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28 Bücher, die auf unserer Leseliste für 2018 ganz oben stehen

30.12.2017, 11:48 · Aktualisiert: 02.01.2018, 06:47

Die einen von euch haben sich für 2018 vorgenommen, endlich mal regelmäßiger zu lesen. Die anderen lesen schon seit 1918 jede Woche mindestens ein Buch und brauchen einfach nur noch mehr Stoff, Stoff, Stoff!

Zu welcher Gruppe ihr auch gehören mögt – wir haben euch hier einen ordentlichen Batzen Literatur zusammengestellt, durch den ihr euch im kommenden Jahr Bücherwurm-mäßig bohren könnt. Die Klassiker, die ihr immer schon mal lesen wolltet; die Bestseller, die gefühlt alle schon gelesen haben – bloß ihr nicht; und schließlich ein paar mehr oder weniger geheime Tipps aus der Redaktion.

Die Klassiker

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Marquez: Hundert Jahre Einsamkeit

So ziemlich alles von Marquez ist lesenswert, aber diese magisch-realistische Familiensaga ist eindeutig sein Meisterwerk. Kleine Einschränkung: Wer Probleme hat, sich Namen zu merken, sollte von dem Buch vielleicht lieber die Finger lassen. Die Figuren darin heißen gefühlt alle gleich, da kann man schnell den Überblick verlieren.

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Austen: Stolz und Vorurteil

Die Urmutter aller romantischen Komödien und gleichzeitig weder romantisch noch wirklich lustig – sondern irgendwie ganz tragisch, wenn man mal genauer drüber nachdenkt – ist dieser berühmteste unter Jane Austens Romanen.

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Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Ein Titel, der zum Jahresanfang gar nicht passender sein könnte. Und ein Buch, das als Projekt für ganz 2018 herhält. Wenn du dich tatsächlich durch 5000 Seiten Weltliteratur beißt, kannst du nächstes Silvester ungewöhnlich stolz auf dich sein.

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Mann: Zauberberg

So schwer der "Zauberberg" auch zu besteigen ist – es gibt kaum eine Leseratte, bei der dieses Buch nicht auf der To-Do-Liste steht. Wir sagen: 2018 treffen wir uns alle auf dem Gipfel!

Melville: Moby Dick

"Moby Dick" ist nicht nur eines der wichtigsten Werke überhaupt. Es ist auch das perfekte Buch für alle, die einen Walfang-Roman lesen wollen, bei dem sie auf der Seite des Fängers sein dürfen. Heutzutage wäre das ja nicht mehr politisch korrekt. Armes Deutschland!

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Hawking: Eine kurze Geschichte der Zeit

Geisteswissenschaftlich orientierte Menschen denken ja gern über die großen, philosophischen Fragen nach: Wo kommen wir her? Wohin führt das alles? Und so weiter. Über diese Dinge kann man ein Leben lang nachsinnen – oder man liest diesen Klassiker der Physik und hat danach den Kopf frei für andere Dinge.

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Thoreau: Walden

Heutzutage wollen alle aufs Land ziehen und im Einklang mit der Natur leben. Statt ein Abo der "Landlust" abzuschließen und sich von nun an komplett in Patagonia zu kleiden, kann man sich auch dieses faszinierende Buch über einen Menschen reinziehen, der die Rückkehr zur Natur im Selbstexperiment zelebrierte, bevor es cool war.

(In diesem Zusammenhang kann man auch endlich mal "Into the wild" von Jon Krakauer lesen – und zwar wirklich LESEN: Der Film ist nicht halb so gut wie das Buch.)

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Orwell: 1984

Dieser Klassiker war letztes Jahr noch mal richtig en vogue. Im Zuge der Fake News Debatte und den Trumpschen Spitzen gegen die freie Presse haben viele Menschen noch einmal zu Orwell gegriffen, der diese Dinge in seiner Dystopie brillant vorhersagt. Wenn du 2017 nicht dazu gekommen bist – jetzt ist deine Zeit!

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Ende: Momo

Weit davon entfernt, einfach nur ein Kinderbuch zu sein, ist Momo auch heute noch ein absolut lohnendes Lese-Erlebnis für Menschen jeden Alters. Statt also bei den grauen Herren ein Zeitsparkonto einzurichten, solltest du lieber ein paar Stunden in die Lektüre dieses Klassikers investieren.

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Shelley: Frankenstein

Wenn du ein Fan fantastischer Literatur bist, hast du "Frankenstein" vielleicht sowieso schon gelesen. Allen anderen sei gesagt: Das kleine Buch ist heute so spannend wie eh und je – und in unserem Zeitalter von Genforschung und künstlicher Intelligenz vielleicht noch relevanter als zu seiner Veröffentlichung.

Die Bestseller

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Houellebecq: Unterwerfung

In einem Frankreich nicht allzu ferner Zukunft sieht es ganz danach aus, dass die Bruderschaft der Muslime durch demokratische Wahlen an die Macht im Staat gelangen könnte. Über dieses Buch haben sich bei Erscheinen sehr viele Leute sehr aufgeregt. Aktuell ist es immer noch. Und unterhaltsam auch.

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Ishiguro: Was vom Tage übrig blieb

Dieser Roman ist schon etwas älter. Aber nachdem der Autor 2017 den Nobelpreis für Literatur erhalten hat, ist "Was vom Tage übrig blieb" wieder ins Rampenlicht gerückt. Zurecht – denn bei dieser berührenden Geschichte über Liebe, Pflicht und Nazi-Sympathisanten im Vorkriegsengland handelt es sich um den mit Abstand besten Roman Ishiguros.

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Auster: 4321

Dieses Buch war 2017 so allgegenwärtig wie sonst nur Trump und Despacito. Worum es geht? Um vier Versionen von einem Leben – also darum, wie unterschiedlich ein Leben laufen kann, wenn man Entscheidungen anders fällt. 2018 holen wir den Schinken auf jeden Fall nach!

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Ferrante: Meine geniale Freundin

Keiner weiß, wer Elena Ferrante ist. Aber jeder weiß von ihrer Neapolitanischen Saga, deren ersten Teil man mindestens gelesen haben sollte, um nicht für den Rest des Lebens wie ein Fremder unter seinen Freunden sitzen zu müssen.

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Kracht: Die Toten

Nach "Unterwerfung" jetzt noch ein Roman, der bei Erscheinen die Gemüter erhitzte. Der Plot spielt im Japan und im Deutschland der Dreißigerjahre. Dementsprechend gibt es hier statt mächtiger Muslime allerlei ironisch gebrochene Nazi-Bewunderung. Wollen wir uns 2018 gern selbst ein Bild von machen.

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Morrison: Gott, hilf dem Kind

Wir wissen ehrlich gesagt nicht, wie gut sich dieses Buch in Deutschland verkauft hat. Die Autorin selbst gehört jedoch auch hier zu den ganz großen Namen, dem sie in diesem Roman mal wieder alle Ehre macht. Ein Buch über die Situation der Schwarzen in den USA, erzählt am Leben zweier starker Frauen.

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Kehlmann: Tyll

Der aktuelle Kehlmann hat – wie wahrscheinlich jeder Kehlmann seit "die Vermessung der Welt" – eine Jahreskarte für seinen Bestsellerlisten-Platz. Und der historisch-biografische Roman um den berühmten Provokateur Tyll Ulenspiegel verspricht auch wirklich eines dieser Bücher zu werden, die gelesen zu haben dir auch in zwanzig Jahren noch anerkennendes Nicken verdienen wird. Und darum geht es beim Lesen schließlich.

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Murakami: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki

Für Murakami gar nicht mal so dick: 318 Seiten lassen sich auch mal an einem ruhigen Wochenende weglesen. Die Story klingt außerdem ziemlich interessant: Tazaki wird eines Tages plötzlich aus seinem angestammten Freundeskreis verstoßen – "er wisse schon, warum". Erst Jahre später macht er sich auf die Suche nach einer Erklärung.

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Leky: Was man von hier aus sehen kann

"Immer, wenn Selma im Traum ein Okapi erscheint, stirbt am nächsten Tag jemand im Dorf." So heißt es im Klappentext dieses aktuellen Bestsellers. Und ganz ehrlich: Uns reicht das als Kaufargument. Schließlich wird es langsam mal Zeit, dass jemand dieses absurde Tier als das benennt, was es offensichtlich ist: ein böses Omen. (Und sehr schön zu lesen soll der Roman ja auch sein!)

Und schließlich – unsere ganz persönlichen Tipps:

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Didion: Das Jahr magischen Denkens

Joan Didion gehört zu den größten amerikanischen Autorinnen der letzten 100 Jahre. In diesem Buch schreibt sie über eines der dramatischsten Jahre in ihrem bewegten Leben: Das Jahr, in dem ihr Ehemann, der Schriftsteller John Gregory Dunne, an einem Herzinfarkt starb. Ein sehr trauriges aber auch unendlich kluges und schönes Buch.

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Penny: Bitch Doktrin

Laurie Penny ist eine der wichtigsten Stimmen der aktuellen feministischen Debatte. Ihre Essays sind unterhaltsam, klug und hin und wieder wunderbar überraschend – wenn sie zum Beispiel die feministische Kritik an Sex-Arbeit semi-ironisch ausweitet, um sich grundsätzlich gegen jede Art der Lohnarbeit auszusprechen. Lesen lohnt sich für alle Feministen und solche, die es werden wollen.

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Seethaler: Der Trafikant

Das Schönste an diesem Buch ist der Schreibstil. So poetisch wie Seethaler schreibt im deutschsprachigen Raum eigentlich kaum ein anderer. Aber auch die Geschichte um den Zeitungshändler Franz Huchel und seinen Freund Siegmund Freud hat es in sich. So angenehm wird im nächsten Jahr kaum ein anderes Buch auf deiner Liste zu lesen sein.

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Bank: Der Schwimmer

Für diesen Erstling wurde Zsuzsa Bank mit so ziemlich jedem Literaturpreis ausgezeichnet, den Deutschland zu bieten hat. Sie erzählt darin von einer Familie, die durch die ungarische Oktoberrevolution 1956 auseinandergerissen wird: Die Mutter flieht nach Deutschland, der Vater bleibt mit den beiden Kindern in Ungarn zurück, jeder kommt auf seine Weise mit der veränderten Realität zurecht. Ein poetisch geschriebener, schön melancholischer Roman.

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Stanišic: Wie der Soldat das Grammofon repariert

Noch ein Erstling, noch einmal der Osten, dieses Mal Bosnien während des Kriegs. Der Erzähler nimmt uns mit auf eine Reise durch (s)eine turbulente Kindheit voller Licht und Schatten und fügt viele, kleine Anekdoten zu einem schillernden Mosaik zusammen. Liest sich sehr schön – dass Stanišic besser schreibt als die meisten seiner Kollegen, wagt ja niemand zu bezweifeln – kann bisweilen aber auch anstrengend werden. Für die Schöngeister unter euch.

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Johnson: Das geraubte Leben des Waisen Jun Do

Literatur soll uns Menschen näherbringen, die wir nie treffen würden, Perspektiven glaubhaft machen, die wir nie unterhalten hätten, und uns an Orte entführen, zu denen wir nie selbst gereist wären. Dieser Roman über einen Jungen, der in einem nordkoreanischen Waisenhaus aufwächst, tut all dies so gut, dass er dafür sogar den Pulitzer-Preis bekommen hat. Lohnt sich!

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Korbik: Oh, Simone!

"Das andere Geschlecht" ist ja sozusagen der Gründungstext des modernen Feminismus'. Und Simone de Beauvoir eine der wichtigsten Intellektuellen des letzten Jahrhunderts. Julia Korbik lässt uns die Frau nun noch einmal neu entdecken, und zwar auf ganz und gar unverkrampfte und unterhaltsame Art.

Ein Buch von einer Frau über eine Frau, die über die Rolle von Frauen geschrieben hat: Die perfekte Leselisten-Ergänzung für alle, die am Ende des Jahres merken, dass sie aus Versehen nur Bücher von alten, weißen Männern gelesen haben. Das passiert leider ultraschnell, sollte aber nach Möglichkeit vermieden werden.

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Coelho: Handbuch des Kriegers des Lichts

Mit seinem größten Erfolg – "Der Alchemist" – wurde Coelho zu so etwas wie einem inoffiziellen Botschafter östlicher Philosophie. Im „Handbuch“ liefert er neben eigenen Reflexionen und Anekdoten nun auch Weisheiten seiner philosophischen Vorbilder, zu denen zum Beispiel Gandhi und Lao Tse zählen.

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Hermann: Lettipark

Dass Judith Hermann einen ganz eigenen Schreibstil hat, weiß man inzwischen doch eigentlich. Und trotzdem ist man jedesmal aufs Neue überrascht, wie schön sich ihre Sätze im Kopf anfühlen. Auch hier wieder, in dieser aktuellen Kurzgeschichten-Sammlung, bei der schon die erste Seite – auf der übrigens vom Kohlen-Schippen die Rede ist – völlig ausreicht, um jeden Liebhaber guter Sätze zum Kauf des Buches zu bewegen. Also: online reinlesen und sofort bestellen!

Han Cheng Yeh
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