Bild: bento

18.05.2018, 08:40 · Aktualisiert: 18.05.2018, 08:46

"The Dress" ist zurück – als Audio.

Es gibt Tage, da stellt das Internet die ganz großen Fragen. Zum Beispiel: Ist dieses Kleid weiß-golden oder blau-schwarz? Oder sind diese Shirts pink-weiß oder grau-türkis?

Weil das menschliche Auge eine ziemlich komplizierte Sache ist, gibt es unterschiedliche Antworten: Manche sehen die eine Farb-Kombination, manche die andere. Die Diskussion um "The Dress" hat das vor drei Jahren perfekt gezeigt.

Was ebenso kompliziert ist: das menschliche Gehör.

Gerade spaltet eine Audiodatei die Nutzer: Hörst du den Namen "Yanny" oder den Namen "Laurel"?

In dieser Audiodatei liest eine Computerstimme einen Namen vor. Die Influencerin und Video-Bloggerin Cloe Feldman postete den Soundschnipsel in ihrer Instagram-Story und fragte:

"Was hörst du? Yanny oder Laurel."

Weil die Abstimmung die Fans komplett durcheinander brachte, teilte sie die Aufnahme auch auf Twitter. Knapp 60.000 Likes sammelte der Tweet mittlerweile, mehr als 13.000 Nutzer meinen, die Antwort zu kennen. In der bento-Redaktion gab es kein eindeutiges Ergebnis – manche Redakteurinnen und Redakteure hören "Laurel", andere "Yanny". Ein Chefredakteur sogar "Harry".

Hier kannst du die Aufnahme hören:

Es gibt ein klares "Yanny"-Lager – und ein entschiedenes "Laurel"-Lager.

Und dann gibt es die, deren Ohren gleich doppelt durchdrehen:

Was hörst du?

Die Aufnahme zeigt ein größeres Problem: Web-Unternehmen arbeiten längst an immer professionelleren Computerstimmen. Sie sollen den Alltag erleichtern, und uns Aufgaben abnehmen. Erst vergangene Woche stellte Google einen neuen Roboter mit einer gruselig echten menschlichen Stimme vor (hier kannst du ihn hören). Aber: Die Verwirrung um "Yanny" und "Laurel" zeigt auch – so einfach ist das offenbar nicht.

Und was ist es nun? Yanny oder Laurel?

Dafür gibt es noch keine klare Antwort. Aber Wissenschaftler, die sich den Kopf zerbrechen.

  • Jody Kreiman forscht im Audio-Labor der University of California. Sie sagt, dass "die Klangmuster der Aussprache nahe beieinander liegen". Soll heißen: Der Buchstabe N ähnelt dem R, Ya liegt nahe bei La. Entsprechend sei der Klang leicht zu verwechseln. (New York Times)
  • Viele Twitter-Nutzer meinen, es hänge mit der Basstiefe zusammen. Schraubt man den Bass runter, hört es sich nach "Yanny" an – ist er lauter, wird es "Laurel". Hier ist ein Beispiel:
  • Brad Story, Sprachprofessor an der University of Arizona, hat den Audioclip sogar visualisiert. (Popsci)

Die erste Audioform zeigt die verwirrende Audiodatei – die anderen beiden je "Laurel" und "Yanny" von Brad Story eingesprochen:

Nach seiner Analyse gleichen die Wellenlängen von "Laurel" eher der umstrittenen Datei. Der Sprachforscher ist sich also sicher: "Laurel" ist das gesagte Wort.

Und es stimmt: Ein Opernsänger hat das Wort bereits im Dezember 2007 gesagt – also keine Computerstimme.

Er gehörte zum Cast des Musicals "Cats" und sollte für das Start-up Vocabulary.com Wörter einsprechen. Das hat jetzt der Mitgründer des Unternehmens bestätigt. (Wired)


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