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Bild: Hoppenbrock / bildbauer.de

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Es ist kompliziert: Wie 18- bis 30-Jährige Facebook nutzen

27.11.2015, 13:48 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:23

Peter Prächtig und Ahh Nika: Ein Drittel aller 18- bis 30-Jährigen wehrt sich gegen echte Namen auf Facebook. Was unsere Umfrage über die Social Media Nutzung noch herausgefunden hat.

Ein Drittel aller jungen, deutschen Facebook-Nutzer zwischen 18 und 30 Jahren verwenden nicht ihren echten Namen im Profil. Obwohl die Facebook-Geschäftsbedingungen es eigentlich verbieten, wehren sich viele gegen diese Klarnamen-Pflicht und kontern mit Kreativität bei der Namensfindung. Das ergab unsere Umfrage, die wir bei EARSandEYES in Auftrag gegeben haben. 1000 Frauen und Männer zwischen 18 und 30 Jahren nahmen daran teil.

Vermutlich hat jeder inzwischen einen "Retep", "Idna" oder eine "Nimsaj" im Facebook-Freundeskreis. Spätestens seit Bart Simpsons Scherzanrufen wissen wir, wie lustig manche Pseudonyme sein können. Aber erst die Datensammelei von Facebook (und all den anderen) sorgt dafür, dass wir uns nun täglich kryptische Namen merken müssen, wenn wir den richtigen Freund über ein soziales Netzwerk anschreiben möchten.

Es gibt einige legitime Gründe, auf den Klarnamen bei Facebook zu verzichten: Etwa um Stalker abzuwimmeln oder emotionalen Ballast aus der Vergangenheit loszuwerden. Auch die häufig genannten Bedenken in Bezug auf die enorme Datensammelei von Facebook kann man nachvollziehen.

Diese Motivation wird aber schnell unglaubwürdig, wenn Nutzer stattdessen einfach Vokale aus ihrem Namen herausnehmen oder ihn rückwärts schreiben und dann mit vollem Elan an der gesamten Bandbreite des Facebook-Lebens teilnehmen, inklusive Selfie und Persönlichkeits-Quiz.

In unserer Umfrage haben 24 Prozent der Befragten gaben an, dass sie bei Facebook eine "kleine Abwandlung" ihres Namens verwenden - Varianten wie Anne Zetpunkt oder Michael Mllr. Weitere drei Prozent verwenden einen Spitznamen, unter dem man sie zwar kennt - aber der mit ihrem echten Namen nichts zu tun hat.

Weiteren sechs Prozent gehen diese beiden Varianten noch nicht weit genug: Sie verwenden einen komplett erfundenen Namen. Je abgedrehter dieser ist, desto höher die Chance, dass Facebook das Profil sperrt: Promi-Namen, Schimpfwörter oder kuriose Interpunktionen unterbindet das Netzwerk inzwischen schnell. 

Der Grund dafür ist simpel: Je mehr gefälschte Profile es bei Facebook gibt, desto weniger sind die Werbepositionen wert. Deswegen sollen Nutzer ihren echten Namen verwenden. Wer gegen diese Regel verstößt, muss sich im Zweifelsfall mit seinem Personalausweis bei Facebook verifizieren, um wieder an seinen Account zu gelangen.

Was die Studie noch herausgefunden hat

  • WhatsApp und Facebook dominieren: WhatsApp und Facebook sind in der befragten Zielgruppe enorm weit verbreitet. 82 Prozent haben einen WhatsApp- und 60 Prozent einen Facebook-Account.
  • Telefon, SMS und E-Mail sind nicht totzukriegen. 54 Prozent halten via Telefongespräch Kontakt mit ihren Freunden. 38 Prozent via SMS, und 31 Prozent per E-Mail.
  • Instagram, Snapchat und Twitter sind kaum verbreitet. Im Gegensatz zu anderen Nationen tun sich die Deutschen schwer mit neuen sozialen Netzwerken. Instagram, Snapchat und Twitter werden kaum verwendet (Sieben, fünf und drei Prozent).
  • Absolute Mehrheit für Selfies. Wir haben 18- bis 30-Jährige gefragt: Wieviele der letzten 20 Fotos auf deinem Smartphone sind Selfies? Ergebnis: Bei 45 Prozent der Befragten ist mindestens eines darunter. Bei 9 Prozent sind es sogar mehr als fünf Selfies
  • Man lebt nur zweimal. Jeder Zehnte hat mehr als ein Facebook-Profil - Karteileichen eingeschlossen. 
  • Konstanz in den Profilen. Bei den im Profil enthaltenen Informationen sind die jungen Deutschen relativ beständig. Siebzig Prozent ändern ihr Profil weniger als einmal im Monat. Nur 10 Prozent ändern die persönlichen Angaben einmal im Monat oder öfter.
  • Es ist kompliziert. 41 Prozent der 18- bis 30-Jährigen geben bei Facebook nie ihren Beziehungsstatus  preis. Ein Viertel hat das immerhin ein bis zweimal getan. Nur 20 Prozent halten den Status ständig aktuell.

Die bento-Umfrage

An unserer Studie haben 1000 in Deutschland lebende Menschen im Alter zwischen 18 und 30 Jahren teilgenommen. Die Schwankungsbreite beträgt für die gesamte Stichprobe 1,9 Prozent. Die Online-Befragung wurde von dem Institut für Markt- und Trendforschung EARSandEYES im Auftrag von bento im Mai 2015 durchgeführt.