Future

Du weißt nicht, ob du deine Studienwahl später bereust? Unsere Psychologin hilft

21.10.2016, 14:16 · Aktualisiert: 21.10.2016, 17:48

In unserer Serie "Über-Ich" beantwortet die Psychologin Kathrin Hoffmann eure Fragen.

Andreas fragt:

Bis Ende Juli war ich mir relativ unsicher, was ich studieren will. Dann recherchierte ich im Internet, informierte mich bei der Studienberatung von Unis – und bin letztlich auf ein naturwissenschaftliches Fach gestoßen, das mir recht gut gefiel.

Kurz vorher zögerte ich wieder: vielleicht was Geisteswissenschaftliches?

Letztlich schrieb ich mich doch für ein naturwissenschaftliches Studium ein, jobbte seitdem nur noch – und dachte nicht mehr darüber nach.

Nun wohne ich seit kurzer Zeit in meiner neuen Stadt. Sie gefällt mir eigentlich sehr, die Leute sind nett und auch sonst komme ich gut zurecht. Dennoch frage ich mich: Habe ich zu kurzentschlossen gehandelt? Zweifel sind gerade am Anfang sicher normal, aber ich denke an nichts anderes mehr.

Eine Lehrerin hatte mir kurz nach dem Abitur empfohlen, die Sache lieber langsam anzugehen. Vielleicht eine kurze Pause einzulegen. Damals verstand ich sie nicht.

Doch je länger ich hier bin, desto mehr glaube ich: Ich bräuchte diese Pause dringend, um herauszufinden, was ich von meinem Leben erwarte. Nur bin ich jetzt schon eingeschrieben und umgezogen – was besonders für meine Eltern finanziell und zeitlich aufwändig war.

Im Moment wünsche ich mir, die vergangenen Monate rückgängig zu machen und noch einmal neu zu entscheiden. Ich habe wirklich große Angst davor, in ein paar Jahren zurückzublicken und zu denken: Ich habe eine Chance verpasst.

Das Ganze nimmt mich ziemlich mit und raubt mir die Chance, mich voll auf diese neue Situation einzulassen. Ich möchte damit abschließen und eine Entscheidung treffen. Nur kann ich beim besten Willen nicht sagen welche.

Hilfe!

Jeder hat mal Angst und Stress. Jeder fühlt sich mal hilflos, machtlos, überfordert. Wenn Freunde, Eltern oder Geschwister nicht weiterhelfen können, wollen oder sollen – dann melde dich bei uns. Die Psychologin Kathrin Hoffmann beantwortet in der Serie Über-Ich für bento ausgewählte Fragen, die wir anschließend veröffentlichen. Dabei ändern wir selbstverständlich alle Namen von Betroffenen.

Die Psychologin Kathrin Hoffmann antwortet:

Ich finde deine Situation und die Zweifel, die damit verbunden sind, sehr nachvollziehbar. Du hast mit dem Abitur einen riesigen Meilenstein hinter dir gelassen und hast – bildlich gesehen – vor einer Gabelung mit vielen Abzweigungen gestanden, von denen du einen Weg eingeschlagen hast.

Nun hast du bemerkt, dass du gar nicht genau geschaut hast, welche Wege es noch gegeben hätte und du würdest gerne noch mal zurück zur Gabelung, um auch wirklich die richtige Entscheidung zu treffen.

Dein Bauchgefühl scheint dir sehr deutlich zu sagen, dass du vielleicht etwas zu übereilt entschieden hast. Deinen Eltern das zu offenbaren, scheint für dich schwierig zu sein.

Welche Reaktion befürchtest du? Wie schlimm wäre es für dich, wenn deine Eltern nicht einverstanden sind mit deinem Wunsch? Was würde dir helfen, dich diesem Konflikt zu stellen?

Ich persönlich halte eine Findungsphase nach dem Abitur für durchaus empfehlenswert, denn wie du selbst gesagt hast: Lieber etwas mehr Zeit nehmen, als Jahre später zurück schauen und die Entscheidung bereuen.

Allerdings muss man auch sagen, dass man leider vorher nie genau wissen kann, ob der gewählte Weg tatsächlich der passende ist. Ein Stück weit muss man immer mit der Unsicherheit leben, dass es womöglich noch eine bessere Alternative gegeben hätte.

Und es gibt ja im Leben auch immer die Möglichkeit einer "Kurskorrektur". Oft tritt nach getroffenen Entscheidungen ein Gefühl auf, das Psychologen den "Reaktanzeffekt" nennen. Dabei empfinden wir das, was wir nicht (mehr) haben können als besonders begehrenswert. Sobald man sich also für etwas entschieden hat, kommt plötzlich das Gefühl, doch lieber das Nicht-gewählte haben zu wollen.

Prüfe daher genau, ob es tatsächlich einen Studiengang gibt, den du noch interessanter findest oder ob es nur das mulmige Gefühl ist, dass sich mit deiner Entscheidung zunächst einige andere Türen geschlossen haben.

Was sind deine Werte?

Eine Reise kann eine gute Möglichkeit bieten, noch mal in dich hinein zu hören. Möglicherweise stellst du fest, dass deine Studienwahl doch ganz gut war. Aber dann hast du zumindest das gute Gefühl, dass du nichts überstürzt hast. Nutze die Zeit auch, um dir selbst einige Fragen zu beantworten:

  • Wofür interessiere ich mich besonders?
  • Wo liegen meine Stärken?
  • Was sind meine Werte?
  • Wie möchte ich später mal arbeiten (Büro, Fertigungshalle, Labor, mit Menschen, selbstständig oder angestellt)?
  • Was ist mir im Job besonders wichtig (Sicherheit, Gestaltungsspielraum, Prestige, Sinnerfüllung, Teamarbeit, Flexibilität, Kreativität)?
  • Mit welchen negativen Aspekten könnte ich hingegen gut leben?
  • Welche Studiengänge bzw. Berufsbereiche kann ich sicher für mich ausschließen?
  • Gibt es Personen, die ich bewundere? Was macht diese Personen aus und wie leben sie?

Diese Reflexion kann dir helfen, die für dich passende Richtung zu finden. Der Anspruch, dir absolut sicher zu sein, bevor du eine Entscheidung trifft, ist aber zu hoch! Und die Tatsache, dass es immer auch noch andere gute Optionen gibt, bedeutet ja nicht, dass deine Wahl falsch ist.

Alles Gute für dich!

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Was Satzzeichen in Textmessages wirklich bedeuten!!?:“/

21.10.2016, 13:44 · Aktualisiert: 21.10.2016, 14:28

Wenn man textet, schreibt man zwar, aber eigentlich unterhält man sich. Darum gelten beim Texten andere Regeln als beim Schreiben von Emails.

Satzzeichen zum Beispiel: Einerseits braucht man nicht unbedingt Punkte, weil man stattdessen auch einfach Enter drücken kann, um einen Satz vom nächsten zu trennen. Andererseits nehmen sie in Texts eine ganz andere Bedeutung an – je nachdem, in welchem Kontext du sie benutzt.

Hier haben wir eine kleine Liste zusammengestellt, die dir helfen soll, die Texts deiner Freunde und Dates richtig zu deuten.