Fühlen

"Ich werde ihn nie verstummen lassen": So trauern Fans um Chester Bennington

21.07.2017, 14:35 · Aktualisiert: 21.07.2017, 15:31

"Ich habe alles für mich behalten", singt Chester Bennington noch in "In The End".

Nun ist klar, dass der Sänger von Linkin Park tot ist. Er starb im Alter von 41 Jahren in seinem Haus in der Nähe von Los Angeles. Vermutlich nahm er sich das Leben (bento).

Seitdem gehen Bilder und Videos um die Welt, die Chester bei Auftritten oder Interviews mit seiner Band zeigen. Chester, wie er "Breaking The Habit" ins Mikrofon brüllt. Chester springend, mit durchnässten Klamotten auf großen Festivalbühnen. Chester in engem Kontakt mit Fans.

Die zitieren nun auf Facebook, Instagram und Twitter ihre liebsten Songzeilen oder posten Fotos des Sängers mit Trauerflor. Einige fragen sich, ob die Band auch ohne Chester weitermacht – dazu hat sich Linkin Park bisher noch nicht geäußert.

Wir haben Fans der Band gefragt, wie es ihnen geht, wie Linkin Park geprägt hat und an welche Momente mit Chester sie sich besonders gerne erinnern.

Mona

Mona (Bild: privat)

Mona, 35, aus Meschede im Sauerland

Mir ging es den ganzen Tag schon schlecht, als würde ich krank werden. Nach Feierabend hatte ich nicht viel vor – plötzlich schrieb jemand bei WhatsApp, dass Chester tot sei.

Die Nachricht kam aus unserer Hurricane-Gruppe, bei dem Festival hatten wir Linkin Park vor wenigen Wochen noch live gesehen.

Er nahm ein Bad in der Menge, zu "One More Light" tauschte er Sonnenbrillen und Käppis mit Fans. Es war so grandios, dass ich geweint habe.

Keiner wollte die Nachricht von Chesters Tod glauben. Ich höre seit meiner Jugend Linkin Park. Mein größter Wunsch war immer ein Meet & Greet. Ich verschlinge die Songs und lese alle Berichte über die Band.

Starke Stimme, ernste Worte – die besten Songzeilen von Linkin Park:

Imago/UPI Photo
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Imago/ZUMA Press
Imago/T-F-Foto
Imago/ZUMA Press
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Sie war in allen schwierigen Phasen Teil meines Lebens. Sie war da, um mir Mut zu machen – wenn Freunde kamen und gingen, wenn ich mich verlassen fühlte, oder stinkwütend war.

Als ich von Chesters Tod erfuhr, konnte ich nichts mehr machen. In unserer WhatsApp-Gruppe trösteten wir uns, ich habe richtig geheult.

Dieser tragische Tod zeigt mir, dass hinter jeder kämpferischen, gut aussehenden Fassade ein zerbrechlicher Mensch stecken kann. Es ist eine bittere Erkenntnis.

Aber wir alle sollten wohl mehr auf unsere Mitmenschen achten und uns Zeit nehmen, sie zu verstehen.

Stephanie, 32, aus Merseburg

Stephanie

Stephanie (Bild: privat)

Früher war mein Zimmer voller Linkin-Park-Bilder. Dann kam die Zeit, in der Chester mir half, mich selbst zu finden. Mir ging es lange nicht gut, ich hatte Depressionen.

Chester war der feinfühlige und sensible Mensch, der beim Singen sein Innerstes verarbeitete. In "Numb" beschreibt er, dass die Gesellschaft Leute mit psychischen Krankheiten oft belächelt, oder sogar auslacht. Chester singt: "Ich bin es leid, so zu sein, wie du mich haben willst."

Wegen Zeilen wie dieser habe ich gelernt, dass ich nichts darauf geben sollte, was andere über mich denken. Dieses Laute und Kraftvolle. Und die Balladen.

Durch eine Therapie, aber auch durch Chesters Worte ist mir bewusst geworden, dass ich mich nicht aufgeben darf. Heute bin ich gesund und stolz auf mich.

Auch, wenn Chester es nicht geschafft hat: Wenn ich Linkin Park höre, erinnere ich mich daran, dass es sich lohnt, zu kämpfen. Ich werde weiter bei der Band bleiben, sie besteht aus großartigen Künstlern mit Gefühl für Musik.

Und auch die alten Songs werde ich weiter hören. So viel habe ich von ihm gelernt, ich werde Chester nie verstummen lassen.

Jan, 28, aus Hamburg

Jan

Jan (Bild: privat)

Wir waren 13, als wir die letzte Schulstunde schwänzten, um die neue Videopremiere von Linkin Park zu sehen. "Somewhere I Belong".

Ich fuhr mit ein paar Freunden zu mir, meine Eltern waren arbeiten und bekamen nichts mit. Zu Hause setzten wir uns vor den Fernseher und schalteten MTV ein.

Dann lief das Video. Wir saßen auf dem Sofa und fanden es einfach nur geil.

Noch heute feiere ich Chester. Diese unglaubliche Energie bei Auftritten, dieser Druck hinter seiner Stimme. Ich höre die Platten noch immer.

Und auch, wenn es zuletzt viel Kritik gab und einige meinten, der Band die Kommerzialisierung ihrer Musik vorwerfen zu müssen: All die Hater sind mir egal.

Tom, 26, aus Köln

Tom (l.) mit Chester auf einem Fan-Event

Tom (l.) mit Chester auf einem Fan-Event (Bild: privat)

Ich hing früher viel allein zu Hause rum. Meine Eltern hatten sich getrennt, ich wurde aus meinem Freundeskreis rausgerissen und wurde zum Außenseiter. Dann kam "Meteora".

Mit dem Album fing ich an, mich mehr mit Musik auseinanderzusetzen und gründete Jahre später eine Linkin-Park-Fanseite.

Durch die gemeinsame Liebe zur Musik lernte ich über die Seite viele Leute kennen. Die meisten leben leider in anderen Städten.

Ich habe Chester mehrmals getroffen, bei einem Meet & Greet und auf Fan-Events. Ich kann mir kaum einen freundlicheren und netteren Menschen vorstellen.

Als ich noch als Fotograf arbeitete, gab es einmal eine besondere Situation: Auf dem Hurricane wollte ich nach dem letzten Song noch ein Foto von ihm schießen. Chester grinste mich schelmisch an – dann kam er auf mich zu und schüttelte mir die Hand.

Das ist wohl der Moment, der mir am meisten in Erinnerung bleibt. Er schien glücklich, in seinen Augen lag Dankbarkeit für die Fans. Was er wirklich gedacht hat, das weiß ich nicht – aber so werde ich ihn immer in Erinnerung behalten.


Haha

Dieser witzige Twitter-Account gibt Dingen die Namen, die sie wirklich verdienen

21.07.2017, 14:02

Manche Twitter-Kanäle haben eine politische Botschaft. Manche wollen immer die schnellsten sein. Manche erlauben dir einen Blick ins Privatleben anderer Menschen. Und manche sind einfach nur witzig. Ganz ohne Grund. 

Zur letzten Kategorie gehört auf jeden Fall "Correct Names". Der Account hat es sich zur Aufgabe gemacht, möglichst treffende (und absurde) Bezeichnungen für alltägliche Gegenstände zu finden. 

Da wird aus dem grünen Rasen...?