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Food

Ist Süßstoff gesünder als Zucker?

15.09.2017, 17:55

Coca-Cola verspricht 1 Million Dollar für einen neuen Süßstoff

Coca-Cola hat ein Problem. 35 Zuckerwürfel stecken in einem Liter Cola. Das wollen viele nicht mehr. Außerdem ist die Konkurrenz im Limosektor noch stärker geworden. Getränke Start-ups schwemmen den Markt.  Und die versprechen im Zweifel auch noch gesünder, regionaler und zuckerärmer zu sein. Und das scheint sich im Umsatz von Cola niederzuschlagen: Im zweiten Quartal 2017 schrumpfte der Umsatz um 16 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (Handelsblatt).

Das Unternehmen ist also auf der Suche nach positiven Schlagzeilen. Und probiert es nun mit einer neuen Zuckerformel: 

Der Konzern bietet umgerechnet 830.000 Euro für einen möglichst kalorienarmen Ersatz zum Zucker.

Bis Mitte Januar sollen Teilnehmer ihre Ideen einreichen. Nicht akzeptiert wird Stevia, ungern gesehen sind Ideen, die auf dem synthetischen Stoff Aspartam beruhen (der ist in der Zero enthalten). Das Ziel von Coca Cola: Bis 2020 den Zuckeranteil in ihren Getränken deutlich reduzieren. (Hier geht's zur Ausschreibung)

Mit Stevia hat der Konzern schon schlechte Erfahrungen gemacht. Die grüne Cola "Life" war mit dem Süßungsmittel versetzt – sie wurde allerdings wieder aus dem Handel genommen. Verbrauchern enthielt sie offenbar immer noch zu viel Zucker.  Denn die Alternativ-Cola enthielt nur etwa ein Drittel weniger Zucker als eine normale (bento). 

Und auch die zuckerfreie Coke Zero bekam einen Imagewechsel (bento). Den Süßstoff Aspatam enthält sie aber immer noch. Und der hat, auch wenn er gesundheitlich als unbedenklich gilt, keinen guten Ruf bei Verbrauchern. (FAZ)

Aber macht das überhaupt Sinn, die Cola gesünder zu machen?

Nein, sagt Bernhard Watzl, der im Auftrag des Landwirtschaftsministeriums im Max-Rubner-Institut zu Ernährung und Gesundheit forscht. Denn der Zucker an sich sei überhaupt kein Problem. 

Der Zucker an sich ist nicht das Problem, der ist nicht ungesund.

"Dass wir gerne süß essen, ist angeboren. Das liegt daran, dass wir Kohlenhydrate brauchen – insofern ist der Impuls positiv. Alles, was die Natur an Süßem bietet, ist gut." 

Zum Beispiel Obst. Vieles, was verarbeitet wurde, eher nicht: zum Beispiel Kuchen, Schokolade und Gummibärchen.

Wie so oft kommt es auf die Menge an: Mal ein Glas Cola light oder auch Cola sind okay. Ein Keks auch. Ein Stück Schokolade. Ein paar Bonbons. 

Welche Zuckerstoffe gibt es? Und was macht sie gut – und was nicht?

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Sind Süßungsmittel eine gute Alternative zum Zucker?

Generell könne man nicht sagen, was der beste Süßstoff sei, sagt Watzl. Grundsätzlich gelte: "Alle in Deutschland genutzten Süßstoffe sind zugelassen. Insofern sind sie erstmal nicht gesundheitsbedenklich."

Und trotzdem machen wir unsere Ernährung nicht besser, wenn wir den Zucker durch Süßstoffe ersetzen.

Woran liegt das? 

Zum Beispiel daran, dass eine Cola light außer Süßstoffen nur Aroma- und Farbstoffe enthält und keine Mineralstoffe, die der Körper braucht. 

Ein naturtrüber Apfelsaft mit Wasser gemischt enthalte, trotz Zucker, viel mehr Mineralstoffe, die der Körper braucht. 

Wenn die Ernährung zum Großteil aus Süßstoffen oder Zucker besteht, das Lebensmittel drumherum aber nichts für den Körper tut, dann ist das nicht förderlich für eine gesunde Ernährung, so der Experte.

Das heißt: Selbst wenn jemand einen neuen Zucker entdeckt – gesund wird Cola dadurch auch nicht. 

Da wir gerade beim Thema sind: Weißt du, wie viele Zuckerwürfel in diesen Lebensmitteln stecken? 

(Es wird mit Zuckerwürfeln gerechnet und davon ausgegangen, dass ein Zuckerwürfel circa 3 Gramm wiegt.)


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