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16.05.2017, 16:45 · Aktualisiert: 20.10.2017, 15:31

Der Hausarzt sagt es uns, die Mutter rät es – und der Fitnesstrainer: Es ist wichtig, viel zu trinken! Und es ist gesund!

Doch: Stimmt das so eigentlich? Wieviel Wasser ist denn gesund? Ab wann ist es ungesund? Und stimmt es, dass man nachts kein Glas Wasser neben das Bett stellen sollte?

Wir klären auf: Welche Mythen über Wasser stimmen? Was von dem, das man sich so erzählt, ist wahr?

1. Wir sollten Wasser sparen. Richtig?

Egal ob unter der Dusche oder beim Zähneputzen: Vermutlich jedes Kind in Deutschland lernt, wie wichtig es ist, sparsam mit Wasser umzugehen. Doch die Spar-Obsession hat manchmal irrwitzige Folgen: Weil der Verbrauch in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter zurückgegangen ist und die Rohre kaum noch ausgelastet werden, stinkt es aus den Gullideckeln mancher Großstädte im Sommer immer wieder nach Fäkalien. Zum Beispiel in Berlin. Um dagegen vorzugehen, müssen die Leitungssysteme regelmäßig mit frischem Wasser geflutet werden. (Morgenpost)

Dabei gibt es durchaus Orte, an denen Wassersparen sinnvoll wäre. Das Problem: Wie viel Wasser für ein Päckchen Kaffee oder eine neue Jeans verbraucht wurde, ist vielen unbewusst. Doch gerade in den Ländern, in denen diese Produkte hergestellt werden, ist Wasser oft wirklich knapp.

Der "Virtuelle Wasserverbrauch" versucht, das sichtbar zu machen: Er zählt, wie viel Wasser für die Herstellung von bestimmten Dingen genutzt wurde. Wer seinen eigenen Konsum hinterfragen und in Zukunft vielleicht so mehr Wasser sparen will, findet hier eine Übersichtsseite.

(Bild: giphy)

2. Richtig gute Wassersparer sind Vegetarier. Stimmt das?

Das stimmt. Wer wirklich dafür sorgen will, dass andere Menschen genügend Wasser haben, sollte sich überlegen, vielleicht Vegetarier zu werden. Denn fast nichts verbraucht so viel Wasser wie die Produktion von Fleisch. Schätzungsweise 28 Prozent des Wassers in Deutschland wird dafür verwendet – weitere 17 Prozent entfallen auf sonstige tierische Lebensmittel (KfW). Wer wirklich Wasser sparen möchte, sollte also vielleicht öfter frisches Obst und Gemüse essen.

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3. Man sollte sich kein Glas Wasser neben das Bett stellen. Stimmt das?

Es klingt gruselig: Wer nachts ein Glas neben dem Bett stehen lässt, hat am Morgen zahlreiche Keime und Bakterien darin. Das berichten in letzter Zeit viele Medien, zum Beispiel hier. Nadine Dietze von der Uniklinik Leipzig kann darüber nur schmunzeln. Die Mikrobiologin sagt:

Für gesunde Personen geht von einem Glas Wasser keine Gefahr aus – auch nicht, wenn es einmal über Nacht neben dem Bett stand

Und: Natürlich stimmt es, dass unsauberes Wasser zu Krankheiten führen kann. In aller Regel ist Trinkwasser aber sauber – auch, wenn es einmal längere Zeit offen stand. Das meint auch Dietze: "Letztlich sollte der schale Geschmack des abgestandenen Wassers der Hauptgrund sein, das Glas am nächsten Morgen nicht mehr zu leeren."

Noch mal nachfüllen?

Noch mal nachfüllen? (Bild: Unsplash)

4. Wiederauffüllbare Wasserflaschen sind ekelig. Richtig?

Seitdem sich herumgesprochen hat, dass Leitungswasser genauso schmeckt wie Wasser aus der Flasche, füllen viele Menschen ihr Wasser selbst ab. Um wiederauffüllbare Flaschen hat sich sogar ein regelrechter Hype entwickelt.

Doch was viele nicht wissen: Einige Flaschen verwandeln sich mit der Zeit in ein Biotop, in dem sich Keime aller Art einnisten. Laut einer US-amerikanischen Studie enthalten typische Flaschen einhundert Mal mehr Keime als Kinderspielzeug (Telegraph). Denn das bloße Ausspülen reicht nicht, um die Flaschen zu desinfizieren – was auf den ersten Blick sauber aussieht, kann in Wahrheit ziemlich eklig sein. Wer seine Flasche wirklich sauber halten will, sollte sie deshalb regelmäßig in heißem Wasser bei ca. 80°C für mehrere Minuten auskochen (MDR).

5. Stilles Mineralwasser ist gesünder als sprudelndes. Richtig?

Auch wenn es immer beliebter wird: Stilles Wasser ist nicht gesünder oder ungesünder als sprudelndes – es ist einfach nur still. Der einzige Unterschied besteht in der Regel darin, dass "Sprudel" vom Hersteller noch Kohlensäure zugesetzt wurde. An der Qualität des Wassers ändert das aber nichts.

6. Man sollte möglichst viel Wasser trinken. Stimmt das?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen, täglich mindestens 1,5 Liter zu trinken – wer will, kann auch mehr zu sich nehmen. Zwingend nötig ist das, außer an heißen Tagen oder beim Sport, aber nicht. Ob Wassertrinken auch beim Abnehmen hilft, ist übrigens immer noch umstritten, teilt die Berliner Charité mit.

7. An einer Überdosis Wasser kann man sterben. Richtig?

Zu wenig trinken ist ungesund. Doch kann man es auch in die andere Richtung übertreiben? Nicht wirklich, sagt Isabell Keller von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: "Zu viel getrunkene Flüssigkeitsmengen schaden dem gesunden Organismus nicht – sie werden einfach über die Nieren wieder ausgeschieden."

Aufpassen muss nur, wer krank ist oder besonders viel Sport betreibt. Bei einem Triathlon in Frankfurt starb beispielsweise 2015 ein Sportler, weil er viel getrunken und viel geschwitzt hatte. Dadurch kam es in seinem Körper zu einem gefährlichen Natriummangel (Zeit Online).

8. Plastikflaschen sind krebserregend. Richtig?

PET-Flaschen sind im Gegensatz zu Glasflaschen leicht und bruchsicher. Viele fürchten allerdings, dass sie auch krebserregend sind. Der Grund dafür: Die meisten Flaschen enthalten den Zusatzstoff BPA, der seit langem in Verdacht steht, gesundheitsschädlich zu sein. Nina Banspach vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit sieht aber keinen Grund zur Panik: "Zum Zweck der Vorsorge ist es grundsätzlich verboten, dass überhaupt Stoffe aus der Verpackung in die Lebensmittel übergehen dürfen."

Das Problem dabei: Die Flaschen sind meist nicht darauf ausgelegt, mehrmals benutzt zu werden. Genau das werden sie aber meist. Dadurch kann tatsächlich BPA in den Körper gelangen. Ob der Stoff für Menschen aber tatsächlich schädlich ist, konnte bislang noch nicht eindeutig festgestellt werden (SZ). Inzwischen achten dennoch einige Hersteller darauf, ihre Flaschen BPA-frei herzustellen.

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