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Immer Stress wegen Geld in der WG? Diese Apps helfen weiter

11.11.2015, 17:11 · Aktualisiert: 12.04.2016, 14:22

Gruppengeschenk für einen Geburtstag, Grillparty mit den Freunden oder sanitäre Rollware für die WG: Oft genug gibt es Situationen, in denen man den Überblick über die Ausgaben verlieren kann. Wer hat wofür wie viel bezahlt und wer schuldet wem noch etwas? Apps können beim Überblick übers Geld helfen. Wir haben uns vier Gratis-Anwendungen für Smartphones angeschaut.


Zahlen per PayPal: Tabbt (iOS, Android)

Tabbt versteht man schnell: Die meisten Funktionen erklären sich von selbst, bei Bedarf gibt es ein Tutorial in drei Schritten.

Je nach Anlass kann man eine Gruppe erstellen, wie etwa "Steffis Geburtstag" oder "Spanien-Urlaub". Wer will, kann seine Schulden sogar direkt mit PayPal bezahlen. Ist man außerhalb der Eurozone unterwegs, können auch Einträge in anderen Währungen hinzugefügt werden. In-App-Käufe gibt es keine.

Wie bei allen hier vorgestellten Apps müssen die eigenen Freunde die Anwendung selbst installiert haben, um sie richtig zu nutzen. Die Anmeldung läuft über Facebook oder per E-Mail. Freunde kann man per Facebook-Messenger, E-Mail oder Handy einladen oder der Einfachheit halber gleich seine gesamte Kontaktliste an einen Server senden lassen. Dort wird diese angeblich nicht gespeichert, versprechen die Betreiber. 

Fazit: Praktische App, vor allem, wenn man PayPal benutzt.

Teure, sinnlose Zusatzfunktionen: Equal (iOS)

Die App ist sehr minimalistisch gehalten, neue Geldbeiträge sind schnell hinzugefügt und die Menüführung ist sofort verständlich. Leute hinzufügen kann man nur durch eine Suchfunktion, die anscheinend alle existierenden Equal-Profile durchsucht. Das kann leicht schiefgehen: Einmal nicht aufgepasst und man hat jemand Wildfremden zum Schuldner für seine Ausgaben gemacht. 

Equal kann Freunde, die die App nicht haben, per E-Mail über aufgeteilte Rechnungen auf dem Laufenden halten. Ärgerlich sind die überteuerten und teilweise nutzlosen In-App-Käufe: Um Notizen zu den Geldbeiträgen hinzuzufügen, muss man 99 Cent bezahlen. Andernfalls weiß man nicht, wofür genau man wie viel Geld ausgegeben hat. 

Eine Ortungsfunktion nutzen, um zu wissen, wo man für etwas bezahlt hat, kostet 1,99 Euro. Wer Freunden, die einem Geld schulden, Benachrichtigungen über die App schicken will, muss unverschämte 4,99 Euro hinblättern. Für das Geld gibt man den Freunden lieber einen aus.

Fazit: Eine sehr schlichte App für alle, die nicht viel brauchen. Bezahlen sollte man aber für nichts.



Der Alleskönner: Flatastic (iOS, Android)

Flatastic richtet sich an WGs. Einkaufsliste, Putzplan, Pinnwand für wichtige Infos: alles drin. Eine Funktion zum Verwalten von Geld gibt es ebenfalls. Die eigenen Mitbewohner können der WG beitreten, indem sie einen kurzen Code eingeben.

Eine "Bilanz"-Übersicht zeigt an, wer noch etwas schuldet und wer im Plus ist. Unter "Beiträge" kann man sehen, wer wann wofür Geld ausgegeben hat. Beides ist sehr übersichtlich. 

In-App-Käufe gibt es keine, dafür die nützliche Funktion "Kassensturz". Ein Klick darauf schickt jedem Mitbewohner eine genaue Abrechnung an seine E-Mail-Adresse.

Bei Bedarf kann man sich auch per Push-Mitteilung darüber informieren lassen, ob jemand einem noch etwas schuldet oder umgekehrt. Auf Wunsch meldet sich Flatastic auch, wenn ein Mitbewohner im Supermarkt gerade die Einkaufsliste abhakt und man selbst spontan Lust auf Tiefkühlpizza hat.

Fazit: Eine gute App für alle, die ihr ganzes WG-Leben digital organisieren wollen.

Nervende Nachrichten: Splitwise (iOS, Android)

Splitwise gibt es nur auf Englisch. Freunde kann man per Mail oder Handynummer hinzufügen, über die dann eine Einladung verschickt wird. Hat man eine Gruppe gegründet wie "Weltreise" oder "Grillparty", dann kann man anderen Leuten auch einen Zugangslink dazu schicken.

Außerdem ist auf einen Blick erkennen, wie viel Geld die anderen einem schulden und wie viel man selbst noch zahlen muss. Wer will, kann eine Übersicht über die aktuellen Ausgaben als Tabelle exportieren. Über einen eher nutzlosen Aktivitätenstream wird angezeigt, wer zuletzt zu welchem Preis etwas gekauft hat.

Etwas störend sind die vielen Benachrichtigungs-Einstellungen. Bei vielen Nutzeraktionen bekommt man eine Nachricht, beispielsweise wenn jemand etwas kommentiert oder bearbeitet. Das muss man alles einzeln deaktivieren.

Sehr praktisch ist hingegen die Option "Gruppenschulden vereinfachen": Schuldet etwa Person A einer Person B fünf Euro und diese schuldet Person C den gleichen Betrag, dann verkürzt das Programm den "Schuldenweg". 

Fazit: Mit dem Aufrechnen von Schulden hat die App eine praktische Zusatzfunktion, könnte insgesamt aber schlanker sein.