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Fehler, die du bei einer Wohnungsbesichtigung immer wieder machst

22.07.2016, 10:27 · Aktualisiert: 22.07.2016, 14:36

Bei einer Wohnungsbesichtigung kann man viel falsch machen. Klar, die Basics hast du auf dem Schirm: vernünftig anziehen, nicht zu spät kommen, die Wohnung bei Tageslicht anschauen. Aber warum solltest du nochmal das mit dem Schimmelproblem in deiner alten Bude nicht ansprechen? Und ist es besser alleine oder in Begleitung zum Termin zu gehen?

Hier sind 13 Fehler, die häufig bei Wohnungsbesichtigungen passieren (und Tipps, wie du sie vermeidest):

Du bereitest dich nicht vor.

Ok, die Adresse hast du nachgegoogelt und findest die Lage gut. Das wars aber auch in Sachen Vorbereitung. Dabei kannst du beim Vermieter punkten, wenn du deine Unterlagen beieinander hast.

In die Bewerbungsmappe gehören:

  • eine Selbstauskunft der Schufa
  • eine Bestätigung deines alten Mieters, dass du immer pünktlich die Miete bezahlt hast
  • eine aktuelle Verdienstbescheinigung oder
  • eine Bürgschaft deiner Eltern, in der sie erklären, für deine Kaution zu bürgen

(Bild: Giphy)

Du kommst alleine zur Besichtigung.

Du willst selbstständig rüberkommen und klingelst solo beim Vermieter. Das ist clever gedacht, aber eher ungeschickt. Vier Augen sehen mehr als zwei. Bei der Besichtigung der Wohnung solltest du deswegen am besten einen Freund oder eine Freundin mitnehmen. Das Gleiche gilt für die Übergabe der Wohnung an dich, solltest du den Zuschlag erhalten. Hier kann deine Begleitung auch als Zeuge fungieren, solltest du Mängel an der Wohnung zu Protokoll geben wollen (oder im Extremfall: du mit deinem Vermieter vor Gericht landen).

Du ziehst über deine alte Wohnung her und beschwerst dich, dass dein alter Vermieter nie etwas gegen den Schimmel im Bad unternommen hat.

Egal wie engagiert du auch versuchst darzustellen, dass das prächtige Pilzwachstum in deiner alten Wohnung nichts mit dir zu tun hat – dein neuer Vermieter wird trotzdem denken, dass es deine Schuld war. Außerdem: Wenn du über seinen Vorgänger herziehst, fragt er sich mit Sicherheit, was du später für Geschichten über ihn verbreitest.

Du nimmst die Texte in der Wohnungsanzeige wörtlich und bist später enttäuscht – und vergeudest Zeit.

Schöne Worte bedeuten nicht immer gleich schöne Wohnung. "Charmante Souterrains" entpuppen sich nicht selten als Kellerloch und bei der "sonnendurchfluteten Wohnung in aufstrebender Lage" kannst du dich vermutlich auf 16 Stunden Dauerbestrahlung, schweißtreibende Temperaturen und Baulärm einstellen. "Bei Wohnungsanzeigen kommt es darauf an, zwischen den Zeilen zu lesen", sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund.

(Bild: Giphy)

Du machst dir keine Gedanken über die Energieeffizienz der Wohnung.

Schlecht isolierte Wohnungen können im Winter hohe Heizkosten verursachen (Achtung Nachtspeicherheizung!). Mit einem Blick in den Energieausweis des Gebäudes kannst du den Bedarf und die Kosten besser abschätzen. Der Vermieter muss dem Interessenten den Ausweis schon bei der Besichtigung zeigen, bei der Vertragsunterzeichnung muss er den Ausweis aushändigen. Ausgenommen von der Ausweispflicht sind nur Häuser, die unter Denkmalschutz stehen.

Du vergisst, nach den Nachbarn zu fragen.

Später bekommst du dann den Schock deines Lebens, wenn du beim Altnazi aus der Wohnung über dir dein Amazon-Paket abholst. Klingel schon bei der Besichtigung mal bei den Nachbarn und check ab, ob sie ein Umfeld bilden, in dem du gerne leben möchtest. Vielleicht bekommst du von ihnen auch die ersten Tipps für den Alltag – und einen Eindruck, wie laut und entspannt es in der Nachbarschaft ist.

(Bild: Giphy)

Du mäkelst an allem rum.

Natürlich ist es klug, sich eine Wohnung genau anzuschauen, bevor man den Vertrag unterschreibt. Bei der ersten Besichtigung solltest du es mit der Fehlersuche aber nicht übertreiben. Anderenfalls stuft dich der Vermieter gleich als Nervensäge ein. Ein Blick, ob der Fußboden richtig verlegt ist, Wasserhähne und Lichtschalter stichprobenartig testen, Fenster öffnen und schließen – das ist okay. Den gründlichen Check solltest du auf die Wohnungsübergabe verschieben. Dieser Termin ist dazu da, sich mit dem Vermieter die Wohnung ganz genau anzuschauen und nach Mängeln zu suchen.

Du achtest nicht darauf, ob sich die Wohnung für dich sinnvoll aufteilen lässt.

Keine Steckdose zum Handyladen da, wo später dein Bett hin soll, Anschlüsse für die Waschmaschine gibts nur im Flur, kein Platz für die Couch im Wohnzimmer. Ärgerlich, wenn man sowas erst beim Einzug entdeckt. Wer bei der Besichtigung auf solche Details achtet, kann sich viel Ärger ersparen.

Bock auf Bratwurst: Du fragst nicht, was in deiner neuen Bleibe erlaubt und was verboten ist. Grillen auf dem Balkon zum Beispiel.

Ein Vermieter darf das Grillen auf dem Balkon oder der Terrasse verbieten. "Wer sich nicht an die im Vertrag geregelte Vorschrift hält, riskiert eine Abmahnung oder gar die Kündigung", sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund. Und auch ohne ausdrückliches Verbot des Vermieters darf übrigens nicht gegrillt werden, wenn der Rauch in die Nachbarwohnung zieht.

Und noch ein wichtiger Punkt: Untermiete.

(Bild: Giphy)

Du fragst nicht nach, welche Pflichten du im Haus erfüllen musst.

Schneeschippen, das Treppenhaus putzen oder sogar die Heizung entlüften – solche Dinge kann der Vermieter im Vertrag zur Pflicht des Mieters erklären. Eine kurze Frage zu möglichen Aufgaben während der Besichtigung schafft Klarheit.

(Bild: Giphy)

Du holst dir keinen Rat von Experten.

Vieles im Mietvertrag hört sich wegen der Fachsprache schlimmer an, als es ist. Oder dein Vermieter will dort Dinge festhalten, die gar nicht erlaubt sind. Deswegen ist es durchaus empfehlenswert, den Vertrag vor der Unterschrift gegenchecken zu lassen. In einigen Städten gibt es kostenlose Rechtsberatungen für Mieter. In Berlin bieten zum Beispiel die Bezirksämter solch einen Dienst an, in Hamburg ist die öffentliche Rechtsauskunft dafür zuständig. Du kannst dich auch an den Mieterbund wenden, dafür musst du allerdings Mitglied werden (eine Jahresmitgliedschaft kostet zwischen 60 bis 90 Euro).

(Bild: Giphy)

Du klärst nicht ab, in welchem Zustand die Wohnung an dich übergeben wird.

Vor allem wenn du als Nachmieter die Wohnung direkt vom Vormieter übernimmst, solltest du genau nachfragen, was in der Wohnung bleibt. So mancher Vormieter lässt ungewollte Möbel einfach zurück – um die durchgebogenen Billy-Regale und die usselige Mikrowelle darfst du dich dann kümmern. Dafür nimmt er dann die Waschmaschine mit, die du eigentlich eingeplant hattest.

Du vertraust darauf, dass die Wand im Schlafzimmer dein neues Regal schon aushalten wird.

Unter der hübschen Raufasertapete verbergen sich vielleicht etliche zugespachtelte Bohrlöcher vom Vormieter. Das macht die Wand nicht gerade belastbarer. Frag den Vermieter bei der Besichtigung einfach, wo du deine Sachen ohne Bedenken aufhängen kannst. Er kann dir auch sagen, wo Strom- und Wasserleitungen liegen, die das Bohren gefährlich machen könnten.

(Bild: Giphy)

Und nun zu den Softskills: Mach unser Quiz!

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