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Endlich Schluss mit Hasskommentaren?

15.01.2016, 15:04 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:25

Neue Mitarbeiter in Berlin sollen Facebook beim Löschen helfen.

Facebook löscht Hasskommentare ab sofort auch von Deutschland aus. Nach SPIEGEL-Informationen lässt das Netzwerk gemeldete Beiträge in Berlin prüfen und gegebenenfalls entfernen. Dafür hat Facebook extra neue Mitarbeiter gesucht. Diese sind allerdings nicht beim Netzwerk angestellt, sondern beim Dienstleister Arvato.

Arvato hatte in den vergangenen Monaten "customer care agents" für ein "führendes soziales Netzwerk" gesucht. Facebook bestätigte nun, dass die "agents" auf Jagd nach Hasskommentaren gehen sollen. Es handele sich um eine dreistellige Zahl von Mitarbeitern. "Mit dieser Investition möchte Facebook dafür sorgen, dass Meldungen von Inhalten, die gegen unsere Gemeinschaftsstandards verstoßen, noch effektiver bearbeitet werden können", sagte Facebook-Sprecherin Tina Kulow dem SPIEGEL.


Anstieg von rassistischen Sprüchen in der Flüchtlingsdebatte

In Deutschland wird Facebook seit Langem für seinen laschen Umgang mit rassistischen und verletzenden Kommentaren kritisiert. Gerade in der Flüchtlingsdebatte stieg die Zahl ausländerfeindlicher Sprüche und Grafiken im Netzwerk rasant an.

Die am US-amerikanischen Recht orientierten Gemeinschaftsstandards bei Facebook ließen lange Zeit viele in Deutschland rechtswidrige Kommentare als freie Meinung durchgehen. Melden Nutzer einen kritischen Beitrag, wurde er bislang von einem der vier "community operations teams" geprüft – und eventuell gelöscht. Das dauerte vielen Nutzern zu lange.

Community-Manager mit Sprachtalent gesucht

Die Community-Teams sitzen bislang in Dublin, Kalifornien, in Texas und im indischen Hyderabad. Mit dem neuen externen Team in Berlin soll nun das Beurteilen (und Löschen) von Hasskommentaren schneller gehen.

Für den Standort in Berlin suchte Arvato nicht nur deutsche Muttersprachler, sondern auch Mitarbeiter, die etwa fließend Französisch, Arabisch, Türkisch oder Schwedisch sprechen. Die Jobausschreibung versprach spannende Arbeit in einem "wachsenden und innovativen Sektor".

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