13.05.2018, 11:52

Deutschlands Mütter haben etwas Besseres verdient.

Liebe Mütter, zum Muttertag bekommt ihr Blumen, Kuchen, kleine Geschenke. Doch das, was ihr eigentlich verdient, bekommt ihr nicht: Chancengleichheit auf dem Arbeitsmarkt, bessere berufliche und soziale Bedingungen für Alleinerziehende, Jobs, die mit Familie und Privatleben vereinbar sind.

"Wir müssen reden"

Die wöchentliche Kolumne von Kathrin Weßling. Denn: Wir müssen reden. Über einfach alles. Am meisten aber über die Themen, die gerade aktuell brennen. Das kann ein Shitstorm sein oder eine Liebeserklärung, ein Aufschrei oder ein Kopfschütteln – gesprochen wird über alles, was beschäftigt oder bewegt, nervt oder einfach gerade im Raum steht.

Denn die Realität sieht noch immer so aus: Ihr seid beruflich schlechter gestellt als Väter. (Familienministerium) Überdurchschnittlich viele von euch verharren in Teilzeitstellen, übernehmen aber zwei Drittel der Hausarbeit und kümmern sich um die Kinder. Ihr verdient im Durchschnitt 21 Prozent weniger, könnt kaum Rücklagen schaffen und seid viel stärker von Altersarmut bedroht. (OECD, Tagesschau)

Das ist einfach falsch.

Statt euch am Sonntag mit Blumen und Geschenken zu überhäufen, sollten wir für euch auf die Straße gehen und familienfreundliche Arbeitsplätze fordern, höhere Löhne und längere Öffnungszeiten von Betreuungsangeboten.

Und wenn wir schon dabei sind: Ich wünsche euch, liebe werdende Mütter, dass ihr, bevor ihr schwanger werdet und eine Familie gründen möchtet, das gleiche Gehalt wie eure Partner bekommt. Damit ihr gemeinsam mit ihm entscheiden könnt, wer zu Hause bleibt. Zur Zeit ist das oft nur eine Entscheidung aus Not: Wer kann die Familie eher alleine ernähren? Die Antwort ist bekannt.

Ich wünsche euch außerdem, dass ihr nicht das Gefühl habt, immer mehr im Job leisten zu müssen als eure männlichen Kollegen und kinderlosen Kolleginnen. Damit niemand denkt, ihr wärt nicht so leistungsstark wie jene, die auch mal bis 22 Uhr spontan im Büro bleiben können.

Ich wünsche euch, dass jeder und jede versteht, wie viel ihr leistet, wenn ihr Kinder großzieht, einen Haushalt schmeißt und vielleicht noch zusätzlich einen Job oder mehrere habt. Ich wünsche euch, dass Kindererziehung und -betreuung als ganz normaler Job angesehen wird – der trotzdem nicht selbstverständlich ist.

Und euch alleinerziehenden Müttern wünsche ich, dass ihr es zurück auf den Arbeitsmarkt schafft, ohne ständig kurz vorm Burnout zu sein. Dass ihr es schafft, weil eure Arbeitgeber und der Staat euch dabei mit allen Mitteln unterstützen.

Liebe Mütter, ich wünsche euch von Herzen, dass es euch in Zukunft besser geht. Dass ihr in einem Land wie diesem keinen Kuchen kriegt, keine Blumen bekommt, sondern die Unterstützung, finanziell und sozial, die ihr verdammt noch mal verdient habt. Und zwar jeden einzelnen Tag im Jahr.


Today

Diese 30 Gedanken fassen den ESC perfekt zusammen

13.05.2018, 10:54 · Aktualisiert: 14.05.2018, 09:06

Lesen auf eigene Gefahr.

Im Mai dreht für eine Woche ganz Europa komplett durch. Naja, zumindest drehen viele Menschen komplett durch. Der Grund: der Eurovision Song Contest. Die ganze Welt blickt auf unseren Kontinent – sogar die Vereinigten Staaten. Vielleicht auch nur, um uns auszulachen. Ist schon okay, wir haben trotzdem unseren Spaß.

Nach einigen persönlichen Enttäuschungen der vergangenen Jahre – mein Herkunftsland Bosnien flog 2016 im Halbfinale raus und nahm seitdem nicht mehr teil, Deutschland landete regelmäßig auf dem vorletzten, bzw. letzten Platz – ging ich die 63. Ausgabe des Musikwettbewerbs tiefenentspannt und ohne Erwartungen an. Schlimmer konnte es ja nicht mehr werden.

Sicherlich fragt ihr euch jetzt, was einer tiefenentspannten Person während des ESC so durch den Kopf geht. 

Say no more, ich habe für euch einige wertvolle Gedanken festgehalten.

Zur Einstimmung fange ich mit einer Melodie an, die jedem ESC-Fan sofort Gänsehaut beschert: