03.07.2018, 19:41 · Aktualisiert: 04.07.2018, 13:37

Wer hier scheitert, ist offiziell kein Mensch.

Die Karten für das fast ausverkaufte Konzert liegen im Warenkorb, die Kontodaten sind eingegeben, deine Adresse, dein Geburtsdatum, deine Handynummer auch.

Nur noch ein Klick trennt dich von deiner Lieblingsband – doch du kannst das Captcha nicht entschlüsseln. Das kleine Feld, in dem Buchstaben und Zahlen tanzen. Ist das ein großes I oder ein kleines L oder doch eine schlecht designte 1?

Captcha, das steht für "Completely Automated Public Turing Test to Tell Computers and Humans Apart", also "vollautomatischer öffentlicher Turing-Test zur Unterscheidung von Computern und Menschen".

Turing Test

Die von Alan Turing entwickelte Idee soll Künstliche Intelligenzen messbar machen. In dem Versuchsaufbau chattet ein Mensch mit einer anderen Person und einem Computerprogramm. Kann er nicht unterscheiden, wer Mensch und wer Computer ist, hat die Software den Test bestanden. Der Test ist inzwischen überholt, hat die Forschung aber für Jahrzehnte beeinflusst.  

Die Captchas sollen zum Beispiel den massenhaften Ticketkauf durch Softwares unterbinden. Weil die Softwares aber immer besser im Erkennen werden, mussten die Bilder seit Erfindung des Systems immer ausgefeilter werden.

Nicht immer ging das allerdings gut. Häufig sind die Bilder und Fragen sowohl für Maschinen als auch für Menschen unlösbar.

Wir haben die Schlimmsten aller Captchas gesammelt und fragen:

Übrigens: Inzwischen gibt es immer mehr Captchas, bei denen eine Maschine dein Browserverhalten analysiert und sich dann überlegt, ob du ein Mensch sein könntest.

Bestehst du den Test nicht, musst du ein Bilderrätsel lösen – und dessen Ergebnisse helfen dann wieder, Googles Bilderkennung zu verbessern. Mehr über die Geschichte und Zukunft von Captchas kannst du hier beim Guardian nachlesen.


Gerechtigkeit

Flüchtlinge, die ertrunken sind, während Seehofer seinen Job gerettet hat: 629

03.07.2018, 18:00 · Aktualisiert: 03.07.2018, 17:05

Es ist einfach nur eine Schande.

Horst Seehofer hat sich noch mal gerettet. Den ganzen Juni über stritt der CSU-Chef mit Bundeskanzlerin Angela Merkel über eine neue, schärfere Asylpolitik – kurz drohte er mit seinem Rücktritt. 

Seit Montagnacht ist klar: Seehofer darf Innenminister und CSU-Chef bleiben (bento). Und Merkel beugt sich seinem Willen, die deutsch-österreichische Grenze wird de facto dicht gemacht. In Europa, wo sich Menschen bislang frei bewegen durften, fallen also bald wieder die Grenzschranken. Menschen in Not müssen draußen bleiben.

Das ist nichts, worauf zwei angeblich christliche Parteien stolz drauf sein sollten. Oder die SPD, die bei diesem Streit nur zuschaut.

Der Asylstreit zwischen Horst Seehofer und Angela Merkel ist eine Schande – denn während beide über Paragrafen streiten, ertrinken im Mittelmeer Menschen.