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Studie zeigt, in welchem Land am längsten gearbeitet wird

08.01.2017, 19:12 · Aktualisiert: 08.01.2017, 19:37

Die Deutschen arbeiten am kürzesten, die Griechen innerhalb Europas am längsten. Das zeigt eine Studie der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), bei der die durchschnittlichen Arbeitsstunden aller Beschäftigten eines Landes aufgelistet werden.

Hier ist der Überblick:

(Bild: OECD)

Wie muss ich die Grafik lesen?

Die OECD hat alle Arbeitsstunden eines Jahres durch alle Beschäftigten des Landes geteilt. Eingerechnet sind Vollzeit, Teilzeit und auch Überstunden. Urlaube und Feiertage wurden abgezogen.

Damit lässt sich die Frage beantworten, wie viele Stunden eine Person in einem Jahr durchschnittlich arbeitet. Demnach

  • arbeitet ein Deutscher 1371 Stunden im Jahr – also 26,3 Stunden pro Woche.
  • Ein Grieche arbeitet 2042 Stunden (39,2 Stunden pro Woche),
  • und ein Mexikaner 2246 Stunden (43,2 Stunden pro Woche).
  • Der Durchschnitt aller Länder liegt bei 1766 Stunden pro Jahr.

Die jetzt veröffentlichten Zahlen gelten für das Jahr 2015, für 2016 gibt es noch keine Daten.

Wie kann das sein?

Die geringe Arbeitszeit in Deutschland hat viele Gründe – einer davon ist die Teilzeit, die vor allem Mütter nehmen, um ihre Kinder zu betreuen. In anderen Ländern gibt es eine besser ausgebaute Kinderbetreuung, so dass Eltern mehr arbeiten können. Im Jahr 2015 waren von allen Angestellten Frauen nur 32,3 Prozent in Vollzeit, bei den Männern waren es 94,2 Prozent. (Statista)

Außerdem gibt es in Deutschland viele geringfügig Beschäftigte, die nicht mehr als 450 Euro im Monat verdienen und entsprechend weniger Stunden in der Woche arbeiten. Im Oktober 2016 gab es rund 31,7 regulär Beschäftigte und 7,4 Millionen geringfügig Beschäftigte. (Bundesagentur für Arbeit)

Schließlich haben Arbeitnehmer in Deutschland auch noch vergleichsweise viele Urlaubstage.

Sind die Deutschen zu faul?

Das kann man so nicht sagen. Sie sind vor allem sehr produktiv und können mit wenig Arbeit viel erreichen. Das zeigt eine andere OECD-Studie, die man mit den Arbeitsstunden ins Verhältnis setzen kann: Die Aufschlüsselung des Bruttoinlandsproduktes nach Arbeitsstunden.

Was ist das BIP?

Das Bruttoinlandsprodukt gibt den Wert aller Güter und Dienstleistungen an, die in einem Land erarbeitet werden. In Deutschland lag es 2015 bei mehr als 3.000.000.000.000 Euro (Statistisches Bundesamt). Vereinfacht umgerechnet: Jeder Deutsche hat etwas mehr als 37.000 Euro im Jahr erwirtschaftet.

Setzt man das mit den Arbeitsstunden ins Verhältnis, ist Deutschland auf Platz 8 der produktivsten Länder.

Das "Time"-Magazin hat eine Liste erstellt:

Demnach erarbeitet jeder Deutsche durchschnittlich Waren im Wert 62 Euro pro Stunde. Spitzenreiter Luxemburg produziert für 88 Euro pro Stunde und Mexiko bildet das Schlusslicht (Platz 35) mit nur 19 erwirtschafteten Euro pro Stunde.

Länger arbeiten heißt also nicht automatisch mehr leisten.


Gerechtigkeit

Warum junge Menschen von Berlin nach Aleppo laufen

08.01.2017, 16:45 · Aktualisiert: 08.01.2017, 17:24

Flucht in die andere Richtung

Der Schnee knirscht unter den Wanderstiefeln, die Nasen sind schon ganz rot von der Kälte. Ein paar Langläufer bleiben stehen und beobachten die vorbeiziehenden Menschen mit Pudelmützen, Wanderrucksäcken und Funktionsjacken.

Die Leute, die hier laufen, sind keine normalen Wochenend-Wanderer. Sie wollen nach Aleppo.

Zu Fuß sind es 3193 Kilometer von Berlin nach Aleppo. Einen Teil der Strecke hat die Gruppe – sie nennt sich "Civil March for Aleppo" – schon hinter sich. Am Sonntag stehen 15 Kilometer auf dem Tagesprogramm, von Dresden nach Heidenau. Zu Fuß. Mitten im Winter.