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Future

Carolas Queraufstieg: Vom Lehramt zur Hebamme

07.03.2017, 17:54 · Aktualisiert: 20.03.2017, 16:24

Was wolltest du werden, als du jünger warst?

Ich wollte auf die Bühne. Singen, tanzen, schauspielern. Nach dem Abi habe ich mich bei mehreren Musical-Schulen beworben, bei einer kam ich auch in die Endrunde. Aber für einen Platz reichte es nie, das war einfach zu schwierig. Ich habe aber nebenbei noch lange im Varieté getanzt und gesungen.

Queraufstieg

Irgendwann kommt sie, die Frage, bei manchen früher, bei anderen später, manche haben regelrecht Angst vor ihr: "Was willst du später mal werden?"

Es fällt schwer, das zu beantworten. Und wer eine Antwort gefunden hat, bereut sie manchmal hinterher. Weil der Arbeitsalltag in der Realität doch ganz anders aussieht. Und dann?

In dieser Reihe stellen wir Menschen vor, die sich beruflich umentschieden haben. Die sich getraut haben, noch mal von vorne anzufangen.

Was hast du gelernt?

Nachdem es nicht klappte mit den Musicalschulen, begann ich ein Studium. Grundschullehramt in Freiburg, Deutsch, Bio und Geografie.

Mit 21 wurde ich schwanger von meinem damaligen Freund. Direkt im ersten Semester. Ich dachte: Das Studium ist gerade jetzt richtig, ich muss beruflich was Solides machen, irgendwas, was auch später kompatibel sein wird mit dem Familienleben. Ganze neun Semester studierte ich. Dabei merkte ich eigentlich von Anfang an, dass es mir keinen Spaß macht.

Das Studium war extrem theoretisch, es gab wenig Bezüge zur Praxis, die Fächerkombination stellte sich als trocken heraus.

Während ich studierte, war ich ständig unentspannt, hatte immer im Hinterkopf, was ich alles noch für die Uni machen muss. Es nervte mich total, dass ich nicht dahinterstand.

Und dann, völlig unerwartet, wurde ich Mitte 2014 mit 24 wieder schwanger. Von meinem neuen Freund, mit dem ich bis heute zusammen bin.

Carola, 27

Carola, 27 (Bild: Carola Egel)

Warum hast du dich entschieden, etwas anderes zu machen?

An der Uni sagte man mir kurz danach, dass ich schon zu viel Zeit im Grundstudium verbracht hätte: Während ich studierte, wurde zweimal die Prüfungsordnung geändert – hätte ich weitermachen wollen, hätte ich also von vorn beginnen müssen. Die Uni kam mir zwar sehr entgegen, aber für mich war klar: Ich beginne niemals noch mal, ich breche ab.

Die Entscheidung war wie ein Befreiungsschlag für mich. Raus aus dem Studium, das mich nie erfüllte. Stattdessen bewarb ich mich an einer Hebammenschule. Denn während wir unsere erste Tochter großzogen und ich mit dem zweiten Kind schwanger war, wurde mir mehr und mehr bewusst, wie wichtig es ist, dass werdende Familien betreut werden.

Du bist auch ein Queraufsteiger?

Du hast einen Knick im Lebenslauf – und bist stolz darauf? Du hast dich noch mal beruflich umentschieden und machst etwas ganz anderes, als ursprünglich gedacht? Dann melde dich gern bei uns.

Hebammen setzen sich intensiv mit dem neuen Leben auseinander, sie gehen zu Menschen nach Hause, tauchen ins Familienleben ein, unterstützen und beraten. Außerdem erkennen sie rechtzeitig, wenn in der Entwicklung des Wochenbetts oder des Neugeborenen etwas nicht richtig läuft.

Anfangs hatte ich Gewissensbisse, weil die Ausbildung viel Zeit in Anspruch nimmt. Ich bin 38 Stunden pro Woche im Krankenhaus, habe auch Nachtdienste und zwischendurch Schulunterricht. Die Ausbildung dauert drei Jahre, mit dem ersten bin ich fertig.

Mein Freund unterstützt mich, und auch meine Familie steht hinter mir. Auch, wenn ich mir manchmal anhören muss, wie schwierig die Situation für Hebammen gerade ist. Das ist sie – aber die Frauen werden ja trotzdem gebraucht.

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Woher wusstest du, was du wolltest?

Ich bin ein sehr positiver Mensch, lache viel und gehe total offen auf andere zu. Wenn mal was schiefläuft, denke ich nie "Oh Gott, ich schaff das nicht", sondern bin optimistisch. Als mir klar wurde, dass ich Hebamme werden will, verfiel ich nicht in Panik. Ich hatte eher das Gefühl, dass diese Gedanken richtig Aufwind bekamen. Zwischen Unsicherheit und Ungewissheit habe ich immer auf mich, auf diese Zuversicht, vertraut.

Was war die größte Hürde auf deinem Weg?

In einem Studium und damit in einem Leben festzustecken, von dem ich eigentlich wusste: Das ist nicht das Richtige. Die Kurve zu kriegen, sich das einzugestehen, und sich ganz auf sich selbst zu verlassen – das klingt im Nachhinein einfach, war aber ein innerlicher Kampf.

Wie geht es dir heute?

Besser als je zuvor. Seit ich einen Schlussstrich unter das Studium gezogen habe, bin ich viel entspannter. Ich bin weniger schnell genervt, weil ich nie im Hinterkopf habe, dass ich noch irgendwas erledigen muss, auf das ich eigentlich keine Lust habe. Ich habe zwar etwas weniger Zeit mit meinen Kindern, aber diese Zeit ist viel exklusiver.

Und wenn ich jetzt lernen muss, dann ist das natürlich auch eine Belastung – aber keine schlechte. Denn ich mag die Inhalte und freue mich auf den Job.



Haha

Wenn der Erfinder von "Game of Thrones" die Potter-Bücher geschrieben hätte

07.03.2017, 17:35

Drache ist nicht gleich Drache. Fantasy-Fans wissen das am besten. Entsprechend kann man die Bücher von J.K. Rowling und George R.R. Martin nicht auf Schwerter und Zauberei reduzieren – hinter den Reihen "Harry Potter" und "Game of Thrones" stecken ganz eigene Epen, ganz verschiedene Erzählformen.

Was hingegen super geht: Das eine Fantasy-Universum in das andere übersetzen.

Genau das haben Nutzer in einem reddit-Thread jetzt getan. Sie fragten sich, wie eigentlich die "Harry Potter"-Bücher aussähen, wenn sie George R.R. Martin geschrieben hätte? Also: Was passiert in einem Kinderbuch über einen Zauberlehrling, wenn es vom Erfinder der blutigen Fantasy-Reihe "Game of Thrones" verfasst wird?