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Future

Viren, Bazillen und Keime überall! Hilft es in der Erkältungszeit, Türklinken zu meiden?

08.09.2017, 11:37 · Aktualisiert: 08.09.2017, 13:42

Klären wir das – ein für alle Mal!

Der Herbst steht vor der Tür, es ist Erkältungszeit. So richtig besorgt bist du nicht, fühlst dich unter deinen niesenden Mitfahrern morgens in der Bahn aber doch leicht unwohl. Im Büro angekommen steckt ein Kollege gerade noch seine Rotzfahne in die Tasche und öffnet dann mit Schwung die Tür.

Und du hast nicht so richtig Lust, an die Türklinke zu fassen, die gerade noch von Schnupf-Pranken bedient wurde. Zurecht?

Einer Reihe von Dingen eilt ihr Ruf als Bakterienschleuder voraus: Türklinke, Haltegriff, Handy, Tastatur. 

(Bild: Pixabay)

Aber garantiert uns das Zugreifen wirklich den nächsten Gang in die Apotheke?

Dr. Ernst Tabori ist ärztlicher Direktor am Deutschen Beratungszentrum für Hygiene. Wir haben nachgefragt, ob wir uns von Haltegriff uns wirklich fernhalten sollten:

"Der menschliche Körper besteht aus mindestens so vielen Bakterienzellen wie körpereigenen Zellen“, sagt Tabori. Auf unserer Haut finde sich eine Mischung an Bakterien. "Einige davon sind Hautbewohner, die dort hingehören und die wir brauchen. Andere Bakterien, Viren und Mikroorganismen sammeln wir im Kontakt mit unserer Umwelt auf“, sagt Tabori. Unter diesen können sich pathogene Keime, also Keime, die krank machen, befinden.

Doch woher kommen diese Keime? Sind sie tatsächlich vor allem an Dingen zu finden, die durch viele Menschenhände gehen?

"An Haltestangen oder ähnlichem findet sich eine Vielzahl von Keimen“, sagt Tabori. Entscheidend sei aber nicht die Anzahl, sondern die Art der Keime und vor allem, ob sie uns krank machen können. "In der Regel finden sich an solchen Orten viele Hautkeime. Abhängig von Jahreszeit und Krankheiten anderer Fahrgäste könne man hier aber auch Krankheitserreger finden. 

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"Niest sich jemand in die Hände und fasst danach einen Haltegriff an, können Erkältungserreger dort hingelangen. Der nächste, der den Griff anfasst, kann diese dann an die Finger bekommen“, erklärt der Experte.

Sind jetzt alle Voraussetzungen erfüllt, damit auch wir am nächsten Tag schniefend in der Bahn sitzen? "Eine tatsächliche Infektion hängt immer noch von drei Faktoren ab“, sagt Tabori.

Der Fähigkeit der Keime, eine Krankheit hervorzurufen, deren Anzahl und der eigenen Abwehrlage
Tabori

Heißt: Nicht jeder Kontakt führt zur Infektion.

"Keime aus seiner Umgebung verbannen zu wollen, ist im Alltag unmöglich und auch nicht notwendig“, sagt der Experte. Also: Keine Angst vor Türklinken, Haltestangen und Aufzug-Rufknöpfen.

Stattdessen rät der Experte: Zugreifen erlaubt – und danach ein paar einfache Kniffe beachten:

1. Hände waschen

(Bild: Pixabay)

"Keime von vorne herein zu umgehen ist nahezu unmöglich und auch nicht notwendig“, sagt der Experte. Dazu brauchen wir unsere Hände im Alltag zu viel. Stattdessen rät er: "Am Zielort angekommen einfach die Hände waschen.“

Und das geht so: Für mindestens 30 Sekunden – in dieser Zeit kann man zweimal Happy Birthday summen – die Hände mit Seife waschen. "Untersuchungen der Uni Regensburg haben gezeigt, dass danach rund 99% der Keime abgewaschen sind“, sagt Tabori. Anders, wenn ich nur Wasser benutze. "Das reduziert die Keimzahl praktisch nicht.“

Habe ich mal keine Möglichkeit zum Händewaschen, rät der Experte zu Desinfektions-Gel auf Alkoholbasis. Das töte unerwünschte Mitbringsel schnell und effektiv ab.

2. Nicht ins Gesicht fassen


(Bild: Pixabay)

Pro Tag fassen wir uns ungefähr 400 Mal ins Gesicht. 

"Bleiben wir bei den Erkältungsviren vom Haltegriff. Die müssen jetzt noch zu ihren Zielzellen in der Nase gelangen“, sagt Tabori. Und da kämen wir ins Spiel: Was die Viren jetzt brauchten, sei ein Griff an unsere Nase – oder auch die Augen. „Die sind über einen Kanal direkt mit der Nase verbunden“, erklärt Tabori.

Auf dem Heimweg darauf zu achten, mit den Händen nichts ins Gesicht zu fassen, kann einer Infektion vorbeugen.

3. Die Hände pflegen

(Bild: Pixabay)

"Unsere Hände sind der rote Teppich für die meisten Infektionen“, sagt Tabori. Besonders rissige, trockene Hände seien ein schneller Weg in den Körper. 

Gerade in den Wintermonaten empfiehlt der Experte deshalb, eine Handcreme nach dem Waschen zu benutzen und auf öffentlichen Toiletten lieber zum Papiertuch zu greifen, als die Hände unter den Fön zu halten. Denn während das Einweghandtuch beim Trockenrubbeln auch noch die letzen Keime mitnehme, trockne das Gebläse die Hände aus. 

4. Ab und an sauber machen

Was mögen Bakterien überhaupt nicht? Trockene, saubere Flächen. "Fasst man Dinge oft mit ungewaschenen oder fettigen Händen an, gibt das jedes Mal neuen Nährboden“, sagt Tabori. Sinnvoll sei deshalb, ab und an zum Beispiel Handys und Tastaturen mit einem feuchten Tuch – für Übereifrige mit Desinfektionsmittel – abzuwischen. 

Das wusstest du alles schon? Dann solltest du vielleicht mal unser Quiz zum menschlichen Körper machen:


Gerechtigkeit

Die Wähler-Tauschbörse "VoteBuddy" ist ein Fake – wer dahinter steckt

08.09.2017, 10:54 · Aktualisiert: 08.09.2017, 11:25

Das angebliche Start-up "VoteBuddy" will Flüchtlinge mit Nichtwählern verkuppeln – so sollen die, die keine Stimme haben, einen Wahlzettel von denen bekommen, die ihre Stimme nicht nutzen wollen. 

Die Idee sorgte im Netz für viel Aufregung: 

  • Erst hetzten rechte Blogs gegen das vermeintliche Start-up.
  • Dann schaltete sich der Bundeswahlleiter ein und sprach von Betrug.
  • Zuletzt sperrte Facebook die Seite von "VoteBuddy".