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Wen soll ich wählen, wenn ich überall schnelles Internet haben will?

12.09.2017, 18:23 · Aktualisiert: 13.09.2017, 21:17

Worum geht's?

Das Internet ist heute aus keinem Bereich unseres Lebens mehr wegzudenken.

  • Wir sind ständig online, auch unterwegs.
  • Unternehmen sind davon abhängig, genau so schnell und zuverlässig wie die Konkurrenz im Ausland arbeiten zu können – auch online.
  • Die Digitalisierung schreitet voran - und Deutschland kann nur mitmachen, wenn die Verbindungen schnell genug sind.

Deshalb brauchen wir eine zuverlässige und schnelle Internetverbindung – überall, ob in der Stadt oder auf dem Land.

Wie ist die Situation aktuell?

Obwohl Deutschland ein wohlhabendes Land ist, gibt es in Sachen Internet einiges aufzuholen:

Erstens bei den Breitbandanschlüssen, also den normalen Internetanschlüssen zuhause oder im Büro.

Im Durchschnitt surften die Deutschen Ende 2016 mit Geschwindigkeiten von etwa 14 MBit pro Sekunde – im internationalen Vergleich steht Deutschland damit nur auf Platz 25. (ZDnet)

Für schnelleres Internet soll der Ausbau des Netzes mithilfe von Glasfaser-Technologie sorgen. Der geht in Deutschland allerdings nur langsam voran. (Heise)


Wen soll ich wählen, wenn ...?

Die Wahlentscheidung ist nicht immer einfach. Während sich manche schon lange sicher sind, für wen sie ihre Kreuze machen, tun sich andere schwer. Und die kompletten Wahlprogramme lesen will auch nicht jeder – immerhin sind manche mehr als hundert Seiten lang. In den einfacher zu verdauenden Kurzversionen werden dagegen nicht alle Fragen beantwortet.

In unserer Reihe "Wen soll ich wählen, wenn ...?" greifen wir uns deshalb jeweils ein Thema heraus, das vielen Menschen am Herz liegt und sehen uns die Wahlprogramme von CDU/CSU, SPD, den Grünen, der Linken, der FDP und der AfD ganz konkret dazu an.

Zweitens könnte das Mobilfunknetz aufgerüstet werden:

Aktuell ist in Deutschland LTE bzw. 4G die schnellste mögliche Mobilverbindung. Bei O2 sind damit beispielsweise Übertragunsgeschwindigkeiten von maximal 50 Megabyte pro Sekunde möglich. (O2) Auf das LTE-Netz kann man sich jedoch längst nicht überall verlassen. (Giga)

Im Juli stellte die Bundesregierung nun eine Strategie zum Ausbau eines 5G-Netzes vor. Dieser neue Netztyp soll LTE spätestens ab 2020 ablösen. In einem 5G-Netz könntest du mobil sogar mit bis zu 2 Gigabit pro Sekunde surfen. (Bundesregierung)

Drittens könnten mehr freie WLAN-Hotspots geschaffen werden.

Mit der Abschaffung der Störerhaftung ist der erste Schritt in diese Richtung zwar getan. WLAN-Anbieter müssen nun nämlich nicht mehr fürchten, abgemahnt zu werden, wenn jemand ihr Netzwerk für illegale Aktivitäten nutzt. (Süddeutsche Zeitung)

Trotzdem liegt Deutschland auch in dieser Hinsicht aktuell weit hinter anderen Ländern zurück (Die Welt).


Was planen die Parteien?

CDU/CSU

Die Union verspricht flächendeckend schnelle Breitband- und Mobilfunkversorgung. Vor allem in ländlichen Regionen soll aufgerüstet werden. Dasselbe gilt für Schulen und Hochschulen, die bundesweit an schnelles Internet angebunden sein sollen.

Zum Thema öffentliches WLAN ist im Wahlprogramm der Union nichts zu finden.

SPD

Die SPD setzt in ihrem Wahlprogramm das Ziel, Deutschland zu "einer der modernsten digitalen Infrastrukturen" zu machen. Unter dem Motto "Breitband für alle" sollen auch ländliche Regionen schnelles Internet erhalten. 

Konkrete Zahlen gibt es auch: Im Jahr 2025 sollen 90 Prozent der Gebäude an Gigabitnetze angeschlossen sein.

Mithilfe von neuen Antennenstandorten, die ebenfalls an Glasfaser angeschlossen sein sollen, soll ein Mobilfunknetz im 5G-Standard ausgebaut werden.

Außerdem sollen öffentliche Einrichtungen offene und kostenfreie WLAN-Hotspots bekommen.

FDP

Die FDP wünscht sich Deutschland als "Gigabit-Gesellschaft": Das heißt für sie, dass der Anteil der Glasfaseranschlüsse steigen soll. In dieser Hinsicht sei Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch Entwicklungsland.

Um den Ausbau des Glasfasernetzes zu finanzieren, soll der Bund seine Aktienbeteiligungen an der Deutschen Telekom und der Deutschen Post verkaufen. Diese benötigten als "Global Player" ohnehin keine staatliche Kontrolle mehr.

Mithilfe von wirtschaftlichen Maßnahmen möchte die FDP zudem sicherstellen, dass der Ausbau des Netzes für Anbieter auch in ländlichen Regionen attraktiv wird.

Außerdem möchte die FDP WLAN in öffentlichen Räumen, Gebäuden und dem öffentlichen Nahverkehr ermöglichen – an dieser Stelle ist das Wahlprogramm jedoch veraltet, weil noch von der alten Regelung der Störerhaftung ausgegangen wird.

Mehr Themen im Wahlprogramm-Check:

Die Linke

In ihrem Wahlprogramm kritisiert die Linke, dass Internetzugang in Deutschland noch immer eine Frage des sozialen Status sei. Deshalb fordert sie, dass jeder Haushalt ein Anrecht auf einen bezahlbaren, schnellen Breitband-Internetanschluss haben soll.

Internetanbieter sollen zudem verpflichtet werden, nicht die mögliche, sondern die garantierte Geschwindigkeit der Anschlüsse anzugeben.

Auch die Ausstattung von Schulen und Hochschulen soll verbessert werden: Dort sollen schnelle Breitbandanschlüsse und WLAN verfügbar gemacht werden.

Die Grünen

Die Grünen wollen Glasfaser-Versorgung "bis zu jeder Haustür" in Deutschland sicherstellen. Zur Finanzierung schlagen auch sie einen Verkauf der Telekom-Aktien des Bundes vor.

Außerdem soll ein 5G-Mobilfunknetz schnell und umfassend ausgebaut werden – über das gleichzeitig ein offenes WLAN für alle verfügbar sein soll.

Auch die Freifunk-Bewegung, die ein freies Funknetz mithilfe von privaten, lokalen Computernetzwerken aufbauen will, soll gefördert werden.

Internetunternehmen, die versprochene Mindestbandbreiten nicht einhalten, sollen ihren Kunden zudem finanziell entschädigen.

AfD

Die AfD fordert schnelles Internet. Der Staat soll finanzielle Belastungen abmildern. Wie das gehen soll oder wer und was Förderung bekommen soll, steht nicht im Programm. (Golem)

Zum Thema öffentliches W-Lan findet sich nichts im Wahlprogramm der AfD.

Anmerkung: Wir haben den Punkt der AfD um zusätzliche Informationen ergänzt.


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Du kannst verschickte WhatsApp-Nachrichten bald wieder zurückholen

12.09.2017, 17:04

Es passiert sehr schnell: Wer sich bei WhatsApp für einen Moment mal nicht unter Kontrolle hat, kann auch mal durcheinanderkommen. Und dann bekommt Mama plötzlich die Nachricht, die eigentlich der Typ bekommen sollte, den du letztens kennengelernt hast. Peinlich.