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Du bist in der WhatsApp-Gruppe deiner Schwiegerfamilie gelandet? Wir senden Hilfe.

11.10.2016, 17:50 · Aktualisiert: 11.10.2016, 17:46

In unserer Serie "Über-Ich" beantwortet die Psychologin Kathrin Hoffmann eure Fragen.

Katharina schreibt:

Ich wurde in die Familien-WhatsApp-Gruppe meines Freundes aufgenommen. Seine Mutter hatte beschlossen, alle Anhänge der Kinder einzufügen – ohne nachzufragen. Sie findet die Idee großartig und duldet keine Widerrede.

In der Gruppe befinden sich Geschwister, Cousinen, Cousins, Tante, Onkel, insgesamt mehr als 15 Personen.

Mir ist das unangenehm, da die Gruppe

  1. sehr aktiv ist
  2. die Familie oft anstrengend, emotional und daher oft zerstritten ist und
  3. nun von mir gefordert ist, mich regelmäßig zu beteiligen. Ich werde in alles direkt involviert, zu jedem Thema sind Antworten von allen Gruppenmitgliedern gefordert.

Mir ist das zu anstrengend und sowieso auch zu früh. Außerdem möchte ich mich aus dem üblichen Streitigkeiten komplett raushalten.

Wie kann ich nun der "Schwiegermutter" verklickern, dass ich nicht Teil der Gruppe sein möchte, ohne dass der Familiensegen schief hängt?

Hilfe!

Jeder hat mal Angst und Stress. Jeder fühlt sich mal hilflos, machtlos, überfordert. Wenn Freunde, Eltern oder Geschwister nicht weiterhelfen können, wollen oder sollen – dann melde dich bei uns. Die Psychologin Kathrin Hoffmann beantwortet in der Serie Über-Ich für bento ausgewählte Fragen, die wir anschließend veröffentlichen. Dabei ändern wir selbstverständlich alle Namen von Betroffenen.

Die Psychologin Kathrin Hoffmann antwortet:

Deiner Schilderung zufolge steckst du mitten in einem schwierigen Abgrenzungskonflikt:

  • Einerseits hast du ein ganz klares Gefühl, dass dir die aktive Beteiligung an der Familien-WhatsApp-Gruppe zu intensiv ist und zu schnell geht.
  • Andererseits möchtest du der Familie deines Freundes, insbesondere seiner Mutter, nicht vor den Kopf stoßen.

Du hast also zwei unterschiedliche Bedürfnisse: dich abzugrenzen sowie eine gute, konfliktfreie Beziehung aufrecht zu erhalten.

Wenn du nach deinem Bauchgefühl handeln würdest, was würdest du dann tun? Welcher Impuls entspricht deinem Gefühl? Was befürchtest du, wenn du so handeln würdest? Wie schlimm wäre es, wenn deine Befürchtung eintreten würde? Wie wahrscheinlich ist es, dass es genau so kommt, wie du befürchtest?

Viele Menschen haben Angst davor, eine Beziehung zu gefährden, wenn sie sich abgrenzen oder Wünsche des Anderen zurückweisen. Dahinter steckt häufig die Angst, dann nicht mehr gemocht zu werden.

Frage dich: Wie realistisch ist diese Angst? Wie schwierig wäre es tatsächlich für dich, mit einem Konflikt oder einer negativen Gegenreaktion umzugehen?

Ich denke, es ist langfristig für deine Beziehung wichtig, dass du dich nicht gänzlich "verbiegst". Du solltest für dich klären, inwieweit du bereit bist, dich an deinen Partner und seine Familie anzupassen. Und in welchen Aspekten es dir wichtig ist, deine Grenzen zu wahren und deine eigenen Bedürfnisse und Wünsche vorne an zu stellen. Du bist neuer Teil eines Familiensystems und musst die Rolle und Position finden, die sich aktuell für dich stimmig anfühlt.

Sprich zunächst mit deinem Partner darüber, wie es dir mit der WhatsApp-Gruppe geht. Überlege dir, ob du ganz aus der Gruppe aussteigen möchtest oder ob es für dich denkbar wäre als "stiller Teilnehmer" in der Gruppe zu bleiben oder nur ab und zu etwas zu schreiben.

Sollte es zu Nachfragen oder Aufforderungen kommen, schildere ehrlich, aber diplomatisch deine Empfindung – ohne die Gruppe als solches schlecht zu machen. Sage beispielsweise: "Ich finde es bemerkenswert, wie rege ihr euch austauscht, mir persönlich ist das jedoch zu intensiv und zu früh, ich fühle mich wohler dabei, mich etwas zurückzunehmen, bitte nehmt das nicht persönlich."

Im Slider: Die besten Autokorrektur-Fehler

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Nimm dir die Zeit, die du brauchst, um die Familie deines Freundes kennenzulernen und herauszufinden, ob und wie intensiv du dich auf die Familie einlassen willst. Erkenne aber auch an, dass es ein großer Vertrauensbeweis ist, dass du so schnell in die Gruppe aufgenommen wurdest.

Vielleicht kannst du der Familie deines Freundes dein Interesse an ihnen auf deine persönliche Weise zeigen, zum Beispiel ein Treffen vorschlagen, Blumen zum Geburtstag schicken – oder was auch immer sich für dich gut anfühlt.

Alles Gute für dich!

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Sieben Klischees, die ein Amerikaner in Deutschland nicht mehr hören kann

11.10.2016, 16:32 · Aktualisiert: 12.10.2016, 10:26

Trump und Clinton everywhere! Kurz vor der Wahl in den USA sind die Gesichter der beiden Präsidentschaftskandidaten allgegenwärtig. Und wenn das schon dem ein oder anderen Deutschen zu viel wird, wie muss es dann erst einem echten Amerikaner gehen?

Alexander Dudley ist so ein waschechter Amerikaner und es gibt ein paar Fragen, die "keksen" ihn richtig an, wie er sagt. Vor sieben Jahren ist der 27-Jährige aus Missoula in Montana nach Deutschland gekommen: In der baden-württembergischen Kleinstadt Esslingen hat er Deutsch gelernt, Maschinenbau studiert und einen Job als Ingenieur gefunden.

Nach so langer Zeit in Deutschland erzählt Alexander bento, welche Fragen er als Amerikaner nicht mehr hören kann.