29.06.2018, 17:40 · Aktualisiert: 02.07.2018, 12:47

Die Werbebranche trifft sich einmal im Jahr in Cannes in Südfrankreich, feiert mit Rosé und Bier am Strand, hört sich ein paar Vorträge an und nimmt im besten Fall eine Auszeichnung in Form eines Löwen aus Edelmetall mit nach Hause.

Eine Woche lang dauert das Werbefestival. Was als Festival der internationalen Kreativszene begann, ist mittlerweile zum größten Jahrmarkt der Digital-Giganten wie Google und Facebook geworden.

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Die Hamburger Werbeagentur Kolle Rebbe hat dieses Jahr nicht die Geschäftsführer in den Süden geschickt, sondern zehn Nachwuchskreative am Anfang ihrer Karriere. Nach einer Woche kreativer Druckbetankung und Werbewahnsinn an der Côte d’Azur ziehen sie Fazit:

So ist das Leben als junger Werber:

1.

Du kannst anziehen, was du willst.

In Werbeagenturen gibt es keinen Dresscode. Du kannst in den Klamotten kommen, in denen du dich wohlfühlst. Besonders beliebt: der klassische Hipsterlook.

2.

Und dich sogar selbst zur Marke machen.

Und ja, wirklich alles ist erlaubt. Aber je verrückter du auftrittst, desto abgefahrener sollte auch die Arbeit sein, die du ablieferst. Sonst wird es schnell peinlich.

3.

Werbung kann sogar Gutes tun.

Werbung muss nicht immer Produkte verkaufen. Sie kann auch Menschen dazu bringen, ihre Einstellungen oder ihr Verhalten zu ändern. Und oft steht am Anfang eine ganz simple Idee.

4.

Manchmal tut sie aber auch nur so.

Oft sieht man bei Kreativ-Wettbewerben Ideen, die ausschließlich produziert wurden, um damit Preise zu gewinnen. Tolle Ideen - aber Fake-Ideen. Weil sie so, wie behauptet wird, in Wirklichkeit nie realisiert wurden oder technisch nicht funktionieren würden. Diese Arbeit gewann zum Beispiel einen goldenen Löwen. Wir sind trotzdem skeptisch.

5.

Augenringe gibt es gratis dazu.

Werbung bedeutet Projektarbeit – und die kann in dieser Branche oft stressig sein. Deadlines einhalten, heißt: Nachtschichten und Arbeiten am Wochenende. Tarif-Vertrag und Überstundenausgleich solltest du aus deinem Vokabular streichen, wenn du hier Karriere machen willst.

6.

Es gibt alles, was dein Herz begehrt. Oder dein Magen. Oder deine Leber.

Frühstück im Büro, Grillparty zum Feierabend und immer frisches Bier im Kühlschrank. Agenturen tun viel für das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiter, um den Stress auszugleichen. Denn nur wer gute Laune und Spaß hat, der macht auch gute Arbeit.

7.

Erwachsen werden kannst du, wenn du in Rente gehst.

Irgendwie bleibt man in der Werbung immer ein bisschen Kind. Egal, ob es die Paninisticker-Tauschbörse in der Mittagspause oder das Nerf-Gun Feierabend Shootout ist – jeder pflegt hier seine Spleens und Albernheiten. Gerade um für junge Leute zu werben, hilft es ungemein, selbst Kind zu bleiben.

8.

Du hast jeden Tag einen anderen Job.

In einer Werbeagentur arbeitest du jeden Tag für andere Kunden. Dadurch lernst du eine Menge Dinge aus vielen verschiedenen Berufen, mit denen du dich sonst vielleicht nie auseinandersetzen würdest. So arbeitest du zum Beispiel am Montag für einen Kreuzfahrtriesen, Dienstag für einen Streaminganbieter und am Mittwoch für die große Supermarktkette.

9.

Dieser eine Spot.

Von Zeit zu Zeit wirst du auf eine Arbeit stoßen, die dein Herz plötzlich höher schlagen lässt. Weil sie anders ist als alles, was du bisher gesehen hast, oder weil sie es in unter zwei Minuten schafft, dich zum Lachen zu bringen. Oder zum Weinen.

10.

Oder diese eine Idee.

Es muss auch nicht immer der klassische Werbespot sein. Auch eine simple Plakatkampagne kann unglaublich viele Menschen begeistern.

11.

Die meisten deiner Ideen landen aber nicht im Fernsehen, sondern im Müll.

99,99 Prozent von dem, was du dir den ganzen Tag ausdenkst, wird im Papierkorb landen. Ist einfach so. Weil dein Chef die Idee nicht gut genug findet, die Strategieabteilung nicht an sie glaubt, oder der Auftraggeber schlechte Laune hat. Also fängst du wieder von vorne an.

12.

Dieser Arbeitsplatz.

Dein Job bringt dich immer wieder an unglaublich schöne Orte. Die Cannes Lions an der Côte d’Azur, ein Fotoshooting in Südafrika oder ein Dreh in New York sind keine Seltenheit. Und auch, wenn du gerade nicht unterwegs bist, sieht dein Arbeitsplatz in der Agentur vermutlich deutlich schöner aus, als das durchschnittliche deutsche Großraumbüro.

13.

Stockbilder (Du wirst Stockbilder hassen).

Wenn der Kunde kein Geld für ein Fotoshooting ausgeben will, musst du auf Stockbilder zurückgreifen. In den riesigen Bilddatenbanken findest du alles – nur nicht das, was du gerade suchst. Die meisten Bilder sehen gestellt und künstlich aus, bei anderen fragst du dich einfach nur, was wohl im Kopf des Fotografen vorgegangen ist.
Hier eine Auswahl der schrecklichsten Fundstücke:

14.

Die Partys.

Unter Betriebsfeier stellen sich viele das langweilige Essen beim staubigen Italiener um die Ecke vor. In der Werbung wird meistens genau so viel Kreativität ins Feiern gesteckt wie in den nächsten TV-Spot. Deshalb stellt man sich hier eher den schlimmsten Kater des Jahres vor.

15.

Du bist immer pleite.

Gerade am Anfang deiner Karriere wirst du in der Werbung nicht reich werden. Deshalb solltest du, wenn dir solche Getränkekarten unter die Augen kommen, immer jemanden von einer Filmproduktion dabeihaben, der dich einlädt.

16.

Dein Leben ist ein niemals endendes Bullshitbingo.

Werber lieben es, die einfachsten Dinge möglichst kompliziert und auf Englisch auszudrücken. So wird aus Inhalten Content und aus Erfolg KPIs. Warum, weiß kein Mensch, aber es wird dich tierisch nerven.

17.

Du darfst jeden Tag kreativ sein.

Dein Job ist es, dir solche Sachen auszudenken. Wie geil ist das denn?

18.

Du musst jeden Tag kreativ sein.
(Und die meisten Ideen gab’s schon.)

Jeder hat mal Tage, an denen er weniger kreativ ist. In der Werbung musst du an solchen Tagen trotzdem abliefern. Ausreden wie „Mir ist irgendwie nichts eingefallen” zählen nicht. Und wenn du dann endlich die rettende Idee hast, kann es gut sein, dass sie schon jemand vor dir hatte. Allein bei den Cannes Lions wurden dieses Jahr über 40.000 Ideen eingereicht.

19.

Du findest immer einen Job.

Mit Preisen ausgezeichnete Kreative sind immer gefragt. Nicht nur in Cannes werden dir die Visitenkarten von konkurrierenden Agenturen förmlich hinterhergeworfen. Auch auf Plattformen wie LinkedIn und Xing bekommst du fast wöchentlich Anfragen von Headhuntern.

20.

Du hast mit wahnsinnig neuen Technologien zu tun.

Um gute Kreation zu machen, musst du immer am Puls der Zeit sein und die aktuellen Trends kennen. Gestern waren es Apps, heute Mixed-Reality, morgen ist es künstliche Intelligenz. Was man dann damit macht, muss jeder selbst entscheiden.

21.

Neue Technologien machen dich wahnsinnig.

Die digitale Revolution lässt sich nicht aufhalten. Ständig hetzt du den aktuellen Trends hinterher, immer mit der Angst, das neue große Ding zu verpassen. Die klassische Werbung wird immer unwichtiger und in ein paar Jahren ist wahrscheinlich nur noch Mobile das relevante Medium. Schließlich schauen schon jetzt alle nur noch aufs Handy.

22.

Dein Team.

Du hast jeden Tag mit faszinierenden Menschen zu tun, denn in der Werbung gleicht kaum ein Lebenslauf dem anderen. Der eine kommt vielleicht von der Uni, die andere von einem Drogentrip in Goa. Einer ist eigentlich gelernter Koch, die Nächste Juristin. Dein Team in der Agentur ist wie deine Familie. Nur, dass du mit deinem Team deutlich mehr Zeit verbringst.


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