Bild: Unsplash/Toa Heftiba

21.12.2017, 18:35 · Aktualisiert: 21.12.2017, 19:41

An Weihnachten ist es doch immer so: Du stehst mit der Familie in der Küche, schnibbelst die Zwiebeln und schiebst mit deinem Vater die Gans in den Ofen. Die gleichen Diskussionen um die Soße, die gleiche Rezeptur, die gleichen Beilagen – alles wie immer, seit du denken kannst.

Traditionen sind ja schön und gut, aber manchmal ist Zeit für etwas Neues.

Deshalb haben wir einen Profikoch gefragt, wie unser Festmahl wirklich zu einem Fest wird!

Fabio Haebel ist Inhaber vom hæbel in St. Pauli. Er hat nach seinen Ausbildungen zum Koch und Hotelfachmann und Stationen im Hamburger Eventgeschäft bei "Robert Weises Rock Kitchen Catering" angeheuert, um mit ihm auf Tour zu gehen und Bands und Künstler zu bewirten. Heute verrät er seine Kochtipps zu Weihnachten:

1. Mach es selbst.

Egal ob es bei dir Braten, Geflügel oder Tofu an den Feiertagen gibt, wie wäre es, wenn du deine Beilage auch selbst zauberst. Nicht mal eben nur schnell die Tüte mit den Nudeln aufreißen, sieben Minuten kochen, fertig.

"Handgemachtes darf auch so aussehen. Gerade die selbst gemachten Dinge schätzen eure Gäste am meisten. Zum Beispiel Haselnuss-Spätzle oder handgeschnittenes Rotkraut", sagt Fabio. Sein persönlicher Tipp: Verschenke doch auch etwas selbst Gekochtes. Rillettes, ein fleischiger Brotaufstrich, oder Schmalz.

So sehen die Nudeln in Fabios Restaurant aus:

2. Experimentier doch mal mit Kräutern.

An Weihnachten duftet es oft herrlich nach Majoran, Nelken und Zimt. Alles Klassiker in den deutschen Küchen. Aber Fabio hätte da noch ein paar andere Vorschläge: "Besondere Kräuter wie Vogelmiere, Pimpinelle, Bronzefenchel, Nasturtium oder Schafgarbe haben tolle Geschmacksnoten und werten Eure Gerichte optisch auf."

3. Ok, ein bisschen Luxus darf es an Weihnachten sein.

"Trüffel oder Kaviar sind kein Garant für ein tolles Essen – sie können aber ein Gericht durch ihre Textur und ihren Geschmack zu etwas ganz Besonderem machen", erklärt Fabio. Er schlägt vor: Kaviar zum Fisch, Trüffel zu selbstgemachten Schupfnudeln.

Wer weder auf Trüffel noch auf Kaviar steht, dafür aber auf Fleisch, dem empfiehlt Fabio eine Maronensuppe mit Wildschweinspeck und Kerbel. "Die ist schnell gemacht und kann wahlweise vor dem Menü oder als Zwischengang serviert werden."

4. Es müssen nicht immer Teller sein.

Klar, das Gericht muss zu allererst gut schmecken – aber es sollte natürlich auch gut aussehen. Das richtige Geschirr kann dabei noch einiges rausholen.

"Ein Dessert im Glas zuzubereiten, ist platzsparend für den Kühlschrank, sieht toll aus und ist ruck zuck serviert", sagt Fabio. Und was kommt rein? "Ein Trifle oder Crumble, zum Beispiel mit weißer Schokolade, Spekulatius und Apfel und Cognac-Rosinen ist mein Tipp."

Übrigens sollte man immer daran denken, die Teller warm zu halten, sagt Fabio. Am besten im leicht temperierten Ofen.

5. Nach dem Dessert ist das Festmahl noch lange nicht vorbei.

An Weihnachten ist Kalorienzählen verboten. Deshalb ist es auch egal, wenn das Festmenü aus fünf Gängen besteht. Auch bei Fabio ist nach dem Nachtisch nicht Schluss.

"Dann ist Zeit für etwas Käse. Sucht vier bis fünf verschiedene Sorten aus, Weichkäse bis Hartkäse, verschiedene Fruchtsenfe, Trauben und gutes Brot – angerichtet auf einem Holzbrett ist das ein besonderer Abschluss." Und nach dem Käse empfiehlt der Koch dann noch einen Tee und Kaffee, einen Cognac oder Grappa – und kleine Süßigkeiten.

"Das können Kekse sein oder ihr backt kleine Madeleines mit Pistazien. Gerade die kleinen Aufmerksamkeiten machen so einen Abend rund."

Und spätestens jetzt muss dann der oberste Hosenknopf dran glauben. Leckere Weihnachten!

Fabio kauft Lebensmittel am liebsten frisch auf dem Markt. Er ist durch Europa gereist und hat die angesagtesten besucht. Das ist sein Buch "It's Market Day".

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