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Facebook will endlich gegen Hass-Kommentare vorgehen

24.11.2015, 15:35 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:23

Androhungen von physischer Gewalt sollen entfernt werden.

Facebook hat angekündigt, bei gemeldeten Hass-Kommentaren und Postings künftig genauer hinzuschauen:

"Posts, die Androhungen von physischer Gewalt enthalten, werden künftig als glaubhafte Drohungen eingeschätzt und von Facebook entfernt."

Das schreibt Facebook-Manager Richard Allan. Bisher mussten sich Drohungen konkret gegen eine Person richten, um von Facebook entfernt zu werden. Was zur Folge hatte, dass auf Facebook ein rechtsextremer Mob weitgehend ungestört hetzen durfte, gegen Flüchtlinge und Politiker.

Diese Haltung hatte in Deutschland immer wieder für Kopfschütteln gesorgt. Facebook-Nutzer, Experten, Politiker bis hin zur Bundesregierung hatten Facebook dafür kritisiert. Die neue Regel ist laut Facebook in Zusammenarbeit mit jugendschutz.net und der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia entstanden, also der offiziellen Prüfstelle für den Jugendschutz und einem Zusammenschluss von Unternehmen, die von selbst auf Jugendschutz achten wollen, um staatlicher Regulierung zuvorzukommen.

Gerade hatte Facebook Medienvertretern in Irland noch erzählt, es sei doch alles in Ordnung – jetzt soll endlich gegengesteuert werden. Zwar behauptet das Unternehmen, dass die "Gemeinschaftsstandards" nicht geändert wurden. Dafür gesteht Facebook erstmals Versäumnisse ein und will die bestehenden Regeln konsequenter anwenden. Richard Allan verspricht:

"Facebook ist ein Ort für Diskussionen – kein Ort für Hass. Wir dulden ihn nicht. Und die Menschen auf Facebook ebenso nicht."

So geht's auch: In dem Kurzfilm "Social Media Bastards" kriegen Internet-Nazis auf die Fresse.