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Die App "Sarahah" macht Online-Mobbing einfach

11.08.2017, 17:20

Die App "Sarahah" ist derzeit ziemlich erfolgreich. Und das ist gefährlich – denn alles was sie kann, ist Mobbing.

Eigentlich soll "Sarahah" dabei helfen, dem Chef anonym konstruktive Kritik geben zu können. Klingt erstmal toll. Nachdem der erste Launch aber nicht erfolgreich war, ergänzte der Erfinder ein "Friends"-Feature.

Ehrliche Kritik soll man schließlich nicht nur am eigenen Chef, sondern auch im Freundeskreis äußern können. Und Anonymität macht Menschen ehrlicher. So zumindest der Gedanke des saudischen Erfinders, Zain al-Abidin Tawfiq.

So sieht die App aus:

(Bild: Sarahah)

In den letzten Monaten erlebte Sarahah in vielen arabischen Ländern einen kometenhaften Aufstieg: 2,5 Millionen User in Ägypten, 1,7 Millionen in Tunesien und 1,2 Millionen in Saudi-Arabien (BBC).

Jetzt ist sie auch in Deutschland verfügbar, in Amerika, Australien und Kanada ist sie bereits an der Spitze der Download-Charts. Laut Tawfiq haben sich inzwischen mehr als 14 Millionen Nutzer registriert, dazu kommen um die 20 Millionen Einzelbesuche pro Tag.

Den Erfolg hat die App vor allem Snapchat zu verdanken.

Wie früher bei ask.fm benötigt man einen Profil-Link, um einer Person Nachrichten schicken zu können. Seit man auf Snapchat Links einfügen kann, sind die Sarahah-Nutzerzahlen in die Höhe geschnellt (Mashable).

Sarahah hat Youtube, Instagram und Messenger im internationalen Ranking der App-Stores schon hinter sich gelassen.

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Mittlerweile gibt es aber Kritik: Die App soll Cyber-Mobbing begünstigen. Besonders Jugendliche würden die Anonymität für Hassbotschaften nutzen, berichten US-Medien (Business Insider).

Bisher sind Netzwerke, die auf Anonymität gesetzt haben, immer gescheitert. Nach ask.fm musste zuletzt Yik Yak aufgeben. In Amerika hatte es zwei Verfahren wegen "Hate Crime" und Rassismus, die über die Plattform verbreitet wurden, gegeben. Allerdings hatten weder Yik Yak noch ask.fm je internationalen Erfolg.

In Deutschland ist Sarahah noch nicht unter den Top 100. In Frankreich ist der Trend aber schon angekommen, hier ist die App auf Platz eins.


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