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Bild: dpa/Sebastian Kahnert

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Apps wollen Flüchtlingen helfen, in Deutschland klarzukommen. Wie gut sind sie?

07.12.2015, 14:45 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:22

Das Smartphone ist für viele das wichtigste Werkzeug - das gilt auch für jene Menschen, die nach Deutschland geflohen sind. Es hilft, sich auf dem Weg zu orientieren und mit ihren Familien zu Hause in Kontakt zu bleiben.

Inzwischen gibt es aber auch viele Apps, die beim Ankommen und Einleben in Deutschland unterstützen sollen. Die für Kinder gemachten Programme "phase 6 hallo" und "Deutsch für Flüchtlinge" (Android/iOS) helfen zum Beispiel beim Lernen der Sprache.

Andere Apps erklären, wie das Asylverfahren abläuft oder informieren über Land und Leute. 

Wir stellen drei kostenlose Apps vor und haben geflüchtete Menschen um einen Kurztest gebeten.


Welcome App Germany (iOS, Android, Windows Phone)

Die App wurde von zwei IT-Unternehmen aus Dresden entwickelt, die zuvor bereits die "Welcome-App Dresden" veröffentlicht haben. Sie ist komplett offline benutzbar und informiert über Beratungsstellen, das Asylverfahren sowie das Alltagsleben in Deutschland.

Zukünftig sollen Städte, Landkreise und Bundesländer in die Anwendung integriert werden, damit Flüchtlinge auch lokale Infos abrufen können. Die "Welcome App" ist auf Deutsch, Englisch, Französisch und Arabisch verfügbar.

(Bild: Okan Bellikli)

Das sagt Hakim, 31. Er stammt aus der arabischen Minderheit im Iran und lebt seit drei Jahren in Deutschland:
"Die verschiedenen Kategorien klingen interessant, die Infos dahinter sind aber oberflächlich. Viele Sachen weiß man schon, zum Beispiel dass man in dieses Amt oder jene Behörde gehen muss. Es stand aber keine Adresse dabei, nicht mal ein Link." 



RefuChat (Android, iOS)

Die App des Münchener IT-Beraters Marco Nissen funktioniert nur mit Internet und greift auf den Wortschatz des "Refugee Phrasebook" zu. Dabei handelt es sich um eine ständig erweiterte Sammlung von Sätzen und Begriffen, die geflüchtete Menschen und Helfer nutzen können. 

Außerdem ist der "Google Übersetzer" eingebaut, der einspringt, wenn ein Wort mal nicht im "Phrasebook" verfügbar ist. Wer die App nutzt, kann sich die Ausdrücke unter anderem auf Deutsch, Englisch, Arabisch und Urdu vorsprechen lassen.

(Bild: Okan Bellikli)

Das sagt Yezan, 21, aus Syrien, er lebt seit zwei Jahren in Deutschland:
"Die App sieht schön aus. Die Sätze, die ich eingegeben habe, wurden korrekt übersetzt. Und zwar auch, als ich es mit einem langen Satz versucht habe. Die Aussprache war ebenfalls richtig." 



Deutschland - Erste Informationen für Flüchtlinge (Android, iOS)

"Deutschland - Erste Informationen für Flüchtlinge" ist die digitale Version eines Buchs des Herder-Verlags, das in Zusammenarbeit mit der Konrad-Adenauer-Stiftung entstanden ist.

Wer will, kann sich den ganzen Text oder einzelne Kapitel herunterladen, die dann offline abrufbar sind.

Das Buch enthält sowohl allgemeine Informationen zu Land und Kultur, als auch konkrete Tipps für das alltägliche Leben. Die App ist auf Deutsch und Arabisch verfügbar.

(Bild: Okan Bellikli)

Das sagt Muhammed, 29, aus Syrien, er lebt seit einem Jahr in Deutschland:
"Gefällt mir sehr gut. Die App erklärt das Leben in Deutschland und wie man sich in der Öffentlichkeit zu verhalten hat. Zum Beispiel, dass ich pünktlich sein muss, wenn ich einen Termin habe. Wir haben solche Infos schon mal auf Papier bekommen, aber das verlieren manche. Auf dem Handy ist das also sehr praktisch."