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Tech

Lehrerverband lehnt WLAN in allen Klassenzimmern ab, macht sich lächerlich

12.10.2016, 10:22 · Aktualisiert: 12.10.2016, 16:56

Der Präsident des Lehrerverbands, Josef Kraus, findet WLAN in allen Klassenzimmern falsch. "Die Euphorie ums Digitale kann ich nicht nachvollziehen", sagte Kraus. Der Lehrerverband vertritt rund 160.000 Lehrer in Deutschland. "Ich hätte mir eher eine Initiative für Schulbibliotheken gewünscht", sagte Kraus. "Bücher sind Wissen ohne Verfallsdatum." (ZDF)

Kraus kritisiert damit eine Initiative des Bildungsministeriums, das Schulen aufrüsten will. Die rund 40.000 Schulen in Deutschland sollen endlich alle WLAN in allen Klassenzimmern bekommen. Bis 2021 sollen dafür bis zu fünf Milliarden Euro ausgegeben werden.

Der Lehrerverband setzt sich unter Josef Kraus schon länger dafür ein, das Internet als Fremdkörper zu begreifen:

"Schule muss die jungen Leute von der Vorstellung abhalten, mit Hilfe moderner Medien könne man sich mühelos und punktuell die gerade gebrauchten Informationen einholen."

Das führe zu "Häppchenbildung". Kraus setzt stattdessen auf gedruckte Bücher.

Vielleicht sollte ihm mal jemand zeigen, wie man sich mit Wikipedia ein Thema erschließt und binnen Minuten tief in aktuelle Forschung und Diskussionen einsteigen kann. Wie man über ein paar Links zu interaktiven Grafiken gelangt, die ein Thema besser erklären als drei Seiten Buch.

Aber vielleicht kommen die "jungen Leute" dann auf die Idee, man könne sich mit Hilfe moderner Medien mühelos und punktuell die gerade gebrauchten Informationen einholen.

Wir nennen es übrigens Internet. Es ist eine der größten und besten Erfindungen der Menschheit.

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Gerechtigkeit

Wie Syrer halfen, den mutmaßlichen Attentäter aus Chemnitz zu fassen

12.10.2016, 10:04 · Aktualisiert: 13.10.2016, 09:57

"Wir sind nicht wie er."

Monis Bukhari, 38, aus Damaskus ist so etwas wie der Cheflobbyist der syrischen Flüchtlinge in Deutschland. Er leitet die wichtige Facebook-Gruppe "Syrisches Haus in Deutschland", die derzeit mehr als 152.000 Mitglieder zählt. Dort gibt er gemeinsam mit einem Team Hilfestellungen. Er beantwortet Fragen, gibt Tipps für Behördengänge, organisiert Radtouren mit Neu- und Alt-Berlinern und vermittelt zwischen Syrern und Einheimischen.

Nachdem die Polizei am Samstag in einer Wohnung in Chemnitz Sprengstoff fand, veröffentlichte er in der Gruppe den Fahndungsaufruf nach dem mutmaßlichen Terroristen Jaber al-Bakr und appellierte an die Gemeinschaft, nach dem Verdächtigen zu suchen und sich an die Polizei zu wenden.