Bild: Thomas B. Thomson

Future

"Ich habe mich ziemlich allein gefühlt": Was uns zum Semesterstart bewegt

21.10.2016, 10:37 · Aktualisiert: 21.10.2016, 11:16

Wir haben mit Erst- und Letztsemestern über ihr Studium gesprochen

In der ersten Uniwoche ist alles neu und aufregend und man hofft, dass alles genauso wird, wie man es sich vorstellt.

Doch was genau stellen sich Erstsemester eigentlich vor? Was erhoffen sie sich? Wovor sorgen sie sich in den ersten Unitagen? Und wird es dann tatsächlich so?

Wir haben mit Berliner Studenten über das Hochschulleben gesprochen. Die einen stehen erst am Anfang ihres Studiums – und die anderen sind fast fertig.

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Hannes & Raphael, beide 18, studieren Politikwissenschaft und Germanistik auf Lehramt im 1. Semester

Wir waren auf der gleichen Schule, haben uns aber nach dem Abi beide erst mal ins Ausland verabschiedet. Dass wir uns hier wiedertreffen und dann auch noch genau dasselbe studieren, ist ein riesengroßer, glücklicher Zufall. So ist man am Anfang nicht allein, sondern kann mit jemandem gemeinsam an der Uni starten.

Das Studentenleben stellen wir uns noch etwas partyreicher und entspannter vor, als die Schulzeit.

Ob wir beide wirklich mal Lehrer werden? Wer weiß. Das ist das Gute an der Umstellung auf den Bachelor: Man kann Lehrer werden, muss man aber nicht. Und falls alle anderen Pläne schief gehen, hat man das immer noch als sichere Bank.

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Julia, 24, studiert Germanistik und Geschichte auf Lehramt im 6. Semester

Die beste Erfahrung im Studium war definitiv mein Auslandssemester in Istanbul. Ich wäre gerne noch weiter weg gegangen, aber innerhalb des Erasmusprogramms war die Türkei so anders und so weit weg wie möglich. Vor allem hoffte ich in der Zeit, die Sprache zu lernen – das war ausschlaggebend für meine Entscheidung.

Als Lehrerin hat man heute einen riesengroßen Vorteil, wenn man mehr als Deutsch und Englisch spricht. Leider habe ich den Erasmus-Kosmos unterschätzt und so doch immer wieder etwas mit denen gemacht, die auch Deutsch sprachen.

Trotzdem hat mich die Erfahrung in meinem Vorhaben bestärkt, vor allem Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten. Auch wenn es mich immer wieder erschreckt hat, wie verschult das Studium ist, sind die Möglichkeiten schier unendlich, die man außerhalb des Lehrplans hat.

Das Studentenleben ist wahrscheinlich die freieste Zeit, die man jemals im Leben hat. Ich will gar nicht, dass es endet.

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Maria, 21, studiert Französisch und Spanisch auf Lehramt im 1. Semester

Ich bin vor zwei Wochen aus Lübeck nach Berlin gezogen und habe mich am Anfang ziemlich allein gefühlt. Es war sehr beruhigend festzustellen, dass es den meisten meiner Kommilitonen ähnlich geht.

Ich freue mich darauf, wenn es endlich mit richtigen Seminaren losgeht und ich noch mehr Leute kennenlerne, die die gleiche Leidenschaft für Sprache haben wie ich. Auf der anderen Seite bin ich auch sehr aufgeregt: Nur weil ich Sprachen in der Schule gerne mochte, muss das im Studium ja nicht genauso sein.

Vor allem bin ich gespannt, ob ich wirklich das Zeug zur Lehrerin habe. Ich hoffe es auf jeden Fall sehr.

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Jule, 24, studiert Germanistik, Publizistik- und Kommunikationswissenschaft im 7. Semester

Ich hatte mir eigentlich alles an der Uni anders vorgestellt. Die Seminare bestanden zu 99 Prozent aus Referaten, die meist sehr halbherzig gehalten wurden, da sie nicht benotet wurden.

Mich hat es vor allem frustriert, dass an der Uni so ein großer Fokus auf eine wissenschaftliche Laufbahn gelegt wurde. Praxisanteil: Fehlanzeige. Und auch die Kurse zur beruflichen Vorbereitung wirkten eher wie Beschäftigungstherapie.

Die beste Erkenntnis meiner Studentenzeit: Auch wenn das Studium mir für meinen Berufswunsch, PR für Musiklabels zu machen, fast nichts gebracht hat, scheint es trotzdem in die richtige Richtung zu gehen. Man muss einfach zur richtigen Zeit, die richtigen Leute treffen. Dann ist das Studium, zumindest in meinem Fall, fast egal.

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Zrinka, 21, studiert Politikwissenschaft im 1. Semester

Ich bin ganz frisch in Berlin angekommen und freue mich vor allem darauf, Leute kennenzulernen. Die Uni ist dafür auf jeden Fall ein super Ort und ich hoffe, dass ich viele Menschen kennenlerne, die genauso eine Leidenschaft für Politik haben wie ich.

Zum Glück lebt mein Bruder schon hier und so starte ich nicht völlig alleine. Meine größte Sorge ist, dass das Fach doch nichts für mich ist. Ganz genau weiß man das ja vorher leider nie.

Nach dem Studium möchte ich gerne etwas in Richtung Internationale Beziehungen machen, dafür sind Politikwissenschaften ein guter Grundstein.

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Peter, 30, studiert Publizistik- und Kommunikationswissenschaft und Philosophie im 7. Semester

Bevor ich studiert habe, habe eine Ausbildung gemacht und gearbeitet. Allerdings habe ich gemerkt, dass mich vor allem Marketing und PR begeistert und habe deswegen beschlossen, mit 27 doch noch zu studieren.

Am Anfang war alles chaotisch. Es hat fast ein Semester gedauert, bis ich durch die tausend Programme und Portale durchgestiegen bin.

Innerhalb des Studiums habe ich mein Nebenfach gewechselt: von Germanistik zu Philosophie. Germanistik bringt einem kaum etwas, wenn man nicht Deutschlehrer werden will. Philosophie hat zwar auch nichts mit mit meinem Plan zu tun, in die Werbung zu gehen, aber interessiert mich wenigstens brennend.

Ehrlich gesagt freue ich mich darauf, wieder zu arbeiten. Zwar kann man mit Bafög und Nebenjob auch als Student gut leben – aber ich gebe Geld einfach lieber aus, wenn ich weiß, dass ich dafür gearbeitet habe.


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EU-Gipfel kann sich nicht auf Sanktionen gegen Russland einigen

Russland hat vor Europa nichts zu befürchten. In Brüssel kommen seit Donnerstag die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union (EU) zu einem Gipfel zusammen. Es geht um die großen Fragen: den Brexit, die Krise in der Ukraine, das Ceta-Abkommen und natürlich den Syrienkrieg.

Vor allem beim Thema Syrien sind sich viele Länder einig: Die russischen Bomben dürfen dort nicht mehr fallen.

Der erste Entwurf der Abschlusserklärung las sich deshalb auch so: Die EU werde "alle verfügbaren Optionen" gegen Russland prüfen, darunter "weitere restriktive Maßnahmen gegen Individuen und Institutionen, die das [syrische] Regime unterstützen". (SPIEGEL ONLINE)

Die Übersetzung: Wenn Russland weiter den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad unterstützt, werden neue Sanktionen auferlegt.