Fühlen

​Nicht filmreif, aber faszinierend: Was ich an Sex zu dritt liebe

23.11.2016, 14:38 · Aktualisiert: 25.11.2016, 15:18

Es war eine Studentenparty. Ich traf Bekannte, tanzte, trank. Besonders oft stieß ich mit Daniel und Marco an, zwei Kumpels, die ich vor kurzem kennen gelernt hatte. Gegen 4 Uhr flaute die Party ab. Ich nahm meinen Mut zusammen und stellte die alles entscheidende Frage: "Wollt ihr mitkommen, bei mir weitertrinken?"

Sie wollten. Wir teilten ein letztes Getränk, dann das Bett.

Als ich am Vormittag zwischen den beiden aufwachte, hatte ich kaum Platz, einen schweren Schädel – und fühlte mich großartig. Ich hatte mich voll auf den Genuss eingelassen, den mir die Jungs so gerne bereiteten.

Dabei waren wir nicht aufs Ganze gegangen: Wir hatten uns überall geküsst und berührt, doch mit ihnen zu schlafen wäre mir beim ersten Versuch zu viel gewesen.

Aber ich war angefixt. Ich wollte unbedingt weitere ménages à trois erleben. Und weil ich mich immer stärker zu Frauen hingezogen fühlte, wünschte ich mir für das nächste Mal eine zweite Frau dabei.

Wer ist Livia?

Livia Augustin, Mitte 20. Kaffee, Wein und Worte sind ihr Elixier. In der bento-Sexkolumne resümiert sie Schlüsselmomente, durch die sie lernte, was sie (nicht) will – im Bett und im Leben.

Etwa zwei Jahre später knutschte ich mit einer Bekannten und einem gemeinsamen Kumpel; dabei faszinierte sie mich mehr als er. In zwei festen Beziehungen (mit Männern) hatte ich Dreier, wir luden einen anderen Mann und mehrmals andere Frauen ein. Nicht alles funktionierte perfekt, aber wir hatten Spaß – und probierten jedes Mal ein bisschen mehr aus.

Im Freundeskreis spreche ich gerne und offen über das Thema. Und habe festgestellt: Der Dreier ist eine sehr häufige Sexfantasie; umgesetzt wird sie nur selten.

Eine paar Fragen tauchen in diesen Unterhaltungen fast immer auf:

"Ich hätte auch gern einen Dreier, aber wie findet man die Leute dazu?"

Vereinfacht gesagt: Fragen. Meine Dreier entstanden meist nicht völlig spontan (obwohl auch das toll sein kann), sondern durch langsames Herantasten in Gesprächen, gefolgt von einem Treffen à la "Alles kann, nichts muss".

Wer sich das Ganze eher mit geheimnisvollen Fremden vorstellt statt mit Freunden, wird vielleicht in Online-Communities wie Joyclub fündig – seriöse Erotikportale (nein, das muss kein Widerspruch sein), in denen man sich austauschen, treffen und auch ausprobieren kann. Ich habe es nie ausprobiert, aber ein paar Bekannte schwören darauf.

Unsere Sexkolumnen im Überblick:

Lana Petersen
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"Wirst du da nicht eifersüchtig?"

Manchmal. Aber ein leichter Anflug von Eifersucht kickt mich irgendwie. Außerdem setze ich Grenzen – und respektiere natürlich die der anderen. Bei den threesomes mit festem Partner habe ich der dritten Person vorher ehrlich gesagt:

"Ich weiß nicht genau, ob es für mich okay ist, wenn du alles mit meinem Partner machst. Ich möchte aber auch nicht, dass du dich als Beiwerk fühlst. Lass es uns ruhig angehen und ansprechen, falls sich einer nicht wohl fühlt."

Bei meinem ersten Dreier in einer Partnerschaft schlief mein damaliger Freund nicht mit unserer Bekannten. Stattdessen verwöhnten wir sie gemeinsam. Für alle drei eine schöne Erinnerung.

"Kommen dabei alle auf ihre Kosten?"

Rückfrage: Wie definiert man "auf seine Kosten kommen"? Fakt ist: Nicht jeder wird immer gleich stimuliert. Manchmal gibt es Koordinationsprobleme. Sind zwei Frauen dabei, muss man außerdem das Kondom wechseln, falls der Mann beide penetriert.

Man schwebt nicht nonstop simultan in Ekstase. Aber: Die Schönheit der Ménage liegt nicht im Wahnsinns-Orgasmus für alle. Sie liegt im Beobachten und beobachtet werden, im Im-Mittelpunkt-Stehen oder in der Verschworenheit, mit der man als Paar eine dritte Person verwöhnt. Diese Besonderheiten sollte man auskosten.

"Ist das hinterher nicht komisch zwischen dir und deinem Partner / deinen Freunden?"

Ungelogen: Nein. Bei den meisten Erfahrungen hatten wir im Vorfeld offen miteinander geredet; es waren Menschen beteiligt, mit denen ich auch über Pannen gemeinsam lache, statt aus Scham die Freundschaft zu beenden. Neugierde und Respekt füreinander sind die besten Zutaten, mit denen auch das Frühstück danach gelingt.

Bei Dreiern habe ich neue Seiten an mir selbst und meinen Partnern entdeckt. Bei einem Dreier wurde ich erstmals mit einer Frau richtig intim – und ich war entzückt, wie gut sie roch und schmeckte.

Dass ich bisexuell war, wurde mir immer klarer. Doch richtig sicher war ich mir erst, als ich eine Nacht allein mit einer Frau verbrachte.

Wir haben Deutschlands ersten Club nur für Bi-Frauen besucht:

Skirt Club
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Skirt Club
Skirt Club
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Haha

Wie es aussieht, wenn du versuchst, ein Star zu sein

23.11.2016, 13:54

Jennifer Lopez sitzt mit angewinkelten Beinen in einem schwarzen Badeanzug auf ihrem Bett. Knallroter Lippenstift, Kussmund, Spiegel-Selfie, die linke Brust fällt fast raus. Ein Star.