Fühlen

Nun sag, wie hast du's mit der Religion: Was macht Glaube mit der Freundschaft?

17.11.2015, 10:49 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:20

Muslima, Christ, Hindu: Hier erzählen acht junge Menschen, welche Rolle die unterschiedliche Religion bei ihnen spielt.

Fast jeder zweite junge Erwachsene in Deutschland hat mindestens einen muslimischen Freund. Das ergab unsere Umfrage, die wir bei EARSandEYES in Auftrag gegeben haben, 1000 Frauen und Männer zwischen 18 und 30 Jahren nahmen daran teil.

Wir haben mit vier besten Freunden darüber gesprochen, was ihre Freundschaften ausmacht.

Reyhan und Nike

Die beiden 19 Jahre alten Studentinnen Reyhan und Nike sind eigentlich gar nicht so unterschiedlich, außer dass Reyhan türkischstämmig und gläubige Muslima ist. Nike hat ihre Kindheit in einem Dortmunder Stadtteil verbracht hat, wo es keine Frauen mit Kopftuch gibt. Für ihre Freundschaft ist das aber kein Hindernis - auch wenn Reyhans Religion ihr nicht alles gestattet.

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Berna und Shobiga

Ihre Religionen könnten kaum unterschiedlicher sein: Die 23-jährige Berna ist Muslima, ihre beste Freundin Shobiga Hindu. Bernas Eltern stammen aus der Türkei, Shobigas Familie sind Tamilen aus dem Norden Sri Lankas. Über Religion dürfe man reden, aber sich niemals einmischen, sagen beide.

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Tuba und Heike

"Ich liebe das african girl in ihr", sagt Tuba über ihre beste Freundin Heike. Tuba ist praktizierende Muslimin, Heike hingegen ist zwar christlich getauft, aber nicht besonders religiös. Gebets- und Fastenzeiten bestimmen nicht nur Tubas Alltag, sondern auch ihre Freundschaft zu Heike.

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Johann und Abdullah

Johann wurde in der Schule wegen seiner Hautfarbe diskriminiert, aber Abdullah stand immer zu ihm. Beide sagen, sie würden von der Religion des anderen lernen: Der 18 Jahre alte Abdullah ist Muslim, sein Vater kam aus dem Libanon nach Deutschland, seine Mutter ist Marokkanerin. Johanns Familie stammt aus Sri Lanka, er wurde im christlichen Glauben erzogen.

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Mehr Ergebnisse aus unserer Studie

In Deutschland leben zwischen 3,8 und 4,3 Millionen Muslime mit ausländischen Wurzeln, das ergab die Studie "Muslimisches Leben in Deutschland" (Studie als PDF). In unserer Umfrage wollten wir wissen: "Wie viele Muslime gibt es in Ihrem engeren Freundeskreis?"

Die Antworten im Detail:

In der Studie haben wir auch abgefragt, ob es häufiger Situationen gibt, in denen sich die Teilnehmer diskriminiert fühlen. 22 Prozent der befragten Männer und 31 Prozent der befragten Frauen bejahten die Frage.

Die Gründe im Einzelnen:

  • meines Körpergewichts (5 Prozent der Männer, 15 Prozent der Frauen)
  • meines Geschlechts (3 Prozent der Männer, 15 Prozent der Frauen)
  • meines Aussehens (5 Prozent der Männer, 9 Prozent der Frauen)
  • meiner Herkunft (5 Prozent der Männer, 3 Prozent der Frauen)
  • meiner sexuellen Orientierung (4 Prozent der Männer, 2 Prozent der Frauen)
  • meiner Hautfarbe (1 Prozent der Männer und Frauen)

    Die bento-Umfrage

    An unserer Studie haben 1000 in Deutschland lebende Menschen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren teilgenommen. Die Schwankungsbreite beträgt für die gesamte Stichprobe 1,9 Prozent. Die Online-Befragung wurde von dem Institut für Markt- und Trendforschung EARSandEYES im Auftrag von bento im Mai 2015 durchgeführt.