Fühlen

Du warst mein bester Freund – dann hast du ein Kind bekommen

25.09.2017, 10:44 · Aktualisiert: 09.10.2017, 10:59

Ein anonymer Brief von einem besten Freund an den anderen.

Bevor ich irgendwas anderes sage: Ich freue mich riesig für dich! Ich bin froh, dass du glücklich bist, und ich wünsche dir und deiner Familie nur das Beste der Welt.

(Bild: Giphy)

Aber.

Aber ich mache mir echt Sorgen um unsere Freundschaft. Ich weiß nicht, ob du mitbekommst, wie sehr sich unsere Beziehung verändert hat, weil du mit deinem Kopf natürlich ganz woanders bist, aber… naja, da fängt das Problem ja schon an.

Denn erstens sehen wir uns kaum noch. Früher sind wir jeden zweiten Tag miteinander rumgehangen. Dann war auf einmal das Baby da, so...

(Bild: Giphy)

... und kaum war es da, warst du weg.

Das ist nicht mal ein Vorwurf. Ich weiß, so ein Baby ist das Zeitaufwendigste, was es überhaupt gibt. Aber dass du so beschäftigt sein wirst, hätte ich auch wieder nicht gedacht. Und wenn du mal ausnahmsweise Zeit hast, dann willst du die mit deiner Frau verbringen. Verstehe ich ja auch.

Nur: Menschen, die auf Bohrinseln arbeiten, sind leichter zu erreichen als du. Und eine echte Freundschaft muss halt auch gepflegt werden. Die geht kaputt, wenn man sich nicht kümmert. Oder was heißt "kümmert" – zwischendurch mal auf ein Bier treffen reicht ja fast schon.

Aber wenn wir das mal schaffen, hast du meistens dein Kind dabei, und… Naja, in "Hangover" ist das vielleicht lustig, dass der eine immer das Baby umgeschnallt hat...

(Bild: Giphy)

Aber in Wirklichkeit stört das schon ein bisschen. Du kriegst kaum einen Satz zu Ende und bist abgelenkt und ich finde es mindestens seltsam, dir von meiner Affäre zu erzählen, wenn das Baby die ganze Zeit mithört – auch wenn es nichts versteht.

Andererseits ist das Kind natürlich auch dann da, wenn es nicht da ist. In deinem Kopf halt. Manchmal kommt es mir so vor, als gäbe es für dich überhaupt kein anderes Thema mehr. Es mag ja sein, dass dir Musik, Fußball und all diese Dinge im Moment lächerlich nebensächlich erscheinen. Trotzdem will ich mir nicht blöd vorkommen müssen, wenn ich dir von meinem Leben erzähle, das halt zum großen Teil aus diesen "unwichtigen" Dingen besteht. Das tu ich aber.

Am Ende reden wir dann immer über die gute alte Zeit, als wir noch andauernd zusammen abgehangen sind. Und so wird es nicht mehr lange dauern, bis wir uns beide denken...

(Bild: Giphy)

Also was jetzt?

Manchmal glaube ich: Wenn wir jemals wieder close sein wollen, dann gibt es nur einen Weg – ich müsste selber Vater werden. Dann sitzen wir da, beide mit unseren Kindern auf dem Knie, hängen jeden Tag zusammen auf dem Spielplatz ab und haben endlich wieder gemeinsame Themen.

Die Sache ist nur: Im Moment bin ich ziemlich glücklich damit, kein Vater zu sein. Wie glücklich, fragst du? So glücklich:

(Bild: Giphy)

Und das wird sich fürs Erste nicht ändern. Darum mache ich mir ernsthaft Sorgen, dass es das jetzt eben war mit unserer besten Freundschaft.

Aber das will ich nicht.

Unsere Freundschaft hat so viel überstanden, hat nie gewackelt in all den Jahren – egal, was passiert ist, egal, wie wir uns verändert haben. Ich sehe nicht ein, warum sich das ändern sollte, nur weil du jetzt eine Familie hast.

Darum wollte ich einfach, dass du das weißt:

Ich werde auch weiter dein bester Freund sein. Ich werde anrufen, wenn du es wieder vergisst. Ich werde dich zu jeder Party einladen, selbst wenn ich weiß, dass du nur einmal im Jahr auch tatsächlich auftauchst. Ich werde mir auch die 10.000ste Story über dein Kind anhören, auch zum 10.000sten Mal.

Weil es das ist, was Freunde machen: Da sein, auch wenn es mal schwer ist. Und weil ich weiß, dass du das für mich machen würdest. Und wirst. Falls und wenn ich mal Papa werde. In ferner, ferner Zukunft.

(Bild: Giphy)

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