Fühlen

Deine Eltern behandeln dich wie ein Kind? Voll gut!

21.08.2017, 10:44 · Aktualisiert: 25.09.2017, 11:31

Du bist Anfang, Mitte, Ende zwanzig oder sogar Anfang dreißig, und: deine Eltern behandeln dich immer noch, als seist du nie recht erwachsen geworden. Sie geben dir Ratschläge, die du nicht brauchst. Sie bezweifeln deine Fähigkeit, dich ausreichend selbst zu ernähren, dich richtig zu kleiden, auch nur die kleinsten Entscheidungen für dein Leben zu treffen.

Du willst immerzu rufen: „Mama! Wenn mir kalt wäre, würde ich mir was anziehen!“ „Ich bin nicht ‚abgemagert‘, ich achte auf meine Linie!“ „Ich kann schon auf mich selber aufpassen!“ Aber es bringt ja nichts, deine Eltern lernen nicht daraus. Es macht dich wahnsinnig! Natürlich tut es das!

Aber warum eigentlich?

Wahrscheinlich hat das in deiner Jugend angefangen. Damals wolltest du nichts mehr, als dass deine Eltern dich wie einen Erwachsenen behandelten. Du musstest dich freikämpfen, deinen eigenen Weg finden, selbstständig werden. Auf materieller Ebene würde das eh noch viel zu lange dauern, bis du dir eine Wohnung mit Waschmaschine und ausreichender Küche leisten konntest, bis du nicht mehr auf heimlich zugesteckte Fünfziger angewiesen warst. 

Umso mehr musstest du auf deine eigentliche Unabhängigkeit bestehen. Nein, du brauchtest keine Hilfe bei der Wohnungssuche. Nein, du konntest deine Bewerbungen selber schreiben und kamst ohne die geschäftlichen Kontakte deiner Eltern aus. Und nein: In Sachen Beziehungen brauchtest du ganz sicher keine Tipps von ausgerechnet (!!!) deinen Eltern, die doch auch gar keine Ahnung hatten, wie solche Dinge heutzutage ablaufen. 

Und jetzt raus aus meinem Zimmer!

(Bild: Giphy)

Du hast so lange für deinen Status als gleichberechtigter Erwachsener gekämpft, dass der Kampf dir in Fleisch und Blut übergegangen ist. So sehr, dass du gar nicht mehr damit aufhören kannst, obwohl es irgendwann einfach keinen Sinn mehr macht.

Denn für deine Eltern wirst du – da kannst du schreien, so viel du willst – immer ein bisschen ein Kind bleiben.

Das ist auch klar: Deine Eltern kennen dich immerhin viel länger, als du dich selbst kennst. Während du an deine ersten fünf, sechs Jahre auf dieser Welt bestenfalls schummrige Erinnerung hast, gab es für deine Eltern wahrscheinlich kaum eine intensivere, erinnerungswürdigere Zeit als eben diese ersten Jahre ihres Kindes. 

Du hast dich nie erlebt, als du noch zu nichts weiter in der Lage warst, als zu essen, zu schreien, in die Windeln zu machen und zu sabbern, als gäbe es kein Morgen. Als du noch nicht mal selbstständig sitzen konntest!

(Bild: Giphy)

Deine Eltern schon. Und auch bei ihnen ist das in Fleisch und Blut übergegangen. Der Drang, sich um dich kümmern zu wollen, lässt sich genauso wenig abschalten, wie dein Drang, dem zu entgehen. 

Das Schöne daran, wirklich Erwachsen zu sein, ist aber, dass du nicht mehr ständig darum kämpfen musst, auch so wahrgenommen zu werden. 

Du stehst jetzt ja wirklich und unbestreitbar auf eigenen Beinen, verdienst dein eigenes Geld, kannst deine eigene Steuererklärung machen, selber für dich kochen und waschen. 

Wenn du zu Besuch kommst, bringst du deine Freundin oder deinen Mann mit, vielleicht sogar deine Kinder. Du hast keinen Wäschesack auf dem Rücken, dafür lebensrettendes Computer-Wissen im Kopf. Du erzählst von deinem Job, deinem Leben, das deinen Eltern zu einem gewissen Grad fremd ist, wie sie auch zugeben. 

Und wenn dein Vater dir dann einen gut gemeinten Ratschlag gibt, dann musst du dich davon nicht mehr gekränkt fühlen, sondern kannst sagen: „Danke, Papa, da denk ich dran.“ Und selbst, wenn ihr eh beide wisst, dass du den Rat eigentlich nicht brauchst, seid ihr euch dadurch für einen Moment so nahe, wie vielleicht seit vielen Jahren nicht mehr – seit Beginn des Unabhängigkeitskriegs, irgendwann, als du um die zwölf warst. 

(Bild: Giphy)

Jetzt nimmst du die Tupperware mit den vorgekochten Mahlzeiten entgegen, lehnst freundlich die Jacke ab, die deine Mutter dir wegen der abendlichen Kühle mitgeben möchte, trittst aus der Tür des Hauses, in dem du groß geworden bist, steigst – „Fahr vorsichtig!“ ruft es hinter dir – in dein Auto. Ach ja, und:

(Bild: Giphy)

Und dann fährst du zurück in dein eigenes, erwachsenes Leben mit all der Verantwortung und all den Herausforderungen, die so viel leichter zu ertragen sind, weil du ja weißt: 

Wenn dir alles zu viel wird, kannst du immer mal für ein paar Stunden wieder Kind sein. Hier, bei deinen unverbesserlichen, großartigen Eltern.

Kundeninformation

Erwachsenwerden heißt nicht, dass man nicht manchmal noch Kind sein darf. Das weiß auch Mercedes-Benz.


Die Kampagne "Grow up" erzählt die Geschichten einer neuen Generation. Im Mittelpunkt stehen Menschen, die im Spannungsfeld zwischen coolem Erwachsenwerden und Spießertum das Lebensgefühl der neuen Kompaktwagen verkörpern. Einer der Protagonisten ist der US-Rapper A$AP Rocky.

www.mercedes-benz.com/growup


Grün

Trump hat ein Verbot von Plastikflaschen gekippt, Lobbyisten zuliebe

21.08.2017, 08:03

2011 wurde unter Ex-Präsident Barack Obama ein Verbot von Plastikflaschen in US-Nationalparks eingeführt. Die Initiative sollte dabei helfen, weniger Plastikmüll zu verursachen, die Umwelt besser zu schützen. (Washington Post)

Jetzt ist das Verbot zurückgenommen: 

US-Präsident Donald Trump hat den Plastikbann nach sechs Jahren wieder eingestampft, Lobbyisten zuliebe.