tut uns Leid, von deiner schlechten Erfahrung in unserem Geschäft zu hören. Wir wollen all unseren Kunden eine angenehme Zeit beim Einkaufen bieten und sie mit einem gesunden Selbstbewusstsein nach Hause schicken."

Das hat wohl leider nicht geklappt.

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