Tech

Anonymous will Aktionen gegen IS-Propaganda verschärfen

16.11.2015, 16:39 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:22

#OpISIS

Das Web-Kollektiv Anonymous hat in mehreren Videos nach den Anschlägen in Paris weitere Aktionen gegen den "Islamischen Staat" angekündigt. Unter dem Hashtag #OpISIS laufen seit Anfang des Jahres Aktionen gegen die Terroristen, der Auslöser war der Anschlag auf die Satirezeitschrift "Charlie Hebdo". Seitdem gibt es auf YouTube regelmäßig Updates.

Die Anonymous-Aktivisten sammeln zum Beispiel die Namen von Twitter-Accounts, hinter denen sie Mitglieder oder Sympathisanten des "Islamischen Staats" vermuten. Mehr als 100.000 Accounts wollen die Aktivisten bereits identifiziert haben, viele der Accounts verschwanden aus dem Netz – vermutlich, weil auch die Polizei und die Twitter-Betreiber daraufhin aktiv wurden. 

Der "Islamische Staat" am Cyber-Pranger von Anonymous. Auch Propaganda-Videos sind das Ziel: Rund 5900 Videos sollen bereits offline genommen worden sein. 

Wer hinter der neuen Ankündigung steckt, ist unklar – wie das bei Anonymous nun mal so ist. Prinzipiell kann sich jeder Anonymous nennen, Pamphlete verfassen und Videos veröffentlichen. Deswegen sind Ankündigungen der selbsternannten Cyber-Rächer grundsätzlich mit Skepsis zu betrachten. In Deutschland ist eine große Anonymous-Facebookseite seit einiger Zeit in den Händen eines rechtslastigen Admins, der Anonymous nun auf seine ganz eigene Weise interpretiert.

Einer der größeren Anonymous-Accounts stellte sich hinter die #OpISIS:

#OpISIS ist aber nicht nur eine Ankündigung, es gibt bereits erste Ergebnisse. Nun wird die ohnehin bombastische Rhetorik noch einmal verschärft: "Attendez-vous à une mobilisation totale de notre part", heißt es in einem der Videos, der "Islamische Staat" soll sich auf eine totale Mobilisierung einstellen.

Das Anschwärzen von Social-Media-Accounts ist dabei noch längst nicht alles: 149 IS-Websites sollen ebenfalls verschwunden sein – nach Anonymous-Angriffen, wie einer der Aktivisten "Foreign Policy" erzählt hat. Die Hackergruppe GhostSec arbeitet sich schon länger an den Dschihadisten ab, infiltriert außerdem Foren, um an Informationen zu gelangen.

Wo puritanische Hacker mit ihren selbstauferlegten Regeln ein Problem damit haben, den freien Fluss von Daten zu unterbinden, schlagen GhostSec und die Anonymous-Aktivisten zu. Neben Websites haben sie es auch auf den Kommunikationsfluss des Cyber-Kalifats abgesehen. 

Wie erfolgreich Anonymous tatsächlich damit ist, lässt sich nur schwer sagen. Aber immerhin wird den Terroristen nicht einfach das Internet überlassen.