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Future

In Berlin sollen die Mieten europaweit am stärksten steigen

07.11.2017, 14:47 · Aktualisiert: 07.11.2017, 17:27

Ein WG-Zimmer für 150 Euro? Das gehört inzwischen in die Kategorie "früher war alles besser". Berlin ist schon lange nicht mehr das abgewrackte aber liebenswerte Paradies für alle, die nichts haben, aber viel können.

Okay, liebenswert ist es noch immer – aber inzwischen mit deutlich mehr Hochglanz als Ranz. Und das soll in den kommenden Jahren noch viel mehr werden.

Eine neue Experten-Umfrage zeigt: Von allen europäischen Städten sollen die Mieten in Berlin 2018 am stärksten steigen.

Der Bericht stammt von der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC und wurde am Montag vorgestellt. Für die Erhebung wurden 818 Immobilienexperten zu ihren Prognosen für den europäischen Markt befragt.

Also genau die Leute, die wissen wollen, wo sich ein Investment lohnt. Und sie setzen auf die deutsche Hauptstadt.

Berlin biete demnach die besten Aussichten auf ordentlich Rendite für Investoren:

In der Gesamtauswertung liegt Berlin nach Ansicht der Experten auf Platz 1, vor Kopenhagen, Frankfurt, München, Madrid und Hamburg. Die Skala reicht von 0 (kaum Renditepotenzial) bis 5 (hohes Potenzial).

In der Gesamtauswertung liegt Berlin nach Ansicht der Experten auf Platz 1, vor Kopenhagen, Frankfurt, München, Madrid und Hamburg. Die Skala reicht von 0 (kaum Renditepotenzial) bis 5 (hohes Potenzial). (Bild: Emerging Trends Europe survey 2018)

Klar, der Bericht besteht nur aus Vorhersagen und die müssen nicht eintreffen. Doch Immobilienfirmen orientieren sich in ihren Entscheidungen an solchen Prognosen – und werden dadurch vermutlich noch mehr Geld in die Hauptstadt stecken.

Die Folge: steigende Preise, Gentrifizierung.

Und auch das kommt im Bericht vor. Diese Grafik zeigt, wie stark die Mieten nach Ansicht der Experten steigen werden (auf einer Skala von 0 bis 5):

Oh, hallo Hamburg und München.

Oh, hallo Hamburg und München. (Bild: Emerging Trends Europe survey 2018)

Zum Vergleich: Hier sind die untersten zehn.

Huch, London auf dem letzten Platz? Der Grund dafür ist der Brexit: "Der größte Fluch für diesen Markt ist momentan die Unsicherheit durch den Brexit", heißt es im Bericht, "es hemmt den Wachstum".

Aber warum soll 2018 ausgerechnet Berlin so abgehen?

Die Gründe für Berlins Potenzial als Geldmaschine sind laut dem Bericht:

  • Die hohe Nachhaltigkeit bei den Immobilien,
  • das Bevölkerungswachstum (alle wollen nach Berlin – außer Kraftklub)
  • und die vielen Geschäftschancen, die Berlin vor allem im Technologiesektor bietet.

Auch die Berliner sind pessimistisch.

Für die Prognose wurden nicht nur Immobilien-Experten befragt, sondern auch die Bewohner einiger Städte: "44 Prozent der Befragten [in Berlin] erwarten, dass das Angebot an Wohnraum sinken wird", sagt PwC-Experte Thomas Kieper. (Berliner Morgenpost)

Die Menschen brauchen keine aufwendigen Erhebungen, um zu merken, dass bezahlbarer Wohnraum in Berlin immer knapper wird. Die Stadt steht nun vor der Aufgabe, diesen trotz der Gentrifizierung zu schaffen.


Today

Für die Mitarbeiter: Immer mehr Läden bleiben Heiligabend geschlossen

07.11.2017, 12:34 · Aktualisiert: 07.11.2017, 14:03

Heiligabend fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag. Eigentlich wären da die Geschäfte zu. Aber weil Heiligabend für viele Eiligabend ist, gibt es eine Ausnahmeregelung Geschäfte, die Lebensmittel verkaufen, dürfen für drei Stunden bis maximal 14 Uhr öffnen. (Ladenschlussgesetz)

So soll allen, die zu lange arbeiten mussten – oder die zu verpeilt waren, rechtzeitig einzukaufen – die Chance gegeben werden, auch noch an Heiligabend selbst Gans, Rotwein und Schoki zu kaufen.

Nun haben die ersten Supermarktketten beschlossen, den Mitarbeitern zuliebe trotzdem dicht zu machen – und auch die Gewerkschaften schalten sich ein.