Fühlen

Was ist eine "erwachsene Beziehung"?

28.08.2017, 11:52 · Aktualisiert: 25.09.2017, 11:31

Hast du deine Freunde auch schon von "erwachsenen Beziehungen" reden hören? Oder hast du den Begriff sogar schon selbst verwendet? Und wenn ja: Was genau hast du damit gemeint? 

Was soll eine "erwachsene Beziehung" überhaupt sein?

Fest steht auf jeden Fall, dass dieser Begriff nie wertfrei verwendet wird. Die erwachsene Beziehung als eine Art Beziehung neben anderen, gleichwertigen Arten von Beziehung, unter denen man sich eine aussuchen kann – das gibt es nicht.

Entweder die Leute finden sich auf einmal gegen ihren Willen in einer erwachsenen Beziehung, von der sie sich dann eingeengt fühlen. Weil sie noch nicht bereit sind für eine erwachsene Beziehung. 

(Bild: Giphy)

Oder sie sehnen sich danach, endlich mal eine erwachsene Beziehung führen zu dürfen, beziehungsweise endlich jemanden zu finden, mit dem das möglich ist. 

(Bild: Giphy)

Was genau eine erwachsene Beziehung aber sein soll, das kann dir keiner so recht sagen. 

Nur wie das aussieht, das weiß jeder!

Paare in solchen Beziehungen wohnen gemeinsam im Reihenhaus, planen oder haben bereits Kinder und wenn sie überhaupt mal Partys geben, dann solche, bei denen es nicht nur eine reich bestückte Käseplatte gibt, sondern die einzelnen Käsesorten auch noch handschriftlich beschildert sind (damit auch ja keiner den Rochebaron mit dem Brie de Meaux verwechselt). 

Solche Beziehungen haben alle Leidenschaft verloren, sind bestenfalls pragmatisch, schlimmstenfalls irgendwie lieblos. 

(Bild: Giphy)

Ist eine erwachsene Beziehung also grundsätzlich langweilig? 

Darf man da nicht mehr kindisch verliebt sein? Darf man nicht mehr wild tanzen und feiern, sich ausprobieren, die Nächte zum Tag machen und abends in einer unfassbar unaufgeräumten Wohnung aufwachen? Muss man seine Band-Shirts gegen Pullunder tauschen? 

Muss man das Gleitgel rauswerfen und viktorianische Schlafgewänder ordern? Samstags früh aufstehen, um die ersten auf dem Antik-Flohmarkt zu sein? "Hans-Christopher, könntest du mir mal eben das Salz reichen"?

(Bild: Giphy)

Und im Gegenzug: Hat man in einer nicht-erwachsenen, einer "jugendlichen" Beziehung sozusagen, keinerlei Verantwortung für den anderen? Darf man nie zuhause bleiben und Serien schauen? Keine Pärchenabende, kein langfristiges Planen, kein gemeinsamer Italienurlaub? 

Das wäre ja schrecklich!

Zum Glück stimmt das aber auch alles nicht. In Wirklichkeit gibt es nur eine Sache, die eine erwachsene von einer weniger erwachsenen Beziehung unterscheidet: Und zwar, wie viel Arbeit du in sie hineinzustecken bereit bist, bevor du Schluss machst und dein Glück mit jemand Neuem versuchst. 

Wenn du jung bist, braucht es nicht viel, bis du Schluss machst. Reicht völlig, wenn dein Partner schlechte Musik hört, wegen Gluten rumnervt oder andauernd "einzigste" sagt. Grundsätzlich findest du vielleicht eh:

(Bild: Giphy)

Irgendwann stellst du dann fest, dass absolut jede Beziehung Kompromisse von dir erfordert, egal wie sorgsam du dein Gegenüber auch ausgesucht haben magst. Und du verstehst, dass du für jedes kleine Opfer, das du bringst, ein Mehr an Nähe, Vertrautheit und Geborgenheit zurückbekommst, das aus den kurzlebigen Affären deiner Jugend einfach nicht rauszuholen ist. 

Du merkst: Arbeit lohnt sich auch in der Liebe.

Sie ist sogar zwingend notwendig. Vor allem, wenn du mal Kinder haben und eine Familie gründen willst. Die solltest du schließlich nicht beim ersten Streit in den Wind schießen, um mit der Barfrau oder dem Türsteher deines Lieblingsclubs durchzubrennen.

Der Beziehungs-Einsatz ist höher und darum setzt du dich auch mehr für die Beziehung ein. Das Spiel bleibt aber dasselbe, die Regeln ändern sich nicht. Ob du mit deiner Affäre diskutierst, was sie im Bett mag, oder mit deinem Verlobten übers Kinderkriegen redest: Immer ist wichtig, dass ihr offen und ehrlich sagt, was ihr denkt und fühlt und wollt, einander aufmerksam zuhört und die Wünsche des Anderen respektiert, ohne euch selbst dabei zu verlieren.

Und ob dein Partner für ein Semester ins Ausland will oder für eine Führungsposition in eine andere Stadt ziehen, spielt ebenfalls keine echte Rolle: Beide Male gilt es für dich, einen Kompromiss zu suchen, mit dem ihr beide leben könnt, oder – das soll es ja auch in erwachsenen Beziehungen geben – die Sache zu beenden, wenn ein Kompromiss für dich zu teuer wird. Alles, was sich mit der Zeit ändert – der einzige Unterschied zwischen einer erwachsenen und einer nicht-erwachsenen Beziehung – ist deine Definition von "zu teuer".

Okay. Und was lernen wir jetzt daraus?

1

Du kannst eine erwachsene Beziehung nicht einfach beschließen oder sogar erzwingen, so: "Ab jetzt ist unsere Affäre volljährig." Sie entsteht ganz automatisch, wenn du und dein(e) Partner eure Beziehung so wichtig finden, dass ihr dafür andere Dinge hinten anstellt. Sie kommt, wenn eure Liebe groß genug, eure gemeinsame Zukunft verführerisch genug, die Alternativen egal genug werden. 

2

Für eine erwachsene Beziehung musst du nicht "erwachsen" sein. Wenn du richtig, richtig liebst, reicht das völlig.

3

Erwachsene Beziehungen sind nicht langweiliger, sondern aufregender – genauso wie ein Poker-Game aufregender wird, wenn die Einsätze steigen. 

Wenn du trotzdem keine Lust auf eine erwachsene Beziehung hast, ist das natürlich auch in Ordnung. Nur solltest du das deinem Partner dann auch offen mitteilen. Nicht, dass er es erst erfährt, wenn es schon irgendwie zu spät ist...

(Bild: Giphy)

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