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Fühlen

Wird der Kater schlimmer, wenn wir durcheinander trinken?

04.11.2017, 18:00 · Aktualisiert: 04.11.2017, 18:00

Klären wir das – ein für alle Mal!

Die Eltern raten: "Bier auf Wein, das lass sein.“ Die Freunde sagen: "Last night a döner saved my life." Es gibt viele Mythen und angeblich tausendfach erprobte Theorien rund ums Trinken. Aber was ist wirklich dran?

Welche Folgen hat es, wenn wir Bier, Wein und Schnaps durcheinander trinken? Was hat fettes Essen damit zu tun? Und was der Energydrink, der so oft mit Wodka gemischt wird? Andreas Kalbitz, Referent der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, hat unsere Fragen beantwortet.

Das sagt die Wissenschaft

Es gibt keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass der Konsum verschiedener Sorten alkoholischer Getränke einen Effekt hat
Andreas Kalbitz

"Promillewert und Wirkung hängen immer von der konsumierten Menge reinen Alkohols ab. Je mehr getrunken wird, desto stärker sind die Folgen – auch am nächsten Tag.“ Das bedeutet: Wenn es uns schlecht geht, dann ist die Menge schuld und nicht der Mix.

Woher kommt dann dieses Gefühl?

Trotzdem sind es gefühlt oft Tage, an denen wir wild durcheinander bestellen, nach denen es uns besonders schlecht geht. Woher kommt das? "So etwas passiert meist an Abenden, an denen insgesamt viel getrunken wird: Irgendwann hat man von einem alkoholischen Getränk genug und wechselt zu einem anderen“, sagt Kalbitz. "Dann sind negative Folgen zu erwarten." Bleiben wir konsequent bei Bier, können wir es meistens irgendwann nicht mehr sehen und trinken weniger – doch durch Abwechslung machen wir weiter. Und das merken wir spätestens am nächsten Tag.

Was hat Schnaps damit zu tun?

Genau diese Abende sind es, an denen oft auch Schnaps ins Spiel kommt. Wenn wir hochprozentige Drinks besonders stark spüren, liegt das aber nicht daran, dass vorher Wein oder Bier getrunken wurden:

Schnaps hat natürlich einen hohen Gehalt reinen Alkohols
Kalbitz

"Man nimmt geringe Mengen an Flüssigkeit zu sich und konsumiert damit eine recht hohe Menge reinen Alkohols." Und das wirke sich unter anderem auf das Reaktionsvermögen, das Artikulationsvermögen und auch auf die Katersymptome aus.

Wie sieht es mit Mischgetränken aus?

Ob fruchtiger Cocktail oder Mischbier: Spielt es für die Auswirkungen eine Rolle, womit wir den Alkohol trinken? „Mischgetränke – ob selbst gemixt oder fertig gekauft – sind riskant“, sagt Kalbitz. „Oft überlagert die Süße den Alkoholgeschmack und man unterschätzt den Alkoholgehalt.“ Wir tendieren deshalb dazu, schneller zu trinken. Und bestellen entsprechend schneller den nächsten Drink.

Klären wir das – ein für alle Mal

In dieser Rubrik beantworten wir kleine Fragen des Alltags. Wenn du auch gerne eine beantwortet hättest, schreib uns an fühlen@bento.de.

Welche Rolle spielen Energydrinks?

Diese Drinks nehmen eine Sonderstellung ein: Wodka Redbull zum Beispiel macht erst wach und dann betrunken – und irgendwann schlägt es um. „Energydrinks können durch das enthaltene Koffein den falschen Eindruck vermitteln, dass man noch ganz fit ist. Die betreffende Person merkt nicht, wie alkoholisiert sie schon ist“, sagt Kalbitz. Man nimmt den Rausch zwar nicht ganz wahr, aber er ist da. „Die Wirkung des Energydrinks lässt irgendwann nach, dann kann es passieren, dass man einen ziemlichen Hammer verspürt.“

Müssen wir auf gute Qualität achten?

Verursacht der teure Cuba Libre aus einer hippen Bar weniger Kopfschmerzen als der Billig-Wodka vom Discounter? Grundsätzlich gilt: "Die Qualität des Getränks macht keinen Unterschied bei der Aufnahme des Alkohols in den Blutkreislauf." Wir werden also nicht schneller betrunken – trotzdem sollten wir aufpassen, was wir im Glas haben, denn: "Beim Gärungsprozess von minderwertigen Getränken entstehen sogenannte Fusel-Alkohole." Und die können dazu führen, dass die Katersymptome verstärkt werden.

Hilft das: ein Bier, ein Wasser, ein Bier, ein Wasser?

Wer sich auf Partys besonders vernünftig fühlt, greift immer wieder zu einem Zwischen-Wasser – aber hilft das wirklich? Richtig wirkungsvoll wäre es nur, für das Wasser ein Bier stehen zu lassen. Sonst gelangt zusätzlich zum Wasser die gleiche Menge Alkohol ins Blut, die dementsprechend die gleiche Wirkung hat. Allerdings beugt Wasser einer Dehydrierung vor, denn Alkohol entzieht dem Körper bekanntlich Wasser. Schaden kann es also nicht.

Und wie ist das mit dem Döner in der Nacht?

Eine Theorie, die stimmt: Wer vorher nichts isst, wird schneller betrunken. „Alkohol wird langsamer in den Blutkreislauf aufgenommen, wenn man etwas im Magen hat. Deshalb ist es gut, vorher etwas zu essen“, erklärt Andreas Kalbitz. Dabei ist es allerdings egal, ob es besonders fetthaltig ist oder nicht. Hauptsache, der Körper hat Nahrung, die er verarbeiten kann. „Dadurch wird die akute Wirkung des Alkohols etwas gedämpft und sie tritt nicht ganz so plötzlich ein.“ Das gilt allerdings fürs Essen vor dem Trinken – der Döner nachts um 3 hat darauf keinen Effekt mehr. Dann lieber zwischendurch mal eine Pause von der Party einlegen und etwas essen.

Was am Tag danach hilft

Am nächsten Morgen fragen wir uns oft, warum es überhaupt so viel sein musste… Was dann hilft: durch salziges Essen und viel Wasser den Mineralstoff- und Flüssigkeitsverlust ausgleichen. Ansonsten sind magenschonende Speisen und viel frische Luft zu empfehlen. „Man hat oft das Gefühl, dass einem bestimmte Speisen helfen“, sagt Kalbitz. „Aber meistens liegt das daran, dass die Symptome im Laufe des Tages allmählich nachlassen.“ Wer wegen der Kopfschmerzen zu Tabletten greift, sollte nicht übertreiben: Manche von ihnen werden über die Leber abgebaut – und die hat mit dem Alkohol der letzten Nacht schon genug zu tun.

Noch was zu klären, wenn du wieder nüchtern bist:


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