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Kneipe, Netflix, Yogaleggings – wofür Antonia ihr Geld ausgibt

13.02.2018, 17:24 · Aktualisiert: 13.02.2018, 17:36

Wie du mit einem einfachen Trick viel Geld sparen kannst

Am Ende eines jeden Monats fragen sich viele von meinen Freunden, wo denn wieder das ganze Geld hin ist. Vor allem bei Studenten und Berufseinsteigern ist das Geld oft knapp, selten bleibt etwas übrig für größere Anschaffungen oder eine Urlaubsreise – von der Altersvorsorge ganz abgesehen.

Ich erzähle dann in solchen Gesprächen immer wieder, dass ich ein Haushaltsbuch führe, weil es mir hilft, meine Ausgaben im Griff zu behalten. Meine Freunde gucken mich ungläubig an. Ein Haushaltsbuch? Das sei doch was für Spießer und Pfennigfuchser.

Young-Money-Blog

Die Börse fasziniert Henning Jauernig, 26 Jahre alt, seit der Kindheit. Seine erste eigene Aktie kaufte er, als er 20 war, der erste eigene Aktienfonds folgte ein paar Jahre später. Seine Finanzen regelt er seitdem selbst. Immer wieder löchern ihn seine Freunde mit Finanzfragen: Wie kann ich mein Geld richtig anlegen? Welche Versicherungen brauche ich? Und wie mache ich meine Steuer? Über Antworten auf all diese Fragen schreibt er im Young-Money-Blog.

Doch dieses Klischee wird dem Haushaltsbuch nicht gerecht. Es geht nicht darum, ständig jeden Cent umzudrehen, sondern darum, einfach mal einen Überblick zu bekommen und zu erkennen, was die größten Posten sind.

Wer einmal seine Zahlen kennt, kann hinterher selbst überlegen, ob er lieber mehr Geld fürs Essen ausgibt, für teure Technik oder für den Urlaub. Und woran er am liebsten spart, um Geld für später zurückzulegen.

Einmal die Finanzen analysiert, kann man mit diesem Wissen im Alltag entstpannter mit seinem Geld umgehen.

Und gerade für Menschen, die sich ständig darüber wundern zu wenig Geld zu haben, kann ein Haushaltsbuch sehr wichtig sein. Es entlarvt überflüssige Ausgaben und kann dabei helfen, Sparpotenziale zu entdecken. Gegebenenfalls bleibt so am Ende des Monats mehr übrig.

Das zu erkennen, tut jedem gut. Selbst relativ einkommensstarke Berufseinsteiger haben wegen steigender Mieten und höherer Lebenshaltungskosten das Gefühl, mit ihrem Geld nicht hinzukommen.

Wer hat wofür wie viel bezahlt und wer schuldet wem noch etwas? Diese Apps helfen weiter:

Die 29-jährige Berufseinsteigerin Antonia hat für den Young-Money-Blog einen Monat lang Buch über ihre Ein- und Ausgaben geführt. "Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich das gemacht habe und ich war wirklich erschrocken, wie viel Geld ich für unnötige Dinge ausgebe", sagt sie. Nun überlege sie, gewisse Ausgaben zu überdenken.

Antonia, 29, Berufseinsteigerin

Antonia, 29, Berufseinsteigerin

Generell kommt Antonia aber sehr gut mit ihrem Geld aus. Sie verdient rund 2300 Euro netto im Monat, deutlich mehr als viele andere in ihrem Alter. Doch egal, ob man 5000 Euro verdient oder 800 – ein Haushaltsbuch zu führen, ist für jeden sinnvoll.

Antonia hat die Realschule abgeschlossen, zunächst eine Ausbildung zur Drogistin gemacht, bevor sie an einer Fachhochschule Sozialversicherung studierte. Inzwischen arbeitet sie als Sachbearbeiterin bei einer Berufsgenossenschaft und ist verbeamtet. Ihren Job hat sie auf Jahre sicher, pro Woche arbeitet sie genau 41 Stunden.

"Ich bin finanziell mit meiner Situation sehr zufrieden", sagt Antonia. Sie habe einen relativ hohen Lebensstandard. In ihrer Freizeit geht sie gerne mit ihren Freunden in Restaurants oder Bars, für rund 150 Euro im Monat kauft sie neue Kleidungstücke, auch für ihr Hobby Yoga gibt sie gerne Geld aus. "Diesen Luxus gönne ich mir, solange ich noch keine familiären Verpflichtungen habe", sagt sie.


Die 29-Jährige legt jeden Monat 300 Euro zurück. Das Geld geht auf ein Tagesgeldkonto. Von dort aus zahlt sie es alle paar Monate in einen Aktienfonds ein. Künftig will Antonia einen Sparplan abschließen, damit das Geld automatisch in den Fonds fließt.

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Antonia kann sich ihren Lebensstandard auch deshalb leisten, weil sie nur 250 Euro Miete inklusive Nebenkosten zahlt. Mit ihrem Freund teilt sie sich eine schicke 90-Quadratmeter-Wohnung im beliebten Kölner Studentenviertel Ehrenfeld. Die Wohnung sei ein Glücksgriff gewesen, sagt sie.

Die Miete sei aber auch deshalb so niedrig, weil sie die Wohnung vor ihrem Einzug vollständig renovieren mussten, gemeinsam investierten sie viel Geld und Arbeitszeit. Hinzu kommt, dass sie die Wohnung mit einem Holzofen heizen. "Das relativiert den monatlichen Mietpreis, aber dafür haben wir viel Platz und haben mehr Geld für andere Dinge", sagt Antonia.

Das Führen eines Haushaltsbuchs habe ihr gezeigt, dass sie mit deutlich weniger Geld auskommen würde und mehr für ihr Alter zurücklegen könnte, sagt Antonia. "Mir ist aufgefallen, dass ich viel zu viel Geld für Essen ausgebe, wenn ich unterwegs bin."

Gerade die kleinen, unregelmäßigen Posten hätten sich zu erstaunlich hohen Beträgen summiert. Außerdem geht sie alle paar Tage im Supermarkt einkaufen. Günstiger wäre es, den Lebensmitteleinkauf für mehrere Tage im voraus zu planen, statt für beinahe jede Mahlzeit einkaufen zu gehen. "Es vergeht fast kein Tag im Monat, ohne Geld auszugeben – das finde ich schon krass", sagt sie.

Während Antonia ihr Haushaltsbuch führte, sammelte sie alle Kassenzettel und übertrug die Zahlenkolonnen auf ihren PC. Auf Dauer wäre ihr das viel zu nervig, sagt sie.

In der Tat gibt es unzählige Apps, die einem die Arbeit abnehmen.

Beim Einkauf können Ausgaben direkt per Smartphone verbucht, vertaggt und gespeichert werden. Die Auswertung erfolgt dann automatisch in hübschen Torten-Grafiken.

Und einige Banken übertragen Buchungen vom Onlinebanking-Konto inzwischen direkt in ein digitales Haushaltsbuch, sofern das der Kunde will. Spaß macht das den meisten Leuten dann immer noch nicht, aber zumindest muss man dann nicht mehr mit Zettel und Stift herumhantieren.


Dieser Artikel erschien zuerst auf SPIEGEL ONLINE.


Style

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13.02.2018, 17:13

Das Konzept "Schuh" ist ein simples: Ein Schuh schützt Füße vor Dreck, Steinen und Scherben. Im besten Fall sieht er dabei auch noch gut aus.

Jetzt gibt es allerdings einen Schuh, der an die guten alten Galoschen erinnert – nur, dass er noch ein bisschen dicker aufträgt, und damit die Turnschuh-Gemeinde spaltet: den Schuh für den Schuh.

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