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Wie oft muss ich mein Bett neu beziehen?

31.08.2017, 11:53 · Aktualisiert: 23.09.2017, 13:10

Klären wir das – ein für alle Mal

Das Bett ist für viele eine mystische Zone: Der Ort, an dem man schläft, träumt und Sex hat, der Ort, an dem man schutzlos und nackt sein kann. 

Allerdings sind wir nicht immer so ungestört in unseren Refugien, wie wir es gern hätten – weil sich angeblich allerhand Eigenleben unter den Laken verbirgt.

Deshalb wollen wir wissen: Ist wirklich so viel los in unseren Matratzen?  Und was können wir tun, wenn wir da lieber auf Untermieter verzichten würden?

1.

Wie oft sollte ich mein Bett neu beziehen?

Aus hygienischen Gründen sollte es reichen, wenn man sein Bett alle vier Wochen neu bezieht, sagt Eva Scholl. Scholl ist Biologin und hat sich vor mehr als 30 Jahren auf Schädlingsprobleme spezialisiert. 

Und: Zehn Minuten waschen bei 60°C genügten. Das ist die gute Nachricht.

Die schlechte: "In der Regel sitzen die Tierchen nicht in der Bettwäsche, sondern in der Matratze oder in den Ritzen der Umgebung."

Und was passiert sonst so in deinem Bett? Wenn du wissen willst, wie durchschnittlich dein Sexleben ist, ist das dein Quiz:

2.

Wie lange dauert es, bis mein frisch bezogenes Bett "lebendig" wird?

Wenn man Pech hat und die kleinen Biester bereits in der Matratze sitzen, dauert es gerade mal eine Nacht, bis sie sich von dort wieder durch die saubere Bettwäsche gearbeitet haben.

Die Tierchen, die es dort am häufigsten gibt, sind Milben:

Sie gehören in die Kategorie der Spinnentiere und sind zwischen 0,2 und 0,3 Millimeter groß. Um sich wohl zu fühlen, brauchen sie vor allem drei Dinge: Wärme, Feuchtigkeit und genug zu Essen.

Einmal in der Matratze angekommen, ist für Milben Partytime

"All das finden sie in unseren Matratzen“, erklärt Scholl: Wenn wir auf ihr liegen, ist es warm. Der in der Nacht abgegebene Schweiß, bringt die Feuchtigkeit – im Durchschnitt sondert ein Mensch bis zu einem halben Liter Schweiß pro Nacht ab – und die vielen Hautschuppen, die wir verlieren, stellen den Rohstoff für das Festmahl bereit.

Milben selbst seien jedoch harmlos, sagt die Schädlings-Expertin, "problematisch ist lediglich ihr Kot." Die kleinen Bröckchen trocknen und zerbröseln in staubfeine Partikel. Lassen wir uns dann aufs Bett plumpsen, wirbeln wir sie auf und atmen sie ein. 

Das Problem: 

In dem Kot stecken Allergene.
Scholl

Heißt: Eiweißverbindungen, auf die eine Vielzahl von Menschen allergisch reagiert – etwa mit fiesem Jucken und Atemwegsirritation.

Also gilt es, die Milben von vornherein von unseren Matratzen fernzuhalten!

"In unser Bett kommen Milben auf verschiedene Wege“, sagt Biologin Scholl. Die meisten hielten sich vermutlich draußen auf und klammerten sich dann an unserer Kleidung fest. "Andere nehmen die Fliege als Taxi.“ 

Fest stehe jedoch: Einmal in der Matratze angekommen, ist für Milben Partytime – und je mehr schimmlige Hautschuppen sie finden, je feuchter und wärmer das Bett, desto besser können sie gedeihen. 

Klären wir das – ein für alle Mal

In dieser Rubrik beantworten wir kleine Fragen des Alltags. Wenn du auch gerne eine beantwortet hättest, schreib uns an fühlen@bento.de.

3.

Was kann ich also gegen Milben tun?

Erst mal – ein super Tipp – das Bett morgens nicht mehr so ordentlich zu machen! "Wenn wir die Bettdecke aufgeklappt am Fußende lassen“, erklärt die Biologin, "kann die Matratze trocknen.“

Gut sei auch, das Zimmer diagonal (also mit Durchzug) zu lüften, auf flauschige Teppiche zu verzichten, das Zimmer im Winter nicht zur Sauna werden zu lassen und sich woanders – zum Beispiel im Bad – auszuziehen. 

So reduzieren wir die Anzahl der Hautschuppen beim Bett.
Scholl

"Eine gute Vorsorge gegen Milben sind auch spezielle Matratzenbezüge, sogenannte Encasings“, sagt Scholl. "Die haben so feine Poren, dass Milben erst gar nicht durch sie durchpassen.“ Das bringe aber nur etwas, wenn die Matratze frisch gekauft und wirklich milbenfrei sei.

4.

Seltener, aber schlimmer, sind übrigens die Bettwanzen, sagt die Biologin.

Die waren seit den 1940er Jahren in Deutschland weitestgehend verschwunden, nun sind sie wieder da – und zwar durch unsere Lust am Reisen

Die Krabbeltiere sitzen in Hotelbetten, Bussen, in der Bahn, im Flieger.
Scholl

"Sie verstecken sich in unserer Kleidung oder reisen im Gepäck mit“, berichtet die Schädlings-Expertin, "und sie wollen nur eins: Blut.“ 

Die Wirkung reiche von gar nichts über quälenden Juckreiz bis hin zu dauerhaften psychischen Störungen. Scholl kennt beispielsweise Menschen, die müssten nur in der Zeitung das Wort "Bettwanze“ lesen und schon bekämen sie eine Panikattacke.

Ein befruchtetes Weibchen genügt für einen Befall.
Scholl

"Der wird oft erst nach Monaten auffällig“, so Scholl. Und sei die Plage einmal da, werde man sie nur noch schwer los.

Zur Vorsorge empfiehlt die Fachfrau, sich ein Insektenschutzlaken aufs Bett zu legen und Befallspuren (beispielsweise Kotkleckse auf dem Laken) rechtzeitig zu erkennen; fremde Betten und Sitze – gerade in Hotels – gelte es sorgfältig zu inspizieren und bei Befall sollte man sofort kompetenten Rat suchen. 

"Bevor Betroffene sich dann für einen Schädlingsbekämpfer entscheiden", rät Scholl, "sollten sie auf jeden Fall mehrere Angebote einholen und diese sorgfältig prüfen."

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