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Bild: Lana Petersen

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Würgende Frauen in Pornos? Das muss sich endlich ändern

02.12.2015, 15:04 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:23

Und auch, dass es Menschen gibt, die sowas gut finden.

Vor zwei Wochen ging ein Video durch die sozialen Netzwerke, mit dem das Amateurpornosternchen LunaLove96 eine Porno-Parodie auf die YouTuberin Dagi Bee veröffentlichte. Das Video an sich wäre superlustig, wenn mir daran nicht etwas ganz gewaltig aufgestoßen wäre.

Ich kann nicht verstehen, warum Frauen sich, wie LunaLove96 es nennt, "in den Hals ficken lassen". Selbst wenn du deinen Würgreflex unter Kontrolle hast, kann das keinen Spaß machen. Ich persönlich kenne jedenfalls keine Frau, der das gefällt. Jaja, ich weiß: LunaLove96 ist Pornodarstellerin – und so zu tun, als würde ihr das gefallen, das ist ihr Job. Aber ich bin mir sicher, sie wird es hassen.

Blowjobs, bei denen die Frau sich bis zum Erbrechen quält, sind einfach widerlich und haben mit Lust für mich absolut gar nichts zu tun.

Blowjobs, bei denen die Frau sich quält, sind widerlich.

Nicht, dass ich falsch verstanden werde: Ich finde Blowjobs grundsätzlich super. Aber sie sind etwas sehr Intimes. Intimer noch als normaler Sex. Wenn ich bei einem Mann unter die Gürtellinie abtauche, dann habe ich definitiv ordentlich was für ihn übrig. Tatsächlich wurden oder waren alle Männer, mit denen ich bisher Oralverkehr hatte, auch meine Partner.

Blowjobs machen mir wirklich Spaß, wenn ich nicht gerade sauren Schleim unter der Vorhaut finde. Es einem Mann mit dem Mund zu machen, kann wahnsinnig erregend sein. Wenn man es dabei nicht übertreibt. Sondern gefühlvoll bleibt, mit der Zunge spielt, sich Zeit nimmt.

Es verleiht Macht. Das Bewusstsein darüber, dass das jetzt allein mein Verdienst ist, dass der Mann erregt ist, macht mich an. Das hat sicher auch mit Dominanz zu tun: Ich habe sein Lustempfinden in der Hand. Er vertraut mir, gibt sich mir hin.

Blowjobs verleihen Macht.

Hier sehe ich auch die für mich einzig mögliche Erklärung, wieso Männer auf diesen heftigen Würgekram stehen könnten: Sie wollen die Macht nicht abgeben. Sie können nicht vertrauen. Sie wollen der Dominante bleiben. Sie möchten möglichst viele Unsicherheitsfaktoren ausschließen. Dass manche Frauen dafür Schmerzen empfinden müssen, kann aber nicht sein.

Oralverkehr ist ohnehin schon eine der Sexpraktiken, die viele in Unsicherheit stürzt. Ich zumindest frage mich beim Blasen jedes Mal aufs Neue, ob ich das jetzt alles so richtig mache, ob ihm das gefällt. Und auch meine Freundin Frieda meinte vor ein paar Tagen: "Ich kann meine Blowjob-Kompetenzen wirklich null einschätzen."

Bei all dieser Unsicherheit bringen Pornos, in denen Männer ihre Penisse bis zum Anschlag in die Hälse von Frauen rammen, wirklich gar nichts. Pornos wie diese wollen uns vormachen, dass diese gewaltsamen Blowjobs erotisch sind.

Ich ärgere mich. Über meine Unsicherheit. Die es überhaupt erst gibt, weil Mainstream-Pornos so ekelig viele Leute ansprechen. Ich weiß doch, was mir gefällt. Und bisher gab es keine Beschwerden der Männer, mit denen ich im Bett war.

Ich will, dass Blowjobs in Pornos realistischer sind: langsamer, mit viel mehr Gefühl, ganz ohne Husten und Würgen. Das soll da so aussehen wie im echten Sexleben, wie in meinem Sexleben. Dann würde es in Pornos vielleicht auch nicht mehr dazugehören, sich beim Blasen die Tränen aus dem Gesicht wischen zu müssen.

Noch etwas Furchtbares: betrunken Sex haben.