Fühlen

Diese Frau wurde erst für Body Positivity gefeiert – und danach offenbar gefeuert

30.09.2017, 17:35 · Aktualisiert: 30.09.2017, 17:36

Küsschen, streicheln, verliebte Blicke: ein romantisches Pärchen-Shooting am See. Soweit nichts Besonderes. Doch die Bilder von Arryn und Stephanie sind um die ganze Welt gegangen. 

Doch was als positives Zeichen begann, nimmt jetzt für das Paar ein weniger gutes Ende.

Was ist passiert?

Vor gut zwei Wochen postete die Fotoagentur Wolf & Rose Photography auf Facebook die Bilder von Stephanie und ihrem Verlobten Arryn. Das ist gängige Praxis unter professionellen Fotografen, um die eigene Arbeit zu bewerben.

Posted by Wolf & Rose Photography on Donnerstag, 14. September 2017

Stephanie sagte gegenüber Buzzfeed, sie sei zunächst nervös darüber gewesen, dass ihre Bilder im Internet sind. Doch das Shooting sei so schön gewesen und Arryns Liebe habe ihr so viel Mut gegeben, dass sie nichts dagegen gehabt hätte.

Was dann folgte, hatten weder das Paar noch die Fotografin erwartet: Die Bilder wurden nach kurzer Zeit zehntausendfach geteilt, es folgten genau so viele Kommentare. Die Menschen freuten sich über ein schönes Beispiel von Body Positivity und schrieben:

  • Wie schön Stephanie sei.
  • Wie mutig es sei, sich trotz starkem Übergewicht unbekleidet zu zeigen.
  • Dass die Körpergröße eines Menschen nichts darüber aussage, welch tolle Beziehung derjenige führen könne.

Arryn habe sie auf der Arbeit angerufen und von all den netten Nachrichten erzählt, sagte Stephanie zu Buzzfeed. Er sagte: "Alle Kommentare sind über dich! Ich weiß, das hilft dir und ich bin froh, dass wir das gemacht haben. Ich würde nichts ändern. Ich weiß, das hier macht dich glücklich."

Also alles wunderbar! Oder?

Nicht ganz. Wie Stephanie nun berichtet, wurde sie kurz nach dem viralen Post von ihrem Arbeitgeber entlassen. Ihre Vorgesetzten bei der Austin Bank Texas N.A. hätten ihr gesagt, sie machten sich Sorgen, wie viele Menschen die Bilder sehen würden und welches Licht das auf das Unternehmen werfen würde. So erzählte Stephanie es Buzzfeed.

Sie haben gesagt, ich war oberkörperfrei und das sei unangemessen und es sei ein familienfreundliches Unternehmen.
Stephanie

Es habe keine Diskussion mehr gegeben, die Entscheidung war bereits gefallen. Dabei sei vorher alles so gut gelaufen: Stephanie war nach eigener Aussage seit etwa einem Jahr bei der Bank angestellt und habe bereits nach sieben Monaten eine erste Beförderung bekommen. 

Es sei sehr verletzend gewesen, nun wegen einer privaten Angelegenheit einfach fallen gelassen zu werden, sagt sie. 

Dass sie sich gegen mich gewendet haben – dafür, dass ich etwas Positives getan habe, worauf ich stolz war und das mir als Frau geholfen hat – das hat weh getan.

Das Timing ist besonders ungünstig: Stephanie und Arryn haben vor kurzem erfahren, dass sie Eltern werden.

Doch trotz allem bereuen die beiden das Shooting nicht: Sie sind weiterhin stolz auf ihre Fotos. und die positive Nachricht, die daraus entstanden ist.

Die Bank hat sich bisher nicht zu dem Vorwurf geäußert.


Gerechtigkeit

So nicht! Wie ein Berliner Bezirk gegen sexistische Werbung vorgeht

30.09.2017, 16:16

"Herzlichen Glückwunsch! Sie haben gerade mit Ihrer sexistischen, diskriminierenden und frauenfeindlichen Werbung eine Kundin verloren" – das steht auf einer Postkarte, die der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg in Umlauf gebracht hat. Sogenannte Rote Karten sollen Bürger an Unternehmen schicken, die Menschen in ihren Anzeigen oder Spots herabwürdigen.