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So haben wir unsere Wohnung gefunden – trotz Wohnungsnot

08.09.2016, 10:07 · Aktualisiert: 08.09.2016, 15:31

Studierende geben Tipps für die Wohnungssuche.

Kurz vor Vorlesungsbeginn haben viele Erstsemester noch keine Bleibe. Ihre erste Anlaufstelle: das Internet. Doch bei einschlägigen Portalen wie WG-Gesucht oder Immoscout sind neue Angebote binnen Minuten vergeben. Viele Bewerbermails werden von den Zimmer-Anbietern gar nicht gelesen, weil sie untergehen in der Masse der E-Mails der Verzweifelten.

Die Wohnungssituation ist prekär, vor allem in den großen Universitätsstädten. Die Folge: Die wenigen Wohnungen werden immer teurer. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft: In München zum Beispiel zahlen Studenten für ein Zimmer im Durchschnitt mittlerweile 580 Euro. Vor fünf Jahren waren es noch 517 Euro.

Wir haben uns in verschiedenen deutschen Unistädten umgesehen und sind auf ein paar kluge Ideen gestoßen, wie sich trotz der schwierigen Wohnungssituation passende Wohnungen und Zimmer finden lassen.

1. Das klassische Zeitungsinserat

Lara, Studentin aus Köln, hat im Internet schlechte Erfahrungen gemacht und daraufhin eine Anzeige im "Kölner Stadtanzeiger" geschaltet:

"Bei WG-Gesucht habe ich nur Absagen erhalten, meist sogar gar keine Rückmeldung, weil die Bewerberzahl teilweise schon im dreistelligen Bereich war. Auf meine Anzeige im 'Kölner Stadtanzeiger' habe ich sofort insgesamt zwölf Angebote bekommen. Meist von älteren Vermietern, die dem Trubel von Hunderten Bewerbern entgehen wollten. Ich habe Besichtigungstermine vereinbart und tatsächlich eine Wohnung mitten in der Südstadt zu einem relativ günstigen Preis gefunden. Dort wohne ich jetzt."

2. Zettel und Flugblätter

(Bild: dpa / Patrick Seeger)

Mag seltsam klingen im Zeitalter von Facebook und Twitter, doch die guten alten Zettel-Wohngesuche sterben nicht aus: Auch Studenten in Wohnungsnot kommen darauf zurück und behängen schwarze Bretter, Stromkästen und Litfaßsäulen. Der Erfolg ist nicht garantiert, aber ein Versuch ist es wert. Ähnlich wie bei einem Zeitungsinserat werden hier nämlich auch diejenigen angesprochen, die nicht Online unterwegs sind – also vor allem ältere Menschen.

3. Zwischenmiete für den Übergang

Klingt umständlich, kann aber ziemlich praktisch sein. Bei Sebastian, Student in Stuttgart, hat es geklappt:

"Da ich über die Online-Portale keine langfristige Bleibe finden konnte, bin ich zunächst für zwei Monate in ein Zimmer gezogen, das nur zur Zwischenmiete frei war. Die Zeit vor Ort wollte ich nutzen, um in Ruhe nach einem langfristigen WG-Zimmer zu suchen und den größten Ansturm vor Semesterbeginn abzuwarten. Wie sich aber während meiner ersten beiden Monate herausstellte, wurde genau in der WG, in der ich schon wohnte, ein anderes Zimmer frei. Im Endeffekt musste ich mir also gar nichts Neues suchen."

4. Erst mal pendeln

(Bild: dpa / Ralf Hirschberger)

Auch das klingt umständlich, erspart aber möglicherweise viel Stress – und spart Geld. Denn je weiter vom Stadtzentrum entfernt, desto günstiger sind die Wohnungen. Die Unterschiede sind enorm: Oft machen wenige Kilometer einen großen Unterschied im Preis und im Andrang. Und bekanntlich sind die großen Städte auch mit einer guten Infrastruktur ausgestattet, sodass das Pendeln einigermaßen bequem ist. Wem das auf Dauer zu stressig ist, der kann ja immer noch ins Zentrum ziehen – wenn der große Ansturm vorbei ist.

Im Slider: Wie beeinflusst Pendeln die Gesundheit? Wir haben Experten gefragt

Nabeel Syed
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Anna Dziubinska
Redd Angelo
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5. Sich nicht frustrieren lassen

Franziska, Studentin in Regensburg, hatte zunächt Pech, dann hat sich doch noch etwas ergeben:

"Mein Freund und ich haben eine passende Wohnung bei WG-Gesucht gefunden, dann hat sich die Vermieterin aber doch für einen anderen Bewerber entschieden. Allerdings meldete sie sich noch mal und gab mir die Nummer von eben diesem Bewerber – seine ehemalige Wohnung war nämlich frei geworden. Am Ende konnten wir dort einziehen und die Wohnung ist sowieso viel schöner! Nun haben wir tolle Nachbarn, eine tolle Wohnung in einer tollen Lage – und er hat die Wohnung, die wir eigentlich nie wollten."


Today

Jubel für die Sportler, Buhrufe für den Präsidenten: In Rio starten die Paralympics

08.09.2016, 08:38 · Aktualisiert: 08.09.2016, 09:02

Es sind die größten Paralympics aller Zeiten, mit rund 4300 Athleten aus 170 Ländern. Gegen 21 Uhr Ortszeit hat der brasilianische Schwimmer Clodoaldo Silva am Mittwoch Abend in Rio das paralympische Feuer entzündet. Eröffnet hat die Spiele Brasiliens Präsident Michel Temer. Von den Zuschauern wurde er dabei ausgebuht. (Tagesspiegel)