Bild: Uwe Anspach/ dpa

Future

Dunja Hayali hat 95 Thesen für eine bessere Zukunft entworfen

31.10.2017, 17:22 · Aktualisiert: 01.11.2017, 15:09

Am 31. Oktober ist Reformationstag, ein bundesweiter Feiertag. Und die meisten von uns wissen auch, warum wir feiern – da war irgendwas mit Luther, irgendwas mit diesen 95 Thesen, die er an eine Kirche genagelt hat. (Wir erinnern uns, damals, im Reli-Unterricht. Falls nicht: Klick hier.)

Doch nur die wenigsten von uns verbringen wohl tatsächlich den Tag damit, sich an Luther zu erinnern und darüber zu sinnieren, was er für die evangelische Kirche und für die Geschichte getan hat.

Die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali hat einen Weg gefunden, den heutigen Reformationstag in unsere Zeit zu befördern. Auf Facebook veröffentlichte sie einen langen Post – mit 95 eigenen Thesen, Thesen "für eine bessere Zukunft".

Darunter finden sich ganz simple (aber wichtige) Ratschläge:

  • "Berausche dich", rät sie zum Beispiel – ob durch Extremsport, Sex oder Cocktails.
  • "Räume dein Leben auf", ist These 40: Von Zeit zu Zeit "durchfegen" solle man, aussortieren und sich auch mal trennen.
  • Oder: "Stelle Forderungen", die 85. These. "Es wird sich nichts ändern, wenn man nicht selbst aktiv wird. Dafür muss man aber wissen, was man will."

Dinge, die wir zwar eigentlich wissen, die sich ins Gedächtnis zu rufen dennoch wichtig sind.

Andere Vorschläge sind da schon spezifischer.

  • "Free Deniz und Mesale", fordert Hayali, und spielt damit auf die in der Türkei inhaftierten Journalisten Deniz Yücel und Meşale Tolu an.
  • Auch kostenloser Nahverkehr für alle oder mehr Förderung für Alleinerziehende tauchen in ihren Thesen auf.

In Hayalis Liste finden sich viele gute Ideen. Andere sind aber auch fragwürdig und streitbar.

  • Wenn sie sich zum Beispiel mit den Forderungen eines Jens Spahn gemein macht, dass junge "hippe" Menschen doch bitte Deutsch statt Englisch sprechen sollen (bento).
  • Oder wenn sie mit Thesen wie "Bürokratie ist Mist" stark verkürzte Denkansätze präsentiert. Denn am Ende des Tages sind die meisten von uns doch ganz froh, dass gewisse Dinge geregelt ablaufen, oder nicht?
  • Auch kann man sich fragen, ob man in einem solchen Stück unbedingt Donald Trump zitieren bzw. seine Lektüre empfehlen muss, so wie sie es gleich in ihrer zweiten These tut.

Man muss nicht alle Forderungen Hayalis teilen. Dennoch liefert die Moderatorin mit ihren 95 Thesen einen Denkanstoß.

Sie hat einen Weg gefunden, diesen Feiertag sinnvoll zu nutzen – und statt 500 Jahre in die Vergangenheit ein paar Jahre in die Zukunft geschaut.


Queer

Beim "Football Manager 2018" gibt es schwule Spieler und Coming-Outs

31.10.2017, 13:55 · Aktualisiert: 01.11.2017, 15:10

Dass sich im Fußball jemand als schwul outet, kommt nur selten vor. Als erster prominenter Spieler machte das Thomas Hitzlsperger – 2014 sagte er nach dem Ende seiner Zeit als aktiver Spieler in einem Interview, dass er homosexuell sei und eine öffentliche Diskussion darüber voranbringen wolle (Zeit Online).

Die Diskussion, die es schon lange gibt, kam wieder: Nach dem Interview sah sich die Fußballbranche erneut mit dem Vorwurf der Homophobie konfrontiert, mit dummen Sprüchen in der Kabine und mit der Frage, ob ein Outing die Karriere eines Spielers gefährdet.