Bild: dpa / Uwe Zucchi

15.05.2018, 10:29 · Aktualisiert: 15.05.2018, 14:20

Auch nicht auf den letzten Drücker!

Ich gehöre zu den Menschen, die von Herzen gerne schenken. Das freudige Lächeln, wenn einer meiner Liebsten ein Präsent von mir auspackt – unbezahlbar.

Leider ist mein Timing bei der Geschenke-Organisation mehr als mies.

Dabei finden Weihnachten, der Geburtstag der Eltern oder der besten Freundin nicht gerade überraschend statt. Im Gegenteil. Trotzdem schaffe ich es nicht, rechtzeitig mein Päckchen loszuschicken. Meist besorge ich vorher sogar eine Karte, manchmal ein Geschenk.

Und dann passiert es: Ich habe keinen Karton zum Verschicken, mein Klebeband ist leer oder die Post macht vor meiner Nase zu. Story of my life.

Meine Notlösung: Amazon Prime.

Die schnelle Lieferung via Amazon inklusive "Als Geschenk verpackt"-Funktion rettete mir schon mehrfach in dieser Situation den Hintern. Es ist so praktisch: Geschenk aus einer riesigen Auswahl aussuchen, Adresse des Beschenkten eingeben, losschicken, fertig.

Ich bin nicht die Einzige, die Geschenke auf diese Weise verschickt: Fotograf Paul Ripke erzählte Joko Winterscheidt im Podcast "Alle Wege führen nach Ruhm", dass er ein Fan davon sei, Freunden Bücher via Amazon zu schenken.

Ich ahnte aber bereits, dass diese Art des Schenkens nicht alle so gut finden wie Paul Ripke und ich.

Meine Oma beispielsweise. Die Arme bestellt nie bei Amazon und konnte mit dem von mir bestellten braunen Umschlag nichts anfangen. Also drückte sie mein Präsent aus der Ferne wieder dem Postmann in die Hand.

(Bild: dpa / Bodo Marks)

Mir erging es letztens ähnlich.

In meinem Briefkasten steckte ein braunes, schmales Päckchen. Ich musterte den Umschlag: kein Absender, kein Hinweis auf irgendetwas. Ich öffnete den dünnen Karton – und fand ein Buch von Oprah Winfrey. Mit Goldrand, in der englischen Originalfassung. Ich freute mich sehr, konnte aber keinen Absender ausfindig machen. Keine Rechnung dabei, kein Zettel, nichts.

Wer zur Hölle hatte mir dieses Schmuckstück beschert?

Ich postete das Cover in meiner Instagram Story: Vielleicht war es ja ein geheimer Verehrer? Ich grübelte und zweifelte schon an meinem Verstand, weil ich das Büchlein eigentlich selbst bestellen wollte. Dann erlöste mich meine Schwester – ich hatte ihr erzählt, dass ich gerade alles von Oprah verschlang und sie wollte mir eine Freude machen. Das gelang ihr, aber die Verwirrung übertünchte kurz den freudigen Geschenkmoment.

Das war nett von meiner Schwester. Hätte sie mir das Buch allerdings auf diese Weise zum Geburtstag geschickt, wäre ich wirklich enttäuscht gewesen.

Die "Als Geschenk verpacken"-Option macht es auch nicht besser.

Na schön, ließe sich noch argumentieren, das unpersönliche Präsent wird von Amazon wenigstens nett eingepackt. 2,99 Euro kostet der Spaß, und ich habe drei Stunden Lebenszeit gespart. Den Text auf dem praktischen Kärtchen formuliere ich immerhin selbst – das kann ich!

Dann habe ich aber selbst so ein Geschenk bekommen.

Meine Verwandtschaft schickte mir via Amazon einen faltbaren Wäschesack. Verpackt war er in einem Jutesack in Naturbeige. Die Karte war damals ein Stück weißer Bastelkarton mit aufgedrucktem Text. Es war so persönlich wie ein H&M-Gutschein.

So ungefähr sah das Geschenk aus:

Wenn wir mal ehrlich sind: Amazon-Geschenke sind ein Symbol des zwischenmenschlichen Versagens.

So ein Päckchen schreit förmlich: Sorry, ich habe mein Leben nicht im Griff, und deinen Geburtstag habe ich eigentlich vergessen. Wenn meine Mutter ein Amazon-Päckchen mit einem "Same Day Delivery"-Sticker an ihrem Geburtstag vom Postboten in die Hand gedrückt bekommt, ist ihr auch klar, dass es sich um eine unpersönliche Notlösung handelt.

Die aufrichtige Variante wäre, zu sagen: Entschuldigung.

Ich habe es nicht geschafft, etwas für dich zu besorgen oder loszuschicken. Mein Kopf war voller Gedanken, ich habe mir nicht die Zeit genommen, alles andere beiseite zu schaffen und für dich ein paar Hirnströme frei zu machen. Ich bessere mich. Und stehe beim nächsten Geburtstag lieber drei Tage zu spät aber persönlich vor deiner Tür. Mit dem neuen Roman deines Lieblingsautors.

Von mir selbst eingepackt, in dreistündiger Arbeit.


Tech

Retro-Gamer aufgepasst: Nintendo Classic Mini kommt im Juni zurück

15.05.2018, 10:01 · Aktualisiert: 15.05.2018, 14:19

Nintendo bringt seine alte Konsole NES Classic Mini zurück auf den Markt – und das schon am 29. Juni. Nintendo Classic Mini ist eine Neuauflage des Nintendo Entertainment System (NES) von 1985 und war bereits 2016 in die Läden gekommen. Nach kurzer Zeit aber hatte aber Nintendo die Produktion gestoppt – und die kleine Konsole war schnell ausverkauft. (heise online)